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So findest du die richtige Art der Bodenarbeit für dein Pferd und dich

Bodenarbeit als sinnvolle und zielführende Ergänzung zum Reiten

Bodenarbeit als sinnvolle und zielführende Ergänzung zum Reiten ist glücklicherweise keine exotische Idee mehr, sondern gehört für viele Pferdebesitzer zum Alltag dazu. Gleichzeitig gibt es aber auch so viele verschiedene Varianten davon, dass du vielleicht gar nicht so recht weißt, welche davon denn nun die Richtige für euren Zweck ist.

Oder du machst schon alles, was es gibt, hast deswegen aber so viel – zu viel? – Abwechslung im Training, dass ihr bei nichts so wirklich Fortschritte macht.

Deswegen möchte ich dir in diesem Artikel einen Überblick geben, welcher die Auswahl ein wenig eingrenzt und dadurch vereinfacht. Du wirst erfahren, was für welchen Zweck sinnvoll ist und welche Grenzen es gibt, sodass du leichter entscheiden kannst, worauf ihr euch als nächstes konzentrieren solltet und welche Inhalte auch mal pausieren dürfen.

Bodenarbeit ist aus verschiedenen Gründen sinnvoll und nötig:

  • Sie hilft bei der körperlichen und mentalen Vorbereitung eines jungen Pferdes auf seine späteren Aufgaben – ohne die sofortige Beanspruchung durch Gewicht und Einwirkung eines Reiters.
  • Später kannst du dir dieses Prinzip auch noch einmal zunutze machen, wenn es um Situationen oder Inhalte geht, die du als Reiter selbst noch nicht gut genug beherrschst – oder bei denen dir Unsicherheit oder Angst im Weg stehen. Es kann dann sinnvoll sein, die Ausbildung von Pferd und Reiter für einen begrenzten Zeitraum und für ein spezifisches Thema noch einmal voneinander getrennt anzugehen.
  • Bodenarbeit unterstützt den langsamen Aufbau eines sich in der Reha befindlichen oder trageerschöpften Pferdes ebenso wie das Training eines älteren, nicht mehr durch einen Reiter belastbaren, Pferdes.
  • Aber auch der Rücken eines ausgewachsenen und voll im Training stehenden, ausgebildeten Reitpferdes sollte Pausen von der Kompression von Sattel und Reitergewicht bekommen.
  • Und manche Dinge darf man – sofern das Pferd dafür entsprechend vorbereitet wurde – auch einfach mal nur tun, weil sie dem Pferd Freude bereiten.

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Die gängigsten Arten der Bodenarbeit …

… sind die Arbeit an der Hand, das Longieren, die Arbeit an der Doppellonge, oder auch die Arbeit am Langzügel. Außerdem gehören dazu Zirkuslektionen und Tricks, Freiarbeit, Spaziergänge, Schrecktraining und Freispringen.

Was genau sie jeweils bewirken können und wo ihre Grenzen liegen, erkläre ich dir jetzt:
Die Handarbeit (manchmal auch als Kurzzügelarbeit bezeichnet) eignet sich vor allem für die Geraderichtung des Rumpfs und die Stabilisierung der Vorhand, inklusive der Halsbasis. Da du sowohl innen als auch außen neben dem Pferd gehen kannst, sind an der Hand sämtliche Bahnfiguren möglich.

Im weiteren Verlauf der Ausbildung findet an der Hand vor allem vermehrte Aufrichtung bis hin zur versammelnden und versammelten Arbeit – inklusive der Seitengänge – statt.
Sobald es um die höheren Gangarten geht, hat die Handarbeit ganz klare Grenzen, insbesondere in der Grundausbildung, bei welcher das freie Vorwärts unbedingt Vorrang haben sollte.

Wie viel Handarbeit möglich ist…

… hängt also nicht nur davon ab, ob das Pferd intensivere Unterstützung bei der Geraderichtung oder Stabilisierung der Vorhand benötigt, sondern auch von seinem Ausbildungsstand und natürlich vom Größenverhältnis zwischen Mensch und Pferd.

Daher ist das Longieren eine hervorragende Ergänzung, denn hier sind grundsätzlich alle Gangarten möglich – auch unabhängig von deiner Größe als Pferdebesitzerin. 😉
Es eignet sich vor allem für die Erarbeitung der Schubkraft, für Ausdauertraining und Stangenarbeit.
Auch an der Longe sind mit etwas Übung alle Bahnfiguren möglich, inklusive Handwechseln im Trab.

Im weiteren Verlauf der Ausbildung kannst du mithilfe der Longe die Schubkraft langsam zur Tragkraft werden lassen und hast gleichzeitig die Möglichkeit, Rahmen und Raumgriff jederzeit wieder deutlich zu erweitern, ohne – wie bei der Handarbeit – an die Grenzen deiner eigenen Beinlänge zu stoßen.

Bei der Arbeit an der Vorhand, also Geraderichtung und erstes Anheben des Rumpfes, ist das Longieren anfangs oft erstmal ungenauer als Handarbeit es zu vermitteln vermag.
Um nicht im Viereck zu ‚versauern‘, ist es für die Psyche und auch den Körper des Pferdes absolut notwendig, regelmäßige Ausflüge ins Gelände zu machen. Junge Pferde werden so systematisch aufs Ausreiten vorbereitet, geländeerfahrene und gelassene Pferde können so an einem Pausentag auch mal ‚die Seele baumeln lassen‘, während Rehapferde über Spaziergänge langsam wieder Kondition aufbauen, ohne ausschließlich Runden auf dem Platz drehen zu müssen.
Zusätzlich lassen sich Koordination und Propriozeption durch das Gehen auf verschiedenen Untergründen, bergauf und bergab und über Baumstämme hervorragend wie nebenbei verbessern.

Hast du die Möglichkeit dazu, ist es sinnvoll, ein Pferd regelmäßig als Handpferd mitzunehmen, denn dann sind auch die höheren Gangarten ohne die Belastung durch einen Reiter möglich.
Wie bei allen Trainingsinhalten ist es natürlich auch beim Spazierengehen nötig, die Anforderungen systematisch aufzubauen und kein Pferd durch unzureichende Vorbereitung zu überfordern.

Gerade jüngere Pferde, die sich noch in der Phase der Gewöhnung befinden, profitieren hier sehr von der Unterstützung durch ältere, erfahrenere und vor allem ruhige Pferde, an denen sie sich orientieren können.

Gymnastisches Freispringen

Eine weitere Möglichkeit, Koordination und Beweglichkeit zu verbessern und den Pferdekörper insgesamt zu kräftigen, ist regelmäßiges gymnastisches Freispringen. Es sollte hierbei ausdrücklich nicht darum gehen, das Pferd möglichst hoch springen zu lassen, sondern es mit der Zeit dazu zu befähigen, mit klarem Kopf, kraftvoll und losgelassen verschiedene Abstände, Höhen und Aufbauten (Kreuze, Steilsprünge oder Oxer) zu taxieren und in guter Manier zu überwinden.
Die meisten Pferde benötigen dabei daher einige Durchläufe ohne Sprünge oder mit nur einem einzelnen, aus dem Trab zu überwindenden Kreuz, ehe sie bereit für mehrere Sprünge aus dem Galopp sind.

Nachteil des Freispringens ist vor allem der notwendige Aufwand: Es muss auf- und abgebaut und für jedes Pferd Abstände und Höhen entsprechend angepasst werden. Da für die Durchläufe ohnehin pro Pferd mindestens zwei Personen notwendig sind, ist es also sinnvoll, sich innerhalb der Stallgemeinschaft dafür zusammenzutun.

Diese vier Arten der Bodenarbeit – Handarbeit, Longieren, Spaziergänge und nach Möglichkeit Freispringen – sind in der Ausbildung für jedes gesunde Freizeitpferd nützlich, vor allem auch, weil sie sich gegenseitig gut ergänzen.

Das bedeutet ebenso, dass andere Möglichkeiten der Bodenarbeit nicht zwingend nötig oder vielleicht nicht unbedingt sinnvoll sind.

Die Arbeit am Langzügel beispielsweise setzt die Grundlagen der Handarbeit voraus, um Halsbasis und Schultern des Pferdes so stabil gemacht zu haben, dass das Pferd dort der Hilfengebung nicht ausweichen kann und wieder schiefer wird oder den Rumpf hängenlässt.

Die Arbeit mit der Doppellonge setzt ebenfalls das normale Longieren voraus und erfordert darüber hinaus für das konstante und weiche Handling zweier Leinen (und dann auch noch in Bewegung über deutlich mehr Entfernung hinweg als bei Langzügel oder Handarbeit) sehr viel Übung vonseiten des Menschen.

Gleichzeitig ist es an der einfachen Longe ganz genauso möglich, Muskeln aufzubauen, die Hinterhand zu kräftigen oder Balance und Durchlässigkeit zu verbessern. Pferd und Mensch profitieren also wesentlich schneller von der Arbeit an der einfachen Longe.

Langzügel und Doppellonge gehören also einfach an einen späteren Punkt der Ausbildung und sind für die Erarbeitung einer guten Grundlage von Muskulatur und Gleichgewicht nicht nötig – das geht mit den oben genannten Typen der Bodenarbeit problemlos.

Wie sieht es aber mit Zirkuslektionen und Freiarbeit aus?

