Dieses Zitat von Bent Branderup hast du sicherlich schon einmal gehört oder gelesen.
Leider wird es gern auch missverstanden, denn:
‚Die Dressur ist für das Pferd da‘ darf nicht heißen, dass man jedes Pferd bis zur Hohen Schule bringen kann, wenn man nur die richtige Herangehensweise findet!
Sondern: In der Ausbildung, in der gymnastizierenden Arbeit, muss es in erster Linie immer um das Pferd gehen.
Ich biete Reitunterricht vor Ort und Online an
Gemeinsam richten wir dein Training neu aus, sodass du mit deinem Pferd spürbare und nachhaltige Fortschritte erreichst!
In einem kostenlosen und unverbindlichen Infogespräch, können wir besprechen, wie ich dich und dein Pferd am besten unterstützen kann.
Im Verlauf seiner Ausbildung sollte das Pferd an Ausstrahlung gewinnen,
es sollte einen weichen, offenen Blick bekommen,
harmonisch bemuskelt sein,
ein gutes Körperbewusstsein bekommen,
sich kraftvoller, balancierter, harmonischer und geschickter bewegen.
…und all das nicht nur, wenn ich als Mensch dabei bin und ‚anleite‘, sondern auch in seinem Alltag auf der Koppel und dem Paddock und in unerwarteten Situationen.
Das Pferd soll sich in sich wohlfühlen und es soll ihm gut gehen, über möglichst viele Jahre, für ein langes Leben.
Der Gedanke, man könne jedes Pferd bis zur Piaffe oder sonstigen Lektionen der Hohen Schule ausbilden, wenn man nur die richtige Herangehensweise findet, führt aus meiner Sicht zu unnötigem Druck und Stress für Mensch und Pferd.
Es gibt genug Pferde, für die die Erarbeitung der grundlegenden Tragfähigkeit in den Grundgangarten schon sehr viel Anstrengung bedeutet.
Das typische Rheinisch-deutsche Kaltblut, der für Rennen gezogener Traber oder ein Saddlebred-Mix bringen oft weder ein für Tragfähigkeit hilfreiches Exterieur noch den nötigen Muskeltyp mit.
Und dann sieht auch das Ergebnis durchaus unterschiedlich aus, je nachdem, wie lang und gewinkelt die Hinterbeine oder wo der Halsansatz im Verhältnis zur Schulter ist.
Aber auch ein augenscheinlich gutes Exterieur ist kein Garant für die Eignung zur Hohen Schule: Bringt der Oldenburger ausgeprägtes ECVM, MIM plus Hypermobilität mit, können schon die Grundlagen von Stabilität und Reitbarkeit eine große Herausforderung sein.
Und nicht zuletzt spielt der Charakter eine ganz wesentliche Rolle
Versammlung ist anstrengend!
Dafür muss das Pferd eine gewisse Leistungsbereitschaft mitbringen. Es muss sich gern anstrengen, darf sich nicht vor Herausforderungen scheuen und auch geistig ‚auf Zack‘ sein.
Sicherlich kann man das bis zu einem gewissen Grad auch üben.
Aber wenn ein Pferd vom Grundcharakter her Couchpotato ist, lieber kuschelt, als sich zu bewegen und auch nach systematisch aufgebautem Training über Monate hinweg drei Runden Galopp als viel zu unnötig anstrengend findet, wird es nicht bis zur echten Versammlung kommen.
Das Gleiche gilt auch für Pferde mit einem sehr dünnen Nervenkostüm, die sich außergewöhnlich schnell und über die Maßen aufregen und stressen können, sobald es etwas anstrengender oder herausfordernder wird.
Man müsste dafür über Jahre hinweg gegen den Charakter dieser Pferde arbeiten und sorgt damit für so viel psychischen Stress – durchaus auf beiden Seiten! –, dass unterm Strich kein gesundheitlicher Vorteil für das Pferd dabei herauskommen kann.
Mit dem richtigen Charakter kann ein Pferd übrigens ein herausforderndes Exterieur definitiv auch wettmachen. Deswegen gibt es durchaus Kaltblüter, Traber oder völlig verbaute Saddlebred-Mixe, die sehr weit ausgebildet werden können.
Ganz außen vor gelassen habe ich jetzt übrigens den Faktor Mensch.
Auch wir bringen körperlich und charakterlich ganz unterschiedliche Voraussetzungen mit, die Einfluss darauf haben, wie gut wir reiten und ausbilden lernen können.
(Dafür brauchen wir auch noch die passenden Lehrer und Trainingsbedingungen… – es ist ein großes Feld!)
Am Ende ist entscheidend, wie sich dein Pferd tatsächlich entwickelt.
Lass dich nicht stressen, wenn Piaffe und Pirouetten nicht ansatzweise auf der Agenda stehen, sondern fokussiere dich auf das Erarbeiten qualitativ guter Grundlagen innerhalb der Voraussetzungen, die ihr – Pferd und Mensch – mitbringt.
Dann ist die Dressur für dein Pferd da.
Willst du noch mehr für dich und dein Pferd lernen?
Dann stöbere noch ein bisschen durch meine anderen Beiträge

Auf dem Weg in die Tragfähigkeit – die Entwicklung eines 16jährigen Wallachs
Heute möchte ich einmal die Entwicklung eines Kundenpferdes mit euch teilen, um zu zeigen, wie individuell dieser Prozess abläuft und dass auch nicht alles auf

Seitengänge richtig vorbereiten: Wann dein Pferd wirklich bereit für Schulterherein & Co. ist
„Schulterherein ist das Aspirin der Reitkunst.“ – Nuno Oliveira Oft werden Seitengänge als Allheilmittel beschrieben und erwecken den Eindruck, dass sie einerseits für das Wohlergehen

Die Dressur ist für das Pferd da – nicht das Pferd für die Dressur.
Dieses Zitat von Bent Branderup hast du sicherlich schon einmal gehört oder gelesen. Leider wird es gern auch missverstanden, denn:‚Die Dressur ist für das Pferd

3 Fehler, die den Pferderücken kaputt machen
Der Rücken deines Pferdes ist zu kantig oder du hast Sorge, dass er langfristig zu kantig wird, zu sehr ins Hängen kommt und Schaden nimmt?

In 3 Schritten zu harmonischeren Übergängen
Dein Pferd reagiert nicht oder zu heftig, wenn es einen Übergang gehen soll? Die Übergänge gelingen euch nie am Punkt oder nur mit Ach und

Warum Sicherheitsregeln dich zur besseren Reiterin machen
Wer kennt sie nicht, all die Sprüche und Regeln, an die man sich im Umgang mit Pferden zu halten hat: niemals den Führstrick um die
