Verändert sich dein Pferd – und du merkst es nicht?
Pferde sind verschieden.
Es gibt schüchterne und mutige Pferde, ständig verunsicherte und entdeckungsfreudige Charaktere, schwache und fitte, kraftvolle Körper.
Was davon ist dein Pferd?
Und bist du dir dabei wirklich sicher?
Denn: Diese Eigenschaften deines Pferdes verändern sich!
Ich beobachte immer wieder, wie Besitzerinnen versäumen, sich diesen Veränderungen anzupassen. Oft, weil sie es gar nicht wahrnehmen.
Da war der eigene Wallach anfangs permanent gestresst und verunsichert und brauchte einen sehr ruhigen, sanften Umgang. Fünf Jahre später ist er gut angekommen und wäre belastbarer, man könnte ihm mehr abverlangen – aber die Besitzerin behandelt ihn immer noch wie das zarte Pflänzchen, das er vor Jahren war.
Oder die schlecht bemuskelte Stute, die trotz aller Versuche kaum aufbaute und deswegen körperlich wenig leisten konnte. Sie ist nach zwei Jahren passender Aufbauarbeit zu einem kraftvollen, fitten und harmonisch bemuskelten Pferd geworden – wird aber immer noch behandelt wie ein schwächlicher Rehafall. Dabei kann und will sie!
Natürlich ist so eine Veränderung auch in die andere Richtung möglich.
Wenn das fitte, belastbare Pferd, mit dem man mehr oder weniger alles tun und dem man alles zutrauen kann, auf einmal nicht mehr so gut mit den Anforderungen mitkommt. Wenn es ein verändertes Pensum braucht, schneller verunsichert ist, der Rücken beginnt, schneller ins Hängen zu kommen.
Es ist, glaube ich, mit eins der schwierigsten Dinge im Verlauf der Ausbildung: mitzubekommen, dass und wie das eigene Pferd sich körperlich und mental verändert, und darauf dann adäquat einzugehen.
Gleichzeitig ist es ein ganz wichtiger Aspekt, um nicht die Verbindung zum eigenen Pferd zu verlieren.
Wenn sich all die Arbeit der vergangenen Jahre auszahlt und ein Pferd jetzt mental und körperlich belastbarer ist, kann es sich durchaus latent unterfordert fühlen, wenn Umgang und Anforderungen dem nicht gerecht werden.
Es wird auch viel Potential verschenkt von Dingen, die auf einmal gemeinsam möglich wären – seien das größere Ausflüge, anspruchsvollere Situationen im Gelände, Freude an anspruchsvolleren Lektionen oder auch neue Herausforderungen wie Sprünge o.ä..
Man wächst an seinen Aufgaben und etwas neues zu meistern schweißt zusammen!
Andersherum möchte auch ein Pferd, was altersbedingt beginnt, etwas abzubauen, mit seinen veränderten Bedürfnissen gesehen und abgeholt werden. Nur weil ein volles Pensum mit Lehrgängen, Geländeritten und guter Arbeit in verschiedenen Sparten – von Ausdauertraining über anspruchsvolle gymnastizierende Arbeit bis hin zum Springen oder Fahren – in den letzten Jahren gut und gern möglich war, heißt das nicht, dass das auch bis ins hohe Alter unverändert so möglich bleibt.
Ziehe ich hier als Besitzerin meinen Stiefel zu lange durch, baut mein Pferd unter Umständen viel schneller ab, weil der Körper dauerhaft überfordert ist.
Ich lade dich daher ein, regelmäßig zu reflektieren und zu prüfen, ob das Bild, was du von deinem Pferd hast, tatsächlich noch der Realität entspricht.
Dein Pferd und eure Beziehung werden es euch danken!
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