Aus Sicht der Gymnastizierung und Ausbildung eines Pferdes sind beide nicht nötig.
Freiarbeit bietet sich vor allem an, um die Hilfengebung aus dem eigenen Körper zu überprüfen und manche Bewegungsabläufe noch etwas spielerischer anzugehen, erfordert aber von beiden Seiten genau so viel Konzentration wie Bodenarbeit mit Longe, Zügeln oder am Strick.
Zirkuslektionen machen einigen Pferden – insbesondere Ponywallachen – durchaus sehr viel Freude, sodass sie zur Motivation und auch mentalen Abwechslung durchaus gut geeignet sind. Um sich kein übermotiviertes Chaos heranzuzüchten empfehle ich aber unbedingt, auch diese von Anfang an systematisch aufzubauen.

Um entscheiden zu können, welche Variante der Bodenarbeit für dich und dein Pferd aktuell am hilfreichsten ist, solltest du dir also zuerst klarmachen, wo aktuell der Schwerpunkt von Ausbildung und Training liegt.

Vielleicht stellst du dabei fest, dass dein bisheriger Fokus nicht optimal zur aktuellen Herausforderung passt. Oder du etwas hast schleifen lassen, weil es noch eher mühselig funktioniert und viel Konzentration erfordert – obwohl es euch eigentlich gut voranbringen könnte.
Beides ist kein Problem, schließlich kannst du es jetzt ja entsprechend anpassen.

Die meisten Pferde profitieren von einer Kombination aus Handarbeit, Longieren, Spaziergängen und ggf. Freispringen.

  • Mangelt es an der Schubkraft oder generell der Grundkondition, sollte mehr an der Longe denn an der Hand gearbeitet werden.
  • Sind dagegen die Schiefe oder eine schwache Vorhand die momentan größte Herausforderung, sollte etwas mehr an der Hand als an der Longe geübt werden.
  • Entscheidend ist immer, dass du weißt, worauf der Schwerpunkt aktuell liegen sollte und mit welcher Art von Bodenarbeit du diesen effektiv unterstützen kannst – und diese dann über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen regelmäßig übst, um Veränderungen und Fortschritte bei dir und deinem Pferd zu bewirken.

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Wie der Fokus auf den Takt euch im Training deutlich voranbringt (Teil 2)

Der Takt auf wechselnden Linien

Nachdem du mithilfe von Teil 1 den Takt finden und halten geübt hast, kommen wir jetzt zur Anwendung auf wechselnden Linien, um uns den vollen gymnastizierenden Effekt zunutze zu machen.

Die größte Herausforderung besteht in der Regel darin, den Takt auf gebogenen Linien zu erhalten. Warum dem so ist und warum deshalb der Takt auf gebogenen Linien einen so großen Effekt hat, möchte ich dir jetzt zeigen.

Dazu folgendes Bild:
Stell dir vor, die Strecke, die das Pferd gehen soll, ist farbig auf den Boden gezeichnet.
Für einen Zirkel ist das also idealerweise ein runder Kreis.
Nun ist unser Zirkel aber nicht mit einem langen, gebogenen Pinselstrich gezeichnet, sondern besteht aus mehreren kürzeren und geraden Strichen.

In diesem Fall bestimmt die Länge der Striche über die Form unserer gebogenen Linie:
Besteht der Zirkel aus sehr langen Geraden, wird er entweder sehr eckig oder aber sehr viel größer.

Besteht er dagegen aus sehr kurzen Geraden, wirkt er deutlich runder und gebogener.
Aufs Pferd übertragen stehen die Geraden für die Schritt- bzw. Trittlänge der Beine.
Macht ein Pferd also sehr große, raumgreifende Schritte, schafft es einen sehr großen runden Zirkel oder es muss sich nach jedem Schritt drehen, um die geplante Linie halten zu können. Dadurch bremst es nach jedem Schritt, verliert den Takt und das Ergebnis wird sehr hölzern und unharmonisch.

Verändert es jedoch seinen Fußungsbogen, sodass es kürzer (und dadurch höher) fußt, ist auch ein normaler, runder Zirkel im gleichen Takt bleibend flüssig und weich möglich.

Diese Veränderung der Fußung streben wir an.

Da sie dem Pferd mehr Konzentration und Anstrengung abverlangt, beginnen wir immer auf einfacheren, also größeren Linien und tasten uns dann vorsichtig an etwas stärker gebogene Linien heran.

Immer mit der Frage: Schafft es mein Pferd, seine Fußung entsprechend anzupassen und den Takt zu erhalten?

Eine hervorragende Übung dafür ist das Verkleinern des Zirkels. Denn dabei können wir uns langsam an die aktuelle Grenze des Pferdes herantasten ohne es aus Versehen direkt ins kalte Wasser zu schmeißen und ihm mehr abzuverlangen, als es leisten kann. Denn schafft es eine gebogene Linie auch mithilfe meiner Unterstützung nicht im Takt, ist die Linie für das Können dieses Pferdes zu klein!

Mit diesem Wissen entlasse ich dich jetzt zum Üben ans Pferd.

Beginne am besten mit dem Verkleinern des Zirkels, um dich Runde für Runde ein paar Zentimeter mehr an die Grenze deines Pferdes heranzutasten.

Hast du sie gefunden, kannst du daraus auch Rückschlüsse ziehen, wie stark du Ecken noch abkürzen solltest und welche Bahnfiguren machbar sind.
Und dann übt ihr gemeinsam, auf diesen Bahnfiguren den Takt zu halten, egal, ob ihr euch gerade in einer Wendung oder auf einer Geraden befindet.

Dein Pferd wird mit der Zeit seine Fußung immer geschickter anpassen, dadurch geschmeidiger, kraftvoller, gelassener und gerader werden.

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Wie der Fokus auf den Takt euch im Training deutlich voranbringt (Teil 1)

Pferdeausbildung ist nicht einfach:

Auf der einen Seite möchtest du nichts falsch machen, damit es deinem Pferd wirklich lange gut geht. Auf der anderen Seite erschlägt dich die Menge der scheinbar gleichermaßen wichtigen Details.

Grundsätzlich sind tatsächlich viele Details relevant und Pferdeausbildung IST nicht einfach, aber es ist auch noch kein Meister vom Himmel gefallen.

D.h. jedem Können geht ein längerer Weg des Lernens, Übens und Verbesserns voraus.
Das gilt nicht nur für dich als Ausbilderin deines Pferdes, sondern auch für dein Pferd. Jedem balancierten, rittigen und tragfähigem Pferd geht ebenso jahrelanges Ausbilden – sprich: Erziehen, Schulen, Üben, Trainieren – voraus.

Es ist also nicht nur nicht schlimm, nicht innerhalb kürzester Zeit alles zu können, es ist ganz einfach unmöglich.

Deswegen konzentriert man sich während des Lernens immer nur auf die dem aktuellen Stand angemessenen wesentlichen Dinge

… und geht auch erst dann weiter in den Anforderungen, wenn der jeweils letzte Inhalt ausreichend verinnerlicht wurde.

Ein solcher wesentlicher Bestandteil in der Pferdeausbildung, und zwar bereits von Tag eins an, ist der Takt.

Dir die Relevanz dieses vielleicht noch eher abstrakt klingenden Kriteriums und erste Schritte zur Anwendung zu zeigen, ist Ziel dieses Blogartikels.
Takt bedeutet vor allem das Gleichmaß der Bewegung, unbeirrbar wie der Puls eines Metronoms. (Ein Metronom gibt Musikern ein definiertes, stets gleichbleibendes, Tempo vor. Ein Beispiel findest du hier: https://www.musicca.com/de/metronom)

Er gehört zu den Grundlagen der Pferdeausbildung und erfordert kein weit fortgeschrittenes oder kompliziert differenziertes Können.

Was macht den Fokus auf den Takt so wirkungsvoll?

1. Taktmäßiges Gehen schafft Ruhe.
Und zwar sowohl mental als auch körperlich.
Geht ein Pferd zuverlässig im Takt, bewegen sich seine Beine im gleichbleibenden Rhythmus – egal, ob sich die Linie ändert oder es ringsherum viele ablenkende Faktoren gibt. Über einen Zeitraum von mehreren Minuten immer im gleichen Takt zu gehen, hat eine gewisse meditative und beruhigende Wirkung und ist daher sinnvoll für alle Pferde, die sich oft und schnell ablenken lassen oder aber noch nicht gelernt haben, sich länger zu konzentrieren.

Das gleichmäßige Bewegen der Beine kann ebenso körperliche An- und Verspannungen lösen. Entweder sekundär über das psychische Entspannen und damit einhergehende körperliche Loslassen oder aber, weil der Takt dabei hilft, das Gleichgewicht beizubehalten.

Denn ein Taktverlust kann entstehen, wenn das Pferd im Rumpf das Gleichgewicht verliert und dieses dann von den Beinen abgefangen werden muss.
Bleibt der Takt nun gleich, muss die Korrektur im Rumpf (also an der Ursache) stattfinden und der Effekt der ‚Balancestörung‘ wird deutlich minimiert.

Langfristig entwickelt sich damit ein Pferd, welches bei Gleichgewichtsänderungen ebenso wie bei externen Ablenkungen unbeirrt ruhig und gleichmäßig in der jeweiligen Gangart bleibt. Das ist in allen möglichen Situation sehr viel Wert!

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2. Taktmäßiges Gehen richtet gerade.
Ungleichmäßiges Gehen bedeutet immer auch eine ungleichmäßige Benutzung und Belastung der vier Gliedmaßen – ein Punkt, den wir durch die Ausbildung der Pferde möglichst minimieren wollen, um Überlastungsschäden vor allem an den Beinen zu vermeiden. Etablieren wir den korrekten Takt als ‚Bewegungsnorm‘, werden also die schwächeren Beine gestärkt und die stärkeren Beine proportional entlastet.

