Wer kennt sie nicht, all die Sprüche und Regeln, an die man sich im Umgang mit Pferden zu halten hat:
niemals den Führstrick um die Hand wickeln
niemals Finger durch Ringe von Halftern oder Karabinern stecken
ein Pferd immer erst ansprechen, ehe man es berührt – niemals aus dem Nichts berühren, schon gar nicht an der Hinterhand
ein Pferd immer an einer massiven Stange oder einem festen Ring anbinden, nicht zu lang anbinden und einen Sicherheitsknoten nutzen
erst alles vorbereiten und bereit legen, dann das Pferd holen
am Putzplatz alles außerhalb der Reichweite des Pferdes lagern
die rechte Körperhälfte des Pferdes wird mit der rechten Hand geputzt, die linke Körperhälfte mit der linken Hand
nicht neben das Pferd hocken, sondern nur hinunterbeugen
Trense und Sattelzeug erst sortieren, dann dem Pferd anziehen
alles ordnungsgemäß verschnallen, nachgurten nicht vergessen
Türen und Tore weit genug öffnen und anschließend ordnungsgemäß verschließen
nach der Arbeit wird zuerst das Pferd versorgt, dann erst kann der Reiter sich um sich selbst kümmern
regelmäßige Lederpflege
festes Schuhwerk tragen
…
Die Liste ist lang und unvollständig und dir vielleicht auch zu anstrengend, wenn du nach der Arbeit noch zu deinem Pferd fährst.
Was aber, wenn ich dir sage, dass du durch die Einhaltung dieser Sicherheitsregeln auch eine bessere Reiterin wirst?
Regeln dienen vordergründig der Sicherheit
Der vordergründige Sinn solcher Regeln ist klar: Sie dienen der Sicherheit.
Sie stellen das Pferd und sein arttypisches Verhalten in den Mittelpunkt und verhindern Unfälle, die passieren können, weil ein Pferd sich einfach wie ein Pferd verhält.
Denn nicht das Pferd muss Rücksicht nehmen, weil du den Führstrick um die Hand gewickelt hast, sondern du musst den Strick so halten, dass du dich nicht verletzen kannst, falls dein Pferd sich erschrecken sollte.
Alle Reitlehrer, Stallbetreiber, Ausbilder und Miteinsteller, die auf die Einhaltung solcher Regeln pochen, haben vor allem die Sicherheit deines Pferdes und dir im Sinn. Wer lange genug mit Pferden zu tun hat, hat schon die ein oder andere gefährliche Situation erlebt und weiß, wie schnell auch mit dem gelassensten Pferd etwas so richtig schief gehen kann.
Nachlässig werden wir mit der Einhaltung dieser Regeln gern, weil wir dann weniger Mitdenken müssen und unser Gehirn von Natur aus Energie sparen möchte. Aber genau hier liegt der sekundäre Zweck dieser Regeln: Sie trainieren unsere Konzentrationsfähigkeit.
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Regeln trainieren auch die Konzentrationsfähigkeit
Um mit deinem Pferd fein kommunizieren zu können, musst du aufmerksam genug sein, seine subtilen Äußerungen mitzubekommen.
Um es in jeder Einheit gut abzuholen, die gemeinsame Balance und Bewegung qualitativ zu verbessern und es langfristig gesunderhaltend auszubilden musst du dich während der Arbeit voll auf dich und dein Pferd konzentrieren können.
Wie soll es dir gelingen, dich 45 oder 60 Minuten am Stück ganz auf das gemeinsame Tun zu konzentrieren, wenn du ansonsten eher gedankenlos, unaufmerksam oder immer wieder schnell abgelenkt bist?
Und auch dein Pferd wird sich niemals besser konzentrieren als du es tust – das bestätigt sich in meiner Arbeit mit vielen unterschiedlichen Pferd-Mensch-Paaren immer wieder.
Konzentration kann und muss geübt werden
Natürlich fällt das der einen leichter als der anderen. Genauso wie jemand von Natur aus mehr Muskeltonus oder einen kürzeren Oberkörper haben kann und dadurch bereits mit einem Vorteil ins Reiten startet. Diese Unterschiede sind ganz normaler Teil des Lebens und bedeuten am Ende vor allem eins: Du musst für den einen oder anderen Aspekt einfach mehr arbeiten als jemand, dem das leichter fällt.
Für ein harmonisches Miteinander mit dem Pferd und eine gesunde, pferdegerechte Ausbildung kommt niemand drum herum, sich diese Konzentrationsfähigkeit aneignen zu müssen.
Das kannst du gut im Alltag tun – Achtsamkeit wäre hier das passende Stichwort –, oder mithilfe von einfachen Meditationsübungen.
Oder du schlägst zwei Fliegen mit einer Klappe und siehst Sicherheitsregeln im Umgang mit dem Pferd auch als Übung für eure Aufmerksamkeitsfähigkeit.
Regeln sind keine Einschränkung, sondern Hilfe
Je konsequenter du das im Alltag umsetzt, desto leichter wird es dir auch im Training fallen, klar, fokussiert und fein mit deinem Pferd zu agieren.
Probier es in der nächsten Woche einmal bewusst aus und beobachte, wie dein Pferd reagiert und was sich in der gemeinsamen gymnastizierenden Arbeit für euch verändert!
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