Warum ist das mit der Losgelassenheit beim Pferd so schwer?

eiterin im Schritt auf einem braunen Pferd in der Reithalle, das Pferd geht entspannt am hingegebenen Zügel – Losgelassenheit beim Pferd

Warum Losgelassenheit über Gesundheit und Harmonie entscheidet

Dass Losgelassenheit wichtig ist, ist uns allen klar. Ohne Losgelassenheit steigt das Risiko für Schäden an Sehnen, Bändern und Knochen, Lunge und Verdauung, aber auch das Immunsystem im Gesamten wird geschwächt. An Durchlässigkeit und Harmonie ist nicht zu denken und nicht zuletzt: unbequem ist es im Sattel für uns ReiterInnen auch.

Ohne Losgelassenheit ist nichts, was wir sonst mit dem Pferd erarbeiten, langfristig zielführend. Sie steht also ziemlich am Anfang, ist Voraussetzung für alles Weitere und daher auch direkt der zweite Punkt in der Ausbildungsskala.

Warum aber kann es so schwer sein, Losgelassenheit zu erreichen? Warum scheitern so viele von uns immer wieder an diesem einen Punkt?

Losgelassenheit beim Pferd ist kein Anfangshäkchen – sondern ein Ergebnis

Der Grund: Losgelassenheit ist nicht eine Stufe am Anfang der Ausbildung, die man zügig abhakt, um dann an den ‚richtigen‘ Dingen zu arbeiten, sondern sie ist das Ergebnis korrekt gelegter Grundlagen.

Was dein Pferd braucht, um loslassen zu können

Denn Losgelassenheit ist nur möglich, wenn ein Pferd sich voll auf das gemeinsame Tun einlassen kann und sich weder festhalten noch verkrampfen muss. Und das wiederum geht nur, wenn das Pferd das Gefühl hat, gut genug im Gleichgewicht zu sein innerhalb der gestellten Anforderungen – sei das Trab auf dem Zirkel oder ein Übergang von einer in die nächste Gangart mit Reiter auf dem Rücken.

Erst Sicherheit, keine Schmerzen, keine Angst

Um sich losgelassen bewegen zu können, muss sich ein Pferd zunächst einmal sicher fühlen. Es darf keine Schmerzen haben und keine Angst vor dem Ort, wo es sich befindet, oder dem Menschen, mit dem es zu tun hat.

Die Grundlagen gesunder Bewegung

Um sich nicht kompensatorisch irgendwo festmachen zu müssen, muss es auch die grundlegenden Fähigkeiten gesunder Bewegung beherrschen: die Hinterhand schiebt (anstatt mit der Vorhand zu ziehen); der Brustkorb ist gerader (statt völlig schief fast umzufallen); der Brustkorb ist angehoben (anstatt nach vorn unten zu hängen). Dabei fällt jedem Pferd der eine Aspekt leichter als der andere, auch bedingt durch Körperbau und Charakter. Aber ein grundsätzliches Verständnis aller dieser Fähigkeiten ist für alle Pferde notwendig. Und selbst wenn ein Pferd verstanden hat, wie es geht, kann es durchaus auch noch eine Weile dauern, ehe es die dafür nötige Kraft und Stabilität aufgebaut hat, um das in Bewegung für ein paar Meter am Stück durchzuhalten.

Welche Rolle du als Reiterin spielst

All das wiederum erfordert einen Menschen, der das vermitteln kann. Der weiß, was dazu gehört, wie er es dem Pferd erst ohne und dann mit Reiter verständlich macht und auch genug Kontrolle über sich und sein Gleichgewicht hat, das Pferd im Sattel dann nicht noch zusätzlich zu stören und es so aus Versehen wieder aus der Balance bringt.

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Warum nach der Losgelassenheit alles leichter wird

Losgelassenheit wird also erreicht, wenn ein Pferd ALLE für die Ausbildung nötigen Grundlagen bereits gelernt hat, um sich gut genug im Gleichgewicht bewegen zu können. (Was ‚gut genug‘ ist, entscheidet übrigens immer das jeweilige Pferd, denn das Empfinden ist da sehr verschieden) Das wiederum bedeutet, dass alles, was in der Ausbildung danach kommt, ungleich leichter ist, weil es – ganz vereinfacht gesagt – einfach nur ‚mehr‘ von dem ist, was wir ohnehin schon etabliert haben. Bis wir so dicht an Geraderichtung und Versammlung kommen, wie es das jeweilige Pferd realistisch schaffen kann (auch hier spielen Körperbau und Charakter eine große Rolle), dauert es natürlich trotzdem noch Jahre. Aber diese Jahre dienen dem Verfeinern, dem Differenzieren, dem Kräftigen und Stärken – nicht dem grundsätzlichen Verständlich machen davon, wie der Körper an sich gesund arbeitet, um gerader zu werden oder sich versammeln zu können. Dieses Verständnis brauchen wir in der Arbeit ganz am Anfang.

Es gehören also viele Fähigkeiten dazu, bei Pferd UND Mensch, um zur Losgelassenheit zu kommen. Je schwerer das einem oder beiden davon fällt, desto länger kann es also dauern.

So findet ihr gemeinsam zur Losgelassenheit

Du hast verstanden, warum es so schwer ist, aber trotzdem noch keine richtige Ahnung, wie du es mit deinem Pferd anstellen solltest, um Losgelassenheit zu erreichen? Dann melde dich gern bei mir für ein unverbindliches, kostenloses Kennenlerngespräch und wir schauen gemeinsam, wie euer Weg aussehen kann und ob und wie ich euch dabei unterstützen kann.

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