Seid ihr also aktuell noch nicht auf dem Stand, direkt den Rumpf geradezurichten, hast du hiermit dennoch bereits eine wirkungsvolle Möglichkeit der Geraderichtung und damit Gesunderhaltung deines Pferdes.

3. Taktmäßiges Gehen erhöht Beweglichkeit und Bewegungskompetenz
Um den Takt auch bei Änderungen der Linie oder des Untergrunds – beispielsweise im Gelände – halten zu können, muss das Pferd seine Fußung entsprechend anpassen, also verkürzen, verlängern, flacher oder höher werden lassen.

Das ist hervorragendes Faszientraining, verbessert die Propriozeption, macht die Gliedmaßen beweglicher und so den Bewegungsablauf geschmeidiger und gleichzeitig sicherer.

Und wie gehe ich das jetzt im Training mit meinem Pferd genau an?

Um die genannten Effekte zu erreichen, ist es zuallererst wichtig, ein Gefühl für den Takt zu entwickeln. Nur so nimmst du zunehmend auch Änderungen wahr und kannst dein Pferd langfristig sinnvoll dabei unterstützen, den korrekten Takt zu finden und zu halten.

Nimm dir also in den nächsten zwei bis drei Einheiten jeweils einige Minuten Zeit, ausschließlich auf den Takt zu achten. Bleib dafür auf einer relativ gleichbleibenden Linie wie einem Zirkel oder einem größeren Oval – auch die Ganze Bahn solltest du mit deutlich abgerundeten Ecken anlegen –, denn so ist es für dein Pferd erst mal am einfachsten, den Takt zu halten.

Beim Longieren machst du das am besten, indem du ausschließlich auf die Hinterbeine deines Pferdes schaust. Beim Reiten spürst du den Takt am besten über die Bewegung deiner
Sitzbeinhöcker.

Übe dann, den Rhythmus, den du siehst (Longe) oder fühlst (Reiten), innerlich mitzusprechen.
Du kannst dir auch vorstellen, in deinem Kopf liefe ein Metronom mit. Dadurch werden dir bereits jetzt erste Änderungen im Takt klarer.

Im nächsten Schritt ist es sinnvoll, das passende Tempo zu finden, denn ein Pferd kann durchaus auch sehr gleichmäßig in einem zu schnellen oder zu langsamen Takt unterwegs sein. Wie du das ideale Tempo findest, kannst du in diesem Blogartikel nachlesen:
Finde das ideale Arbeitstempo für dich und dein Pferd

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Ähnlich wie mit dem Tempo, ist es auch beim Takt sinnvoll, mit einer Skala zu arbeiten.

Auf einer Skala von 0 (pariert durch) bis 10 (wechselt in eine höhere Gangart) liegt der ideale Takt bei 5. Ein sich eher schleppend bewegendes Pferd, dessen Hufe tendenziell am Boden kleben bleiben, ist zwischen 1 und 4 einzuordnen. Ein angespanntes und hektisches Pferd, dessen Hufe den Boden fast gar nicht berühren wollen, zwischen 6 und 9.

Auf einer weiterhin gleichbleibenden Linie übst du nun, den Takt immer wieder zurück zur 5 zu bringen. Das zähe Pferd musst du also immer wieder kurz erinnern, seine Hufe etwas schneller und aktiver zu heben als es das von sich aus tun würde. Das hektische Pferd dagegen braucht Unterstützung dabei, mit den Hufen länger am Boden zu bleiben und etwas ruhiger zu werden.

Und vielleicht dauert es auch eine Weile, wirklich bis zur 5 zu kommen. Versuche nicht, mittels Drücken, Schieben oder kräftigem Zug am Zügel so schnell wie möglich eine 5 zu erreichen.
Jedes Mal, wenn du den Takt um eine Zahl in die richtige Richtung hin veränderst, hast du bereits etwas verbessert und deinem Pferd bei seiner Entwicklung geholfen.

Schließlich braucht auch dein Pferd Zeit, sich zu verändern – egal, wie gesund diese Veränderung sein kann!

Wenn du gar keine Änderungen wahrnimmst oder es dir schwer fällt, dein Pferd innerhalb dieser Skala einzuordnen, kannst du auch noch etwas genauer hinein zoomen:

Vielleicht finden die Unterschiede nur zwischen 4,3 und 5,7 statt? Dann kannst du üben, bereits bei 4,9 oder 5,1 einzuwirken.

Achtung: Hier ist immer erst einmal NUR der Takt Kriterium.

Das bedeutet, solange du übst, ihn wahrzunehmen und dann auf einer gleichbleibenden Linie schon sanft zu beeinflussen, solltest du bei anderen Dingen unbedingt Fünfe gerade sein lassen:

  • Dein Pferd läuft zu gerade oder in Außenstellung?
  • Es hebt sich mal raus oder schwankt ein wenig auf der Linie?
  • Es gibt im Genick nicht nach oder hat nicht durchweg den perfekten Raumgriff?

All diese Aspekte sind erstmal nicht wesentlich und dürfen daher ‚falsch‘ sein. Um sie wird sich dann gekümmert, wenn es soweit ist. 

Nimm dir jetzt erstmal die Zeit, den Takt deines Pferdes wahrzunehmen und auf einer gleichbleibenden Linie auch gleichmäßig halten zu können.
Im nächsten Blogartikel zeige ich dir dann, wie du den Takt mit auf wechselnde Linien nimmst und so den gymnastizierenden Effekt weiter steigern kannst!

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Tipps für einen gelungenen Start mit deinem neuen Pferd

Endlich ist es so weit: Deine Suche war erfolgreich, du hast dein neues Pferd gefunden!
Du bist glücklich, bestimmt auch ein bisschen aufgeregt, freust dich sehr auf dieses neue Kapitel und kannst den Tag des Pferdeumzugs kaum erwarten.
Mit dem Einzug in den neuen Stall ändert sich aber nicht nur dein eigener Alltag, sondern auch deinem Pferd steht ein großer Umbruch bevor.

Wie du euch beiden den Start erleichtern kannst, möchte ich dir in diesem Blogartikel zeigen.

Was kannst du von vorher übernehmen?

Ein gelungener Start beginnt mit durchdachter Vorbereitung. Um deinem Pferd den Wechsel zu vereinfachen, solltest du dir einen Überblick darüber verschaffen, welche Aspekte seines Alltags sich bei dir ändern werden.
  • Steht er aktuell nachts in der Box und entwickelt dadurch weniger Winterfell, wird bei dir aber 24/7 im Offenstall wohnen?
  • Bekommt er aktuell mehr Kraft- als Raufutter und wird dann bei dir ganztägig Zugang zu Heu haben, aber kein Kraftfutter?
  • Wird sich sein momentanes Arbeitspensum bei dir reduzieren – oder steigern?
Überlege dir, wie du ihn mit den Bedingungen, die er aktuell gewöhnt ist, am besten abholen – und dann Schritt für Schritt umstellen kannst. Abrupte Wechsel solltest du nach Möglichkeit vermeiden. Solltest du dir bei der ein oder anderen Sache unsicher sein, hole dir Rat bei erfahrenen Menschen mit Pferdeverstand.

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Fokussiere dich auf das Wesentliche

Beginne eure gemeinsame Zeit unbedingt mit Regelmäßigkeit und Routinen und konzentriere dich dabei zunächst auf die Beantwortung der beiden folgenden Fragen:

1. Was ist für den Alltag nötig?
Dazu gehört das Kennenlernen der gesamten Anlage oder am Putzplatz entspannt angebunden stehen können – aber vielleicht auch noch grundlegendere Dinge wie das Verlassen der neuen Gruppe oder überhaupt einen Reitplatz unter freiem Himmel kennenzulernen.
Berücksichtige übrigens auch, ob es vielleicht Abläufe im Stall gibt, die ungewohnt sein könnten, die du aber üben kannst, um dem Stallpersonal ihren Job nicht unnötig schwer zu machen.

2. Welche Grundlagen sind für meine langfristigen Ziele nötig?
Das beinhaltet beispielsweise Muskelaufbau, um später regelmäßig problemlos reiten zu können, ebenso wie die Gewöhnung an neue Umgebungen oder der langsame Aufbau eines höheren Arbeitspensums.
Mache dir hier – im Zweifelsfall mithilfe deiner Ausbilderin – passende Pläne, die euch helfen, über die nächsten Wochen und Monate hinweg eine solide Basis aufzubauen.
Bei jungen, sehr sensiblen oder auch Pferden, die zum ersten Mal in ihrem Leben den Stall wechseln, können diese beiden Punkte durchaus mehrere Wochen dauern.

Denke also bei einem solchen Pferd mehr an ‚Gewöhnung‘ denn an ‚Auslastung‘.

Sei dir bewusst, dass ihr euch erst einmal kennenlernen müsst.

Nutze die ersten Wochen, um einen genaueren Eindruck von deinem Pferd zu bekommen:
  • Was fällt ihm leicht und was schwer?
  • Was macht er gern und wobei ist er unsicher oder überfordert?
  • Wie muss ich die Hilfengebung für dieses Pferd passend dosieren?
  • Welches Energielevel braucht er von mir meistens – eher aktivierend oder beruhigend?
Je besser du herausfinden kannst, wie genau dein neues Pferd ist und was du selber noch verbessern kannst, um ihm gerecht zu werden, desto leichter werdet ihr es in der Zukunft miteinander haben.

