Warum “Ich möchte mein Pferd nicht kaputt machen” eine Falle ist – und wie du ihr entkommen kannst

‚Ich möchte mein Pferd nicht kaputt machen‘ – Regelmäßig bekomme ich diesen Satz zu hören, von Pferdebesitzerinnen, denen das Wohl ihres Pferdes am Herzen liegt.
Und dieser Wunsch ist gut und richtig!

Er zeigt:
Du weißt, die Verantwortung für dein Pferd liegt bei dir.
Du weißt, Ausbildung und Training haben Einfluss und dieser Einfluss kann positiv oder eben auch negativ sein.
Du strebst ein harmonisches und faires Miteinander mit deinem Pferd an.
Du gehst nicht mehr unbedarft oder gedankenlos mit deinem Pferd um.

Leider kann er durchaus dazu führen, dass du zu vorsichtig und zu passiv wirst, wenn es um die Ausbildung und den Umgang mit deinem Pferd geht.

Dadurch kann die Hilfengebung sehr schwammig werden. Dein Pferd hört dann widersprüchliche Aussagen wie: Bitte wende ab, aber wie und wann bin ich mir auch unsicher. Oder: Angaloppieren wäre jetzt gut (ohne es darauf vorbereitet zu haben und mit den Hilfen zu unterstützen).

Das muss dir noch nicht einmal bewusst sein, aber dein Pferd spürt diese Widersprüchlichkeit und ein Außenstehender hat vielleicht den Eindruck, als würde euer Boot auf offenem Gewässer schippern und niemand nimmt das Steuer in die Hand.

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Gemeinsam richten wir dein Training neu aus, sodass du mit deinem Pferd spürbare und nachhaltige Fortschritte erreichst!

In einem kostenlosen und unverbindlichen Infogespräch, können wir besprechen, wie ich dich und dein Pferd am besten unterstützen kann.

Du bekommst außerdem Angst vor Fehlern, denn wenn du etwas falsch machst, leidet schließlich dein Pferd darunter und genau das möchtest du ja vermeiden! Fehler sind allerdings ein wesentlicher Teil von Fortschritt. Nicht nur sind sie unvermeidbar, sondern hilfreich: Sie zeigen dir, welche Herangehensweisen und Ausführungen helfen und welche nicht.

Das gilt genauso für dein Pferd, selbst wenn du alles richtig machen solltest. Denn auch dein Pferd lernt und übt und wird mal etwas besser oder schlechter verstehen oder umsetzen können.

Über einen längeren Zeitraum kommt euer Ausbildungs-Boot seinem Ziel also kein bisschen näher.
Es kann sogar wegdriften, denn beispielsweise wird die Schiefe eines Pferdes immer stärker, wenn sie nicht bewusst adressiert wird. Es kann dir also passieren, dass deine Vorsichtigkeit das Gangbild deines Pferdes wirklich verschlechtert.

Was dagegen hilft?

Nummer 1: Fehler machen!

Wie gesagt, Fehler sind nicht nur unvermeidlich, sie sind auch wichtig. Ohne sie findet keine Entwicklung statt und Entwicklung ist für die langfristige Gesunderhaltung deines Pferdes unvermeidlich. Beobachte dich dabei, wenn du Fehler machst und überlege, was du beim nächsten Mal stattdessen tun kannst. Beobachte, ob der nächste Versuch besser funktioniert hat. Wenn ja, mach weiter so. Wenn nicht, probiere weiter.
Und: Pferde können gut unterscheiden, was hinter einem Fehlversuch steckt. Du bemühst dich, reflektierst es und versuchst es erneut? Kein Problem. Du machst irgendwie, magst dich nicht richtig konzentrieren und findest, dein Pferd könnte es doch auch einfach mal trotzdem richtig machen? Solche Fehler werden zurecht eher mal übel genommen. (Aber morgen ist ein neuer Tag, an dem du es besser machen kannst.)

Nummer 2: Kein Pferd geht sofort kaputt, weil etwas nicht gleich klappt.

Pferde sind Lebewesen wie du und ich und – auch wenn es individuelle körperliche und psychische Unterschiede gibt – keine zerbrechlichen Porzellanpüppchen.
Du bist seit Jahren souverän auf deinen Füßen unterwegs, obwohl du als Kleinkind oft hingefallen bist, ehe du wirklich Laufen konntest. (Eigentlich selbstverständlich, aber: Bitte nicht buchstäblich übertragen! Wenn dein Pferd im Training hinfällt, ist das nicht normal!)
Du kannst dich in einer Zweitsprache gut verständigen, obwohl du immer noch einen Akzent hast und immer wieder nicht die richtigen Worte findest.
Und vielleicht kennst du jemanden, der erst in seinen 40igern angefangen hat, Ernährung und Bewegung umzustellen, und dafür jetzt gesünder ist als in seinen 20igern.
Was ich sagen möchte: Trotz aller Idealvorstellungen und glatter Theorien zum Thema Gesundheit und Ausbildung befinden wir uns alle im echten Leben und wissen, dass zu dieser Reise steinige Strecken und Umwege gehören.
Deswegen können wir uns trotzdem weiterentwickeln, besser werden und eine gute Beziehung zu unseren Pferden aufbauen und behalten.

Nummer 3: Hol dir Unterstützung.

Du bist nicht die erste, die ein Pferd gut und gesund ausbilden möchte. Es gibt immer Menschen, die uns auf dem Weg schon ein Stück voraus sind und von deren Erfahrungen wir profitieren und lernen können. Du musst es dir nicht unnötig schwer machen und alles selbst herausfinden.
Schau dir potentielle Ausbilder an und achte besonders auf die folgenden Punkte:
Wie gehen sie mit den ihnen anvertrauten Pferden um? Auch, wenn es verschiedene Pferdetypen sind? Wie sehen diese Pferde aus – sowohl muskulär als auch vom Gesichtsausdruck?
Wie unterrichten sie?
Ein guter Ausbilder arbeitet im Unterricht immer am Menschen und wenig am Pferd. Es ist ihm anzumerken, dass er dich voranbringen möchte, aber gleichzeitig Verständnis für dich hat. Seine Pferde sind harmonisch bemuskelt, klar im Kopf und haben einen sanften Gesichtsausdruck.
Wenn du große Schwierigkeiten hast, jemanden zu finden, schau dich gern in deinem Pferdeumfeld um und frage andere Pferdebesitzerinnen, deren Pferde und ~training den eben genannten Eindruck auf dich machen, von wem sie sich helfen lassen.

Und natürlich bist du jederzeit willkommen, meine Unterstützung zu nutzen.
Zusätzlich zum Training vor Ort oder online gibt es dazu jetzt auch meinen neuen Onlinekurs.

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