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Bei aller Vorbereitung – rechne dennoch damit, dass:

  • dein Pferd durch die Veränderungen (nicht nur des Ortes, sondern auch seiner Bezugsperson) erst einmal ganz anders sein kann als in seinem alten Zuhause
  • Du dich immer wieder auch überfordert fühlen wirst und feststellst, dass du manches doch noch nicht so souverän beherrschst, wie du bisher angenommen hast
  • Überhaupt: Dinge sich immer auch anders entwickeln können als erwartet


All das ist normal und überhaupt kein Problem. Überraschungen, Rückschritte und Tiefschläge wird es immer gehen – für jeden von uns. Überlege dir dann jeweils:
Was kann ich jetzt tun, damit es morgen, nächste Woche oder in einem Vierteljahr wieder besser geworden ist?


Entscheidende Hilfe sollte dir dabei auch der letzte Punkt sein:

Suche dir langfristige Unterstützung durch eine passende Ausbilderin.

Diese Person sollte euch beide individuell abholen und begleiten können, dich an die Hand nehmen, wo es nötig ist und über die Zeit der Zusammenarbeit hinweg dafür sorgen, dass sowohl deine eigenen Fähigkeiten als auch die deines Pferdes mehr und mehr zusammenpassen.
So entwickelt ihr euch langfristig zu einem guten Team, welches auch in 10 Jahren noch Freude am gemeinsamen Tun hat.

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Wo gehört der Pferdekopf hin und welche Halshaltung ist die beste?

Wo gehört der Pferdekopf hin? Welche Halshaltung ist die Beste? Diese und ähnliche Fragen werden mir regelmäßig gestellt, weswegen ich in diesem Blogbeitrag ausführlicher darauf eingehen möchte.

Ich beginne mit einem Vergleich, den jeder Pferdemensch schon einmal gehört hat: Der Hals des Pferdes ist seine Balancierstange. Stellen wir uns also einmal eine Seiltänzerin mit einem solchen Balancierstab vor. Die routinierte Tänzerin wird den Stab verhältnismäßig ruhig und gerade halten können.

Beobachten wir dagegen eine noch ungeübte Seiltänzerin, wird diese den Stab zum Ausgleich der Balance noch viel mehr benötigen und dementsprechend mehr bewegen. Wäre diese Tänzerin nun gezwungen, den Balancestab unter allen Umständen gerade zu halten, könnte er seine Funktion nicht mehr erfüllen und wäre ihr keine Hilfe mehr.

Auch wenn das Ziel ein ruhig und gerade gehaltener Stab ist, wäre die noch ungeübte Tänzerin nicht auf einmal ein Profi, wenn sie versucht, den Stab stets gerade zu halten, sondern hätte noch mehr Probleme sich auszubalancieren, als zuvor.

Was uns die Haltung des Halses über das Pferd sagt

Übertragen wir das Ganze wieder zurück aufs Pferd: Auch hier ist es Ziel, dass das Pferd in einer zunehmend konstanten Haltung bleiben kann.

Auch hier braucht es dazu die Voraussetzung, dass das Pferd ein so gutes Gleichgewicht mit der dazugehörigen Kraft entwickelt hat, einen bestimmten Rahmen auch tatsächlich halten zu können. Ebenso wie bei der noch ungeübten Seiltänzerin dürfen wir beim Pferd nicht mit dem Ziel beginnen, sondern müssen ihm erlauben, seine Balancierstange so zu nutzen, wie es der Gleichgewichtszustand erfordert.

Je schlechter das Gleichgewicht, desto wichtiger ist der Hals zum Ausgleich der Balance für das Pferd.

Grundsätzlich ist der Pferdehals für uns Menschen in erster Linie ‚Anzeiger‘: Als vorderer, frei im Raum beweglicher Teil der Wirbelsäule gibt er Aufschluss darüber, wie es um das Gleichgewicht im restlichen Pferdekörper bestellt ist. Ist ein Pferd beispielsweise noch recht schief, sodass sein Brustkorb zu einer Seite hin stärker rotiert, befindet sich auch die Wirbelsäule auf einer schrägen Achse, was zu einer asymmetrischen Halshaltung, bis hin zum Verwerfen im Genick, führen kann.

Oder passen der Schub der Hinterbeine und die Stabilität der Vorhand noch nicht zusammen, weil vielleicht der Rücken noch zu schwach oder verspannt ist oder die Hinterbeine ihre Aufgabe noch gar nicht übernommen haben, kompensieren viele Pferde das entweder durch ein Gehen über oder Verkriechen hinter dem Zügel.

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Die Halshaltung des Pferdes kann nicht isoliert betrachtet werden

In allen Fällen können wir zwar die Halshaltung isoliert bis zu einem bestimmten Grad irgendwie verbessern, der geübte Zuschauer, der gefühlvolle und erfahrene Reiter und vor allem aber das Pferd werden jedoch merken, dass das Gleichgewicht des Pferdes sich kein bisschen verbessert hat.

Vor das Dilemma gestellt, Hals und Kopf in einer Haltung zu behalten, die nicht zu ihrer aktuellen Balancesituation passt, werden die meisten Pferde sehr kreativ kompensieren – was über kurz oder lang zu Überlastungen an verschiedenen Stellen führt.

Zunächst einmal gehört der Pferdehals also dorthin, wo das Pferd ihn braucht.

Die eigentliche Sorge hinter den anfangs genannten Fragen ist aber die über die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen auf das Pferd, wie beispielsweise:

  • Ist eine Haltung schädlicher als die andere?
  • Geht mein Pferd zu sehr auf der Vorhand, wenn es den Hals lang und den Kopf tief trägt?
  • Schade ich seinen Vorderbeinen oder seinem Rücken, wenn es nicht versammelt ist?

In welcher Haltung geht mein Pferd am gesündesten und wie bekomme ich es möglichst zügig dorthin und kann es möglichst konstant dort halten?


Da der Hals wie bereits erwähnt in erster Linie als Anzeiger fungiert, ist es zur Beantwortung der Fragen also nötig, sich mit den grundlegenden Zusammenhängen im restlichen Pferdekörper zu befassen.

Zentraler Punkt ist hierbei der Pferderumpf, genauer der Brustkorb. Da dieser durch das Fehlen des Schlüsselbeins keine knöcherne Verbindung zu den Vorderbeinen hat, muss er aktiv gegen das Wirken der Schwerkraft gehalten werden. Und zwar umso mehr, sobald zum ohnehin schon recht hohen Eigengewicht des Rumpfes noch ein Sattel samt Reiter zu tragen ist.

Zum Erreichen von Tragfähigkeit reicht reine Muskelkraft nicht aus, sondern es ist eine gewisse positive Grundspannung der Faszien nötig. Das lässt sich vergleichen mit den Saiten beispielsweise einer Geige oder Gitarre: Sind sie zu locker, können sie keinen Ton erzeugen. Ist das Fasziengewebe eines Körpers zu locker, kann es seine stabilisierende Funktion nicht ausreichend erfüllen – worunter Gleichgewicht, Stabilität und Kraftübertragung leiden.

Das bedeutet zum einen, dass Pferde mit schwachem Bindegewebe damit größere Schwierigkeiten haben und mehr Vorbereitung benötigen. Ein Problem, welches sich übrigens inzwischen durch alle Rassen zieht: Vom Isländer über den Tinker bis zum Deutschen Sportpferd.

Zum anderen müssen Faszien im Training gezielt angesprochen werden. Der größte Unterschied zwischen Faszien- und Muskeltraining ist Variation vs. Repetition: Muskeln profitieren von der Wiederholung relativ gleichförmiger Bewegungen, Faszien dagegen von variierenden Abläufen. Das meint sich immer wieder ändernde Bewegungssituationen und dementsprechend sich ebenfalls (wenn auch manchmal nur minimal) ändernde Haltung.

Und wenngleich sie von gleichförmiger Benutzung profitiert, benötigt die Muskulatur ebenso regelmäßige Pausen, um nicht überfordert zu werden oder zu verspannen – ein weiterer Grund, die Haltung regelmäßig zu verändern.

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In diesem Sinne ist die beste Haltung deines Pferdes die nächste.

Sehr direkt vom Zustand des Brustkorbs betroffen ist unter anderem der Übergang von der Brust- zur Halswirbelsäule, der sogenannte CTÜ.  Um das Anheben des Rumpfs zu erleichtern, sollte dessen Winkel möglichst groß sein und bleiben.

(Auf die zahlreichen negativen körperlichen Auswirkungen eines dauerhaft gestauchten oder zu geschlossenen CTÜ-Winkels möchte ich an dieser Stelle gar nicht zusätzlich eingehen. Ebenso wenig darauf, wie sich ein hängender Brustkorb auf den kompletten Pferdekörper auswirken kann.)

Daraus ergeben sich grundlegend die folgenden Schritte in der Ausbildung und Entwicklung des gesunden Reitpferdes:

Zuerst lernt es, sich unverspannt in der Oberlinie langzumachen – es bewegt sich zwanglos und im Takt. In diesem Stadium muss ein Pferd noch nicht unbedingt über den Rücken gehen bzw. den Brustkorb aktiv heben können und es darf den Kopf bis dicht über den Boden fallen lassen.

Anschließend beginnen wir im Rahmen der Ausbildung das Pferd im Rumpf etwas anzuheben und auch mit den Hinterbeinen aktiver und gleichmäßiger schieben zu lassen. Daraus ergibt sich ein horizontaleres Gleichgewicht sowie der Beginn positiver Spannung: Das Pferd beginnt, die Losgelassenheit zu entwickeln, sich geradegerichteter zu bewegen und sich mehr nach vorn zu dehnen. Da sich das Pferd aus dem gehobeneren Rumpf heraus nach vorn streckt, ist die Anlehnung immer auch mit Becken und Oberschenkeln unter dem Sattel zu spüren: Das Pferd sucht die Anlehnung zur Hand und zum Sitz.

Ausgehend davon kann dann der Rahmen nach und nach sanft verkürzt werden – so viel, wie das Pferd sich vorn vermehrt tragen und aufrichten kann, im Genick nachgibt, ohne den Kontakt aufzugeben und insgesamt energetischer und kraftvoller wird.

In allen Phasen der Ausbildung – die fließend ineinander übergehen – muss der CTÜ geöffnet bleiben und das Pferd stets in der Lage sein, mit nach vorn zeigender Nase und ohne Verlust von Takt oder Losgelassenheit seinen Rahmen wieder zu ändern.

Um einordnen zu können, welche Halshaltung die aktuell passende und welche die als nächstes anzustrebende ist, ist es also neben dem Verständnis um die grundsätzlichen Zusammenhänge der Pferdebewegung nötig, zu wissen, an welcher Stelle der Ausbildung sich das jeweilige Pferd gerade befindet. Dazu kommen die individuell verschiedenen Exterieure aller Pferde.

So gibt es manch ansehnlich gebautes Pferd – mit breitem, genug hoch angesetzem und ansprechend langem Hals, guter Oberlinie und Beinlänge –, welches augenscheinlich die wesentlichen Kriterien erfüllt (Genick höchster Punkt, Nase vor der Senkrechten, Hinterhufe fußen in den Abdruck der Vorderhufe), aber im nächsten Übergang hölzern auf die Hilfengebung reagiert, zu abrupt wechselt, bei einem sanften Nachgeben der Reiterhand den Hals statisch weiter in der gleichen Position hält oder das Gleichgewicht völlig verliert und ins Eilen gerät. Diese Reaktionen lassen den Schluss zu, dass das Pferd auch vorher bereits weder losgelassen noch über den Rücken ging.

Das Beurteilen der Halshaltung ist also immer abhängig von Exterieur und Ausbildungsstand des Pferdes. 

Im Zweifelsfall gibt die Qualität eines Überganges (also der Änderung des Gleichgewichts – sei das die Gangart, das Tempo, die Linie, der Raumgriff oder die entsprechende Aufrichtung) mehr Aufschluss als statische technische Kriterien.

Bei allen bisherigen Gedanken dürfen wir zuletzt nicht vergessen, dass Lernen auch bei Pferden ein Prozess ist und Prozesse Zeit benötigen.

Zeit, in der sich nicht nur beispielsweise Muskulatur und Fasziengewebe den veränderten Belastungen anpassen können, sondern Zeit, in welcher das Können noch nicht ‚fertig‘ ist und deswegen immer wieder Fehler passieren, das Gleichgewicht verloren, wieder neu gesucht und gefunden wird.

Fassen wir also zusammen:

  • Die Position von Kopf und Hals des Pferdes zeigen an, wie es in diesem Moment um das Gleichgewicht des Pferdes bestellt ist. Sie ist abhängig von Exterieur und Ausbildungsstand einzuordnen.
  • Besonders in noch unsicheren Balancesituationen wird das Pferd den Hals noch verstärkt als Balancierstange benötigen. Aber auch fortgeschrittene Pferde profitieren von sich immer wieder mehr oder weniger deutlich ändernden Haltungen – vom gestreckteren Rahmen bis zur höheren Aufrichtung.
  • Die Antwort auf die Fragen nach der idealen Kopf-Hals-Position ist einfach und komplex zugleich. Sie hat aber in erster Linie mehr mit dem gesamten Pferdekörper als nur mit Kopf oder Hals zu tun und erfordert ein Wissen um die Grundlagen der Pferdeausbildung, denn kein Teil des Pferdes kann wirklich isoliert betrachtet werden.

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Was Training nicht kann

Der letzte Blogbeitrag hat deutlich gemacht, welche positiven Auswirkungen Bewegung und Training auf die Gesundheit des Pferdes haben können und sollten. Das bedeutet allerdings nicht,

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Was Training nicht kann

Der letzte Blogbeitrag hat deutlich gemacht, welche positiven Auswirkungen Bewegung und Training auf die Gesundheit des Pferdes haben können und sollten.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Training ein alleiniges Allheilmittel ist – denn es gibt noch andere, wichtige Faktoren, die langfristig Einfluss auf die Gesundheit des Pferdes haben.

 

An erster Stelle stehen hierbei Haltung und Fütterung des Pferdes

Jedes Pferd hat Anspruch auf artgerechte Haltung in einer Herde, mit ausreichend Platz für alle Pferde, genug Fressstellen, Liegeflächen, Witterungsschutz und auch der Möglichkeit, sich außer Sichtweite anderer Pferde zu begeben. 
 
Ebenso benötigt jedes Pferd eine gute Raufutterversorgung, ohne zu lange Fresspausen und es sollte auch in der Mineral- und Kraftfutterration weder unter- noch überversorgt sein.
Hat ein Pferd Hunger, kommt in der Gruppe nicht zur Ruhe, kann sich nicht oft genug hinlegen oder hat zu wenige Bewegungsmöglichkeiten am Tag, weil es beispielsweise vorrangig in einer Box steht, führt das langfristig zu Stress – mit allen möglichen gesundheitlichen Folgen.
 
 

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Ein Pferd, dessen Grundbedürfnisse nicht gedeckt sind oder das Schmerzen hat, ist nicht leistungsfähig

In so einer Situation kann das Training noch so gut sein, es wird den haltungsbedingten Stress nicht reduzieren können und auch die Trainingserfolge müssen ausbleiben, denn ein Pferd, dessen Grundbedürfnisse nicht gedeckt sind, ist nicht leistungsfähig.
 
Ein weiterer Faktor ist die medizinische Gesundheit des Pferdes, denn auch ein Pferd, welches Schmerzen hat, ist nicht leistungsfähig.
 
Da viele Pferde sehr leidensfähig sind, kommt es immer wieder vor, dass Probleme nicht erkannt und die Anzeichen (schlechter werdende Rittigkeit, Abwehrverhalten gegenüber bestimmten Übungen oder Ausrüstungsgegenständen) als unliebsames Verhalten abgetan werden.  Gerade wenn sich Verhalten oder Bewegungsqualität zum Schlechteren hin verändern, ist es dringend angesagt, die Ursache dafür zu finden. 
 
Hat ein Pferd Schmerzen, kann auch das beste Training langfristig wenig ausrichten.
Es muss stets die Ursache abgeklärt und behandelt werden, ehe in Absprache mit Tierarzt und Therapeut das Training wieder aufgenommen und angepasst weitergeführt werden kann.
 
Denn sind einmal irreversible Schäden, wie beispielsweise Arthrosen, entstanden, ist auch die beste Bewegung nicht in der Lage, diese wieder rückgängig zu machen – bei allen positiven Effekten, die gutes Training bewirken kann. Möglich ist dann lediglich, weiteren Verschleiß zu verhindern und kompensatorische Auswirkungen abzuschwächen. Das sollte bei bestehenden Befunden sogar höchste Priorität haben.
 

 

Nicht zu vergessen ist  auch die Ausrüstung des Pferdes

 Den größten Effekt hat hier oft der Sattel. Ist er zu eng oder zu weit, die Kissen zu hart oder der Schwerpunkt zu weit hinten, hindert er das Pferd am losgelassenen Gehen, denn es wird sich immer gegen unangenehm drückende oder gar schmerzhafte Stellen verspannen oder den Rücken wegdrücken, um dem Kontakt auszuweichen.
Und ohne Losgelassenheit ist keine korrekte Ausbildung des Pferdes möglich.
 

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Soviel gutes Training für dein Pferd bewirken kann – es ist nur ein Teil des Ganzen.


Eine gute Trainerin wird immer wissen wollen, welche Befunde ein Pferd bereits hat und wie es gehalten wird. Sie wird nach Schmerzanzeichen schauen und dich auf diese ansprechen und auch Bescheid geben, wenn es sinnvoll ist, Ausrüstungsgegenstände vom Fachmann prüfen zu lassen.

Wenn du möchtest, dass dein Pferd langfristig gesund wird und bleibt, stelle sicher, dass auch die anderen Faktoren abgedeckt sind.

Bilde dich dazu weiter und frage gern die Experten, die an deinem Pferd sind – Tierarzt, Therapeuten, Trainer, … – , um Rat, wenn es nötig ist. Dabei kannst du von deren Erfahrungsschatz und auch dem regionalen Netzwerk profitieren und dir so vielleicht den ein oder anderen aus Unwissenheit entstandenen Fehler ersparen.

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Was Training nicht kann

Der letzte Blogbeitrag hat deutlich gemacht, welche positiven Auswirkungen Bewegung und Training auf die Gesundheit des Pferdes haben können und sollten. Das bedeutet allerdings nicht,

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Wie du mit deinem Pferd ruhig und konzentriert arbeiten kannst

Um mit dem Pferd bei der Verbesserung von Bewegungsqualität, Gleichgewicht und Bemuskelung sichtbare Erfolge erzielen zu können, ist es notwendig, über einen Zeitraum von mehreren Monaten kontinuierlich gymnastizierend zu arbeiten.

So weit, so klar.

Was ganz simpel und nachvollziehbar klingt, erscheint mit manchem Pferd aber schier unmöglich, denn es ist schreckhaft, ständig abgelenkt und kann sich nicht konzentrieren – oder aber reagiert viel zu träge und zäh für konstruktives Arbeiten.

Um zu verstehen, welche Lösungsansätze es dafür geben kann, solltest du dir zuallererst bewusst machen, dass jede Einheit mit deinem Pferd aus drei Teilen besteht:

  1. Lösephase (Aufwärmen)
  2. Arbeitsphase
  3. Erholungsphase (Abwärmen)
Mit dem Fokus auf der Erarbeitung bestimmter Fähigkeiten oder dem Feilen an einzelnen Bewegungsabläufen – also den Inhalten vorrangig der Arbeitsphase – fällt die Lösephase schnell hinten runter. Und auch wenn das in der Regel unabsichtlich passiert, rächt es sich sofort, denn:
 
Die Lösephase entscheidet über Erfolg und Misserfolg der Arbeitsphase!
 
Sie dient nicht nur dem Erreichen körperlicher Zwanglosigkeit, sondern hat ebenso zum Zweck, das Pferd in einen ruhigen und aufmerksamen mentalen Zustand zu bringen. Nur in diesem Zustand können Pferde bewusst mitmachen und Neues lernen.
 
Das Aufwärmen sollte dem Pferd helfen, von ‚gemütlich Heu fressend und dann am Putzplatz erstmal ein bisschen Wellness genießen‘ zu erhöhter körperlicher Energie und Temperatur und wacher Konzentration zu kommen.
Ebenso wie es Pferden, welche überall nur Monster sehen, dabei hilft, von ihrer Aufgeregtheit und ihrem Stress genug herunterzukommen, um loslassen und auf uns achten zu können.
 

Anfangs – gerade bei jungen oder Korrekturpferden – kann dieser Prozess gut und gern ein paar Wochen lang die komplette Einheit in Anspruch nehmen, sodass du gar nicht mehr zur Arbeitsphase kommst.
(Dafür geht das Pferd in einem besseren Zustand aus der Einheit, als es hereinkam – das wichtigste Ziel ist also erreicht!)

Für eine erfolgreiche Lösephase ist es wichtig, mit den Anforderungen dort zu beginnen, wo das Pferd sich körperlich und psychisch gerade befindet und ihm dann aktiv zu helfen, in den angestrebten Zustand zu kommen.

  • Auch, wenn du dafür ganz woanders starten musst als ursprünglich geplant.
  • Auch, wenn das länger dauert als sonst.
  • Auch, wenn du neue Strategien finden musst, weil die, welche gestern noch so gut funktionierten, heute gar nicht mehr helfen.

Machst du dir das aber ganz stoisch zur Gewohnheit, wird es fürs Pferd immer selbstverständlicher, im Umgang mit dir körperlich und geistig ganz ‚da‘ zu sein und willig mitzumachen.

…und nach einiger Zeit brauchst du nur noch aufwärmen, um den Pferdekörper auf Arbeitstemperatur zu bringen – denn geistig ist es schon vollkommen anwesend.

Wenn ihr das erreicht habt, könnt ihr euch gemeinsam – dein Pferd und du – ins gemeinsame Tun vertiefen und Sternstundenmomente in Serie erleben.

Nun fragst du dich vielleicht, was du konkret für eine erfolgreiche Lösephase mit deinem Pferd tun kannst?

 

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Beginnen wir mit den aufgeregten, schreckhaften, überreagierenden Typen, die runterfahren müssen, um zuhören und loslassen zu können.
 

Zuallererst ist es wichtig, dass du den Zustand eines solchen Pferdes nicht übernimmst.
Beobachte, wie du in so einer Situation atmest:

Vielleicht sehr flach und nur oben in der Brust?
Hältst du vermehrt die Luft an?
Hast du eine hohe Atemfrequenz?

Übe ganz bewusst, ruhig und tief zu atmen.
Zähle beim Ein- und Ausatmen mit, damit Ein- und Ausatmen immer gleich lang dauern.
Atme in den unteren Rücken und den Bauch ein, und atme aus dem unteren Rücken und Bauch auch wieder aus.
Atme durch die Nase ein und aus.

Nimm auch wahr, ob du in solch einer Situation destruktives Kopfkino bekommst:
Siehst du vor deinem inneren Auge schon, was als Nächstes garantiert schief gehen wird?

Übe ganz bewusst, ein positives inneres Bild zu haben.
Dein Pferd ist ruhig und aufmerksam bei dir, geht gelassen in dem Tempo, was du anstrebst, reagiert fein und weich auf deine Hilfen, lässt sich fallen, lässt im Rücken los und atmet selber auch tief, ruhig und gleichmäßig.

Merke:
Je schwerer es dir fällt, Atmung und / oder Kopfkino positiv zu beeinflussen, umso wichtiger ist es, dass du daran arbeitest und es dir zur Normalität werden lässt!

Vielen aufgeregten Pferden hilft es außerdem, mit Berührungen zu arbeiten, also beispielsweise ruhiges Streicheln (mit der Hand oder auch mit der Gerte / Peitsche) an verschiedenen Stellen des Körpers, oder auch durch die Arbeit mit den Körperbandagen nach Linda Tellington-Jones.
Sie kommen oft besser runter, wenn wir einen relativ engen Rahmen vorgeben, was die Anforderungen angeht.
D.h. geduldig darauf beharren, dass ein bestimmtes (oft ruhigeres) Tempo gegangen wird, eine Linie eingehalten und nicht angehalten wird.
Bei der Bodenarbeit empfiehlt es sich, beim Longieren wenig Abstand zu haben oder gar zu führen, anstatt das Pferd 10 Meter vom Menschen entfernt aufgeregt herumdüsen zu lassen.

Halte ein aufgeregtes Pferde lieber nicht oder nur kurz an, sondern achte mehr darauf, dass es einen gleichmäßigen, ruhigen Schritt geht. Übergänge solltest du, wenn überhaupt, nur sehr auslaufend und nicht prompt anlegen.

Das andere Extrem sind dann die zu trägen Typen, die wenig oder sehr langsam reagieren und deswegen ein konstruktives Arbeiten schwer machen.

Auch in diesem Fall ist unser eigener Zustand wieder wichtig (seien wir ehrlich, wann ist er es nicht…), denn diese Pferde brauchen uns freundlich, geduldig, motivierend und liebevoll.

Und auch hier gilt:

Je schwerer dir das fällt, umso wichtiger ist es!

Da wir solche Pferde eher hoch- als runterfahren müssen, sind hier in der Regel viele Wechsel in den Anforderungen der Weg zum Ziel.
Also viele Übergänge, viele Linienwechsel, später auch stärker lösende Übungen wie Schenkelweichen.
Das Ganze kannst du gern mit immer mal wieder kurzen spielerischen Sequenzen spicken, in denen du einfache Dinge, die dein Pferd gern tut, abfragst – bei der Bodenarbeit beispielsweise Körpertargets, Arbeit mit einer einzelnen Bodenstange, Apportieren oder Ähnliches.

Da es darum geht, Aufmerksamkeit, Reaktivität und Energie des Pferdes hochzufahren, ist die Qualität der Ausführung erstmal noch nicht so wichtig, sondern der Fokus liegt auf ständigen Wechseln.
Das Qualitätskriterium kommt erst hinzu, wenn ihr realistisch in eine Arbeitsphase kommt, bei welcher das Pferd in einem aktiv arbeitsfähigen Zustand ist.

 

Mit diesem Gedankenanstoß und Vorschlägen zur Umsetzung entlasse ich dich jetzt zu deinem Pferd.

Wenn du dich noch ausführlicher mit dem Thema ‚Stress‘ beim Pferd auseinandersetzen möchtest, empfehle ich dir dazu das gleichnamige Video aus meinem Shop.

Meine konkrete und vor allem ganz individuelle Unterstützung dabei, nachhaltig in konzentriertes gemeinsames – und damit auch harmonischeres – Arbeiten zu kommen,  kannst du gern im Rahmen des Trainingspakets oder Onlinetrainings in Anspruch nehmen.

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Wie Bewegung die Gesundheit des Pferdes beeinflusst

Wir sind uns einig: Ziel guter Ausbildung und zielgerichteten Trainings ist es, das Gleichgewicht des Pferdes in der Bewegung grundsätzlich so zu verbessern, dass es durch unsere Anforderungen nicht zu Überlastungen durch Über- oder Unterforderung einzelner Körperteile und Strukturen kommt.

Doch die Auswirkungen können noch viel weiter gehen als nur die Pferdebeine gleichmäßiger zu belasten oder Tragfähigkeit für die Belastung durch einen Reiter zu erhalten.

Inwiefern sich Bewegung direkt oder indirekt auf die Gesundheit der Pferde auswirken kann, möchte ich dir jetzt anhand einiger Beispiele zeigen.

Denn es ist nicht nur wichtig, dass Pferde sich viel bewegen, sondern auch, wie sie das tun!

Das Training von Muskulatur und Faszien des Pferdes

Das Training von Muskulatur und Faszien erhöht beispielsweise den Tonus im gesamten Körper – ein wichtiger Punkt nicht nur für die generelle Tragfähigkeit, sondern speziell für die große Anzahl Pferde, die von Hypermobilität und schwachem Bindegewebe betroffen sind.

Faszientraining erhöht außerdem die Propriozeption und verbessert so die Koordination und Bewegungsintelligenz im Umgang mit unterschiedlichen Untergründen, Hindernissen oder Engstellen.

Das rhythmische An- und Abspannen der losgelassen arbeitenden Muskulatur funktioniert gleichzeitig als Pumpe für die Lymphflüssigkeit. Das verringert nicht nur Lymphstau (zum Beispiel an den unteren Gliedmaßen), sondern sorgt dafür, dass die Lymphe ihre Funktion als Teil des Immunsystems optimal erfüllen kann. So hat korrekte Bewegung direkten Einfluss auf die Abwehrkräfte deines Pferdes.

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Apropos Losgelassenheit:

Ist sie gegeben, führt sie zu einer ruhigeren und tieferen Atmung. Im Gegensatz zu untertourigen, gestressten oder verspannten Bewegungen kann dabei der Atemmuskel, das Zwerchfell, physiologisch arbeiten und die Lungentätigkeit uneingeschränkt stattfinden.

Das wiederum verhindert nicht nur langfristig Atemwegserkrankungen, sondern verbessert auch die Sauerstoffzufuhr im Blut.

Wenn das Zwerchfell, welches Herz und Lunge von den anderen Organen trennt, normal arbeitet, bringt es auch diese Organe in Bewegung, was wiederum deren Tätigkeit unterstützt. So spielt die Atmung eine große Rolle bei der Verdauungstätigkeit und daher bei der Prävention von Problemen wie Koliken, Blähungen oder Kotwasser.
Bei einem dauerhaft abgesunkenen Brustkorb, der sogenannten Trageerschöpfung, steht dagegen das Zwerchfell dauerhaft unter Zug – gesunde Atmung ist so nicht möglich.

Problem Trageerschöpfung

Zusätzlich ist bei einer Trageerschöpfung der Winkel des sogenannten CTÜ (der Übergang zwischen Hals- und Brustwirbelsäule) dauerhaft verkleinert, was zu Einschränkungen der um- und darunterliegenden Strukturen führen kann: Der Speiseröhre, der Luftröhre, der Arterien und Venen oder auch größeren Nervengeflechten. Das wiederum kann zu Taubheitsgefühl in den Vorderbeinen und dadurch entstehenden Lahmheiten führen.

In diesem Sinne hilft ein stabiler Rücken nicht nur beim Tragen eines Reiters, sondern auch dem ungerittenen Pferd.

Und diese Zusammenhänge sind erst der Anfang! Es ist nun nicht wichtig, dass du alle Details mit ihrer lateinischen Bezeichnung und bis auf Zellebene kennst und verstehst. Entscheidend ist es, zu wissen, dass es sie gibt, dass alles im Körper miteinander zusammenhängt und sich gegenseitig beeinflusst – und die Qualität der Bewegung großen Einfluss darauf hat, ob diese Auswirkungen positiv oder negativ sind.

Dafür müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Bewegung sollte regelmäßig und planvoll über einen längeren Zeitraum stattfinden. In dem Wissen, dass beispielsweise Sehnen und Bänder 6 Monate brauchen, um sich an veränderte Belastung anzupassen, ist ein Jahr ein guter Mindestzeitraum.
  • Wir müssen dafür sorgen, täglich eine ruhige und konzentrierte Arbeitsatmosphäre herzustellen, denn nur so ist ein Erreichen von Losgelassenheit möglich.
  • Und natürlich muss das Training kompromisslos auf das Erreichen und Erhalten dieser gesunderhaltenden Aspekte ausgerichtet sein!

All diese Effekte können – ja, sollten! – bereits bei der Arbeit an den Grundlagen erreicht werden, also in allen Gangarten auf einfachen, großen Linien.

Nicht nur mit ehrgeizigen Ambitionen oder hohen Ansprüchen lohnt es sich also, im Sinne des gesunden Pferdes, Zeit und Energie in gutes Training zu investieren.

 

Eure Wiebke

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Wie du dein Pferd garantiert kaputt bekommst

Hinweis: Dieser Blogbeitrag enthält Spuren von Ironie.

Mentaltraining ist heutzutage in aller Munde. Jeder weiß, dass es bei der Bewältigung von Herausforderungen persönlicher, beruflicher, sportlicher, künstlerischer und zwischenmenschlicher Art eine große Hilfe sein kann. Was und wie ich denke, welchen Gedankengängen ich Raum gebe und welchen nicht – all das entscheidet über die Erfolgswahrscheinlichkeit meines angestrebten Ziels.

Aber ist dir bewusst, dass das genauso für den gesundheitlichen Zustand deines Pferdes gilt?

Vielleicht fragst du dich, warum alle Pferdebesitzer:innen um dich herum immer wieder mit körperlichen Schäden bei ihren Vierbeinern zu tun haben:

Ein Sehnenschaden hier, eine Spatdiagnose dort, der Fesselträgerschaden, wiederkehrende Koliken, die Hufrollenentzündung, ständige Magenprobleme, chronische Atemwegsprobleme oder Arthrosen in den Gelenken der Vorderbeine oder den Halswirbeln.

Die Antwort liegt auf der Hand: Es ist alles eine Frage der richtigen Einstellung!

Wenn du dich bei den Reiter:innen deines Umfelds mit einreihen möchtest, findest du hier garantiert erfolgreiche Tipps:

Es reicht nämlich völlig aus, wenn du folgende – und ähnlich lautende – Gedankengänge so lange regelmäßig wiederholst, bis sie dir in Fleisch und Blut übergegangen sind: 

  • ‚Ich entscheide jedes Mal spontan, was wir machen‘  

  • ‚Regelmäßig an eher simplen Dingen zu üben, ist mir zu langweilig – ich möchte lieber machen, was mir Spaß macht‘

  • ‚Der ist jetzt schon 11, deswegen habe ich jetzt einfach mal angefangen, ein bisschen Traversalen zu üben‘

  • ‚Ich schaffe es nur 2x pro Woche, richtig etwas mit meinem Pferd zu machen – wegen [hier nach Belieben ein 2. Hobby, die Familie, den Job, … einsetzen]‘ 

  • ‚Ich möchte mich nicht permanent mit Dingen auseinandersetzen müssen, die mir schwer fallen‘  

  • ‚Übergänge und Konditionstraining sind irgendwie öde. Wann können wir endlich an der Versammlung arbeiten und uns mit Seitengängen, Kontergalopp und Co befassen?‘ 

  • ‚Ja ok, sie bekommen nur zweimal am Tag einen kleinen Haufen Raufutter und der staubt auch meistens ganz schön, aber weiter als 15 Minuten mag ich nicht in den Stall fahren. Außerdem sind die Trainingsbedingungen hier so schön‘

  • ‚Wie bekomme ich es hin, dass er den Kopf unten lässt?‘ 

  • ‚Ich wähle das Tempo immer so, dass es sich für mich gut anfühlt‘

  • ‚In dem Stall, wo sie als Jungpferd stand, waren die Paddocks jetzt nicht sonderlich groß, dafür konnte ich aber mehrmals pro Woche bei ihr sein und gleich von Anfang an eine enge Bindung zu ihr aufbauen‘

  • ‚Der zickt jedes Mal beim Gurten. Rechte Hand läuft er auch schlechter, und links macht er beim Angaloppieren erstmal einen kleinen Buckler, aber danach geht’s dann. Der ist schon immer so.‘

Je nachdem, wie stabil der Körper deines Pferdes gebaut und wie stark sein Charakter ist und auch wie seine bisherige Vergangenheit aussah, kann es bis zur ersten größeren Diagnose durchaus einige Jahre dauern.

Machst du nach der ersten Diagnose und dem Verstreichen der nötigen Zeit zur Rekonvaleszenz weiter wie bisher, verkürzt sich erfahrungsgemäß der Zeitraum bis zur nächsten Diagnose deutlich.

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Jetzt aber mal im Ernst:

Fühlst du dich bei manchen der oben genannten Punkte vielleicht ertappt?

Keine Sorge, damit bist du nicht allein – das ging jedem von uns auf seinem Weg mit den Pferden schon einmal so. 
Wichtig ist jetzt, dass du dieses unangenehme Gefühl zum Anlass nimmst, etwas genau in diesem Bereich zu ändern!

Das kann bedeuten, Ziele realistischer zu formulieren – sodass sie besser zu den Bedürfnissen deines Pferdes, aber auch deinen Lebensumständen passen –, sich Wissen in einem bestimmten Bereich anzueignen oder auch die eigene Einstellung zu manchen Themen zu überdenken.

Denn ungünstigerweise sind die oben aufgeführten Gedanken Ausdruck von ganz oder teilweise

  • fehlendem Bewusstsein für die körperlichen und psychischen Bedürfnisse des Pferdes
  • nicht vorhandenem Verständnis davon, wie Lernprozesse ablaufen müssen, um eine erfolgreiche Weiterentwicklung bewirken zu können
  • fehlendem Überblick über eine gesunde und nachhaltige Pferdeausbildung
  • mangelnder Kenntnis grundlegender Trainingsprinzipien

Du weißt nicht, wo und wie beginnen?

Gern helfe ich dir im Rahmen des Trainingspakets oder des Onlinetrainings dabei, dein Wissen zu erweitern und an den entscheidenden Stellschrauben zu drehen, um eure Entwicklung voranzubringen und dein Pferd dabei langfristig gesund zu erhalten!

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Ein Plädoyer für die grundlegendsten Bahnfiguren

Heute möchte ich eine Lanze brechen für die ganz grundlegenden und „einfachen“ Bahnfiguren: Ganze Bahn, Zirkel und Durch die Ganze Bahn Wechseln.

Für viele Reiter gehören diese Figuren zum Repertoire der Reitanfänger oder vielleicht noch ganz an Anfang und Ende einer Einheit. Doch sobald ‚richtig‘ geritten wird, beschäftigt man sich mit anspruchsvolleren Bahnfiguren und Lektionen – vielleicht auch, um sich von den Experten an der Bande nicht vorwerfen lassen zu müssen, gedankenlos Runden zu schrubben.

So abgetan zu werden, wird ihnen aber bei Weitem nicht gerecht. Was wäre, wenn du nur mithilfe dieser Hufschlagfiguren dein eigenes Können und die Bewegungsqualität deines Pferdes spürbar verbessern könntest? Ein großer Vorteil der grundlegenden Bahnfiguren ist die relativ gleichförmige Linienführung und dass etwaige Änderungen nicht sehr schnell aufeinanderfolgen. Das bietet dir die Möglichkeit, dich in Ruhe auf ein bis zwei Aspekte zu konzentrieren – insbesondere, wenn du schnell einen Knoten in Kopf oder Körper bekommst oder dich manchmal fragst, wie du ein Schulterherein gut balanciert hinbekommen sollst, wenn es schon so anspruchsvoll ist, einen Zirkel in gutem Gleichgewicht zu reiten (und ja, ein gut gerittener Zirkel IST schwer!).

Solche Aspekte können sein:

1. Deine Atmung beim Reiten

Insbesondere wenn du oder dein Pferd (oder beide) dazu neigt, unsicher oder ängstlich zu sein, ist der Fokus auf die Atmung ein wesentlicher Baustein für mehr Ruhe und Sicherheit. Die Atmung ist unsere einzige Möglichkeit, auf das vegetative Nervensystem einzuwirken, dessen Funktionen (wie beispielsweise Steuerung von Herzfrequenz und Verdauung) ansonsten von uns nicht bewusst steuerbar sind. Unter Stress, Unsicherheit und Angst führt das automatisch zu körperlichen Reaktionen, die Losgelassenheit und Vertrauen in dich selbst und dein Pferd schwer bis unmöglich machen.

Und dass ein Pferd auf einen angespannten Reiter immer mit eigener Anspannung und Unsicherheit reagiert, ist dir sicher klar.

Ist das also immer mal wieder Thema in deiner Reiterei, kannst du die einfachen Bahnfiguren nutzen, um dich voll und ganz darauf zu konzentrieren, bewussten Einfluss auf die Qualität deiner Atmung zu nehmen, zum Beispiel folgendermaßen:

  • gleichmäßige Atmung
  • ruhige Atemfrequenz
  • tiefes Ein- und Ausatmen
  • tiefe Atmung bei gleichzeitigem Erhalt der Körperspannung

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2. Dein Sitz im Sattel

Neben der Atmung gibt es noch unzählige andere Dinge, die jeder Reiter an seinem Sitz verbessern kann – egal, wie lange du schon reitest und auf welchem Niveau du dich befindest.

An erster Stelle sollte natürlich die Korrektur stehen, an welcher du aktuell mit deiner Trainerin bearbeitest. 

Zusätzlich dazu habe ich noch ein paar Vorschläge für dich:

  • Achte darauf, ob es dir gelingt, dauerhaft im Gleichgewicht zu bleiben. Das bedeutet beispielsweise: beide Sitzbeinhöcker sind durchweg gleich belastet; beide Hüften befinden sich auf gleicher Höhe, beide Knie befinden sich auf gleicher Höhe und du fällst weder nach vorn noch nach hinten.
  • Übe das Reiten mit verschiedenen Bügellängen: Vom tiefen Sitz mit elastisch-langen Bein bis zum leichten Sitz mit ganz kurzen Bügeln. Achtung: Auch bei langer Einstellung der Bügel, sollte dein Bein im Kniegelenk noch etwas gebeugt sein!
  • Übe, dauerhaft aufmerksam in deinen und den Körper deines Pferdes hineinzuspüren, um jede Änderung wahrzunehmen.
  • Übe, deine Hilfengebung noch mehr zu differenzieren, indem du jede Einwirkung rechtzeitig und konzentriert vorbereitest und deinen eigenen Körper – insbesondere von den Knien bis zum Rumpf – stärker in die Pflicht nimmst, präzise zu arbeiten.
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Gerade Vorwärts an der kurzen Seite

3. Der Takt von dir und deinem Pferd

 Damit kommen wir zu Themen, die mehr auf das Pferd fokussiert sind: Ein gleichmäßiger Takt hilft nicht nur beim Erreichen und Erhalten der Losgelassenheit, sondern ist bereits ein erster Schritt zur Geraderichtung.

  • Achte darauf, sowohl auf der Geraden als auch in jeder Wendungen, einen gleichmäßigen Takt beizubehalten.
  • Finde heraus, wie flach oder tief die Ecken sein können, ohne dass ihr den Takt verliert.
  • Verkürze den Raumgriff in Wendungen minimal und erweitere ihn auf gerade(re)n Linien wieder etwas, ohne den Takt zu verlieren.

4. Die halbe Parade

Als eins DER wirkungsvollsten Tools in der Pferdeausbildung kann man Halbe Paraden eigentlich nicht zu oft durchführen. Sie bereiten jeden Übergang, jeden Wechsel in eine Lektion vor und verbessern die Tragkraft jedes Pferdes.

  • Achte darauf, in den Halben Paraden im Sitz nicht schief zu werden.
  • Achte darauf, dass der Pferderumpf in der Halben Parade nicht schief wird.
  • Achte darauf, dass der Pferderumpf in der Halben Parade dir unter dem Sattel spürbar etwas entgegenkommt.
  • Achte darauf, in der Halben Parade den Takt nicht zu verlieren.
  • Übe, deine eigene Körperspannung in der Halben Parade beizubehalten bzw. idealerweise noch etwas zu erhöhen, ohne dabei hart oder fest zu werden.
  • Übe, dein Zügelmaß der zunehmenden Aufrichtung deines Pferdes angemessen anzupassen, ohne zu viel Druck entstehen zu lassen oder den Kontakt zum Pferdemaul zu verlieren.
 
Halbe Parade in der darauffolgenden Ecke

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Beginnendes Aufrichten beim Antrainieren nach mehrmonatiger Krankheitspause

5. Die Übergänge

Auch in den Übergängen – sowohl nach unten als auch nach oben – kannst du darauf achten, dass

  • ihr beide nicht schief werdet
  • der Pferderumpf oben bleibt
  • das Pferd nicht ins Stocken kommt und kurzzeitig den Takt verliert
  • du weder ins Ziehen noch ins Schieben oder Drücken kommst, um die Gangart zu wechseln, sondern die Hilfen in erster Linie aus deinem Rumpf kommen und so Kopf, Hals und Rücken in ihren Bewegungen nicht gestört werden.

Dabei können Übergänge auch erstmal etwas länger dauern, sofern euch das hilft, sie in einer besseren Qualität – ohne Verlust von Takt, Losgelassenheit oder Anlehnung – durchzuführen.

Steigern kannst du das Ganze später durch das Reiten verschiedener Tempi, vor allem in Trab oder Galopp, mit denselben Ansprüchen und dann durch Übergänge, die eine Gangart überspringen, wie beispielsweise Trab-Halt oder Schritt-Galopp.

 

6. Geraderichtung deines Pferdes

Nicht zuletzt kannst du das Reiten auf großen einfachen Linien nutzen, um den Pferderumpf geradezurichten.

Bei jedem Schritt, Tritt oder Sprung kannst du üben, den Pferderumpf etwas stärker von der händigen Seite hin zur hohlen Seite schwingen zu lassen, bis sich dein Pferd unter dir auf beiden Händen gerader anfühlt und die Linien konstanter halten kann.

Achte darauf, dabei selber immer gerade und mittig sitzenzubleiben sowie Zügel und Bein nur minimal einzusetzen.

 Wie du siehst, können je nach Ausführung, damit alle Punkte der Ausbildungsskala – inklusive der vorher nötigen Zwanglosigkeit – zumindest in ihren Anfängen abgedeckt werden: Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung und Versammlung. Während es für den Betrachter an der Bande vielleicht weiterhin nur nach ‚ein bisschen außen rum reiten‘ aussieht.

Mach es dir also nicht unnötig schwer, indem du dich zu Abfolgen zwingst, die euch aktuell noch überfordern, sondern nimm dir die Zeit, anhand der grundlegenden Bahnfiguren eure Fähigkeiten in den Grundgangarten zu verbessern. 

Je souveräner dir die Ausführung gelingt, desto leichter ist dann der Schritt zu kleineren gebogenen Linien, schneller aufeinander folgenden Bahnfiguren und später Lektionen wie den Seitengängen.

Geraderichten des Rumpfs auf gerader Linie

Fazit:
Durch das Reiten von Ganzer Bahn, Zirkel und Durch die Ganze Bahn Wechseln kannst du enorm viel für eure gemeinsame Entwicklung tun!

Außerdem hoffe ich, dass du dir auch anderen Reitern gegenüber nun bewusst bist, dass auch wer ‚immer nur Zirkel reitet‘, vielleicht ganz aufmerksam daran arbeitet, ihr Gleichgewicht gemeinsam mit ihrem Pferd qualitativ zu verbessern. 

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