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Wieviel Abwechslung braucht mein Pferd?

Du fragst dich, ob dein Pferd mehr Abwechslung braucht, ob euer Pensum zu eintönig ist und woher du aber weißt, was das richtige Maß ist? Dann ist dieser Blogbeitrag für dich.

Um zu einer Antwort zu gelangen, solltest du zuerst herausfinden, warum du dir diese Frage überhaupt stellst.
Hast du Sorge, dass dein Pferd langfristig seine Motivation verliert oder wirkt es bereits unmotiviert?
Möchtest du gern viele verschiedene Dinge mit deinem Pferd tun, die den Rahmen einer 7-Tage-Woche sprengen, dabei aber den roten Faden nicht verlieren?
Oder bist du selbst diejenige, die sich wiederholende Tätigkeiten schnell öde findet und sich deshalb nach mehr Abwechslung und Spaß sehnt?

Ich empfehle dir, dem in Ruhe auf den Grund zu gehen, denn die Lösungsansätze sehen unterschiedlich aus.

Abwechslung für mehr Motivation beim Pferd?

Wenn du in dem Dilemma ‚Entweder ein gesund gymnastiziertes oder ein motiviertes Pferd?‘ steckst, dann schau unbedingt in meinen anderen Blogbeitrag genau zu diesem Thema rein: Was du tun kannst, wenn dein Pferd keine Freude am Training hat.

Nimm außerdem Rücksicht auf den Typ deines Pferdes:
Gerade unsichere Pferde profitieren sehr von Routinen. Gleichbleibende Abläufe vermitteln ihnen Sicherheit, während Abwechslung sie schnell überwältigen kann. Hier gilt es, Abweichungen von Routinen wohlüberlegt und in kleinen Schritten zu etablieren, bis sie über die Jahre hinweg souveräner werden.

Im Gegensatz zu solchen Beamten gibt es auch Entdecker-Typen, die große Freude an Neuem und Herausforderungen haben und bei Bekanntem schnell abschalten. Diese Pferde müssen dennoch langfristig lernen, sich auf dich und wiederkehrende Tätigkeiten einzulassen, um langfristig gesund zu bleiben. Dazu im nächsten Absatz mehr.

Und nicht zuletzt darf es nicht deine Aufgabe sein, deinem Pferd Abwechslung von seinem Alltag bieten zu müssen. Das Pferdeleben findet größtenteils ohne dich statt, das heißt die Haltung sollte deinem Pferd Möglichkeiten bieten, wo und wie es sich bewegen und beschäftigen kann. Gleichzeitig muss es auch selbst entscheiden dürfen, was es wann und wo gern tun möchte: Essen, Schlafen, Knabbern, Rennen, Beobachten, wettergeschützt oder mitten im Regen stehen, …

Solltest du Abwechslung brauchen, weil dein Pferd den Rest des Tages keine andere Möglichkeit hat, als sich die Beine in den Bauch zu stehen, muss die Haltung geändert werden und nicht das Training.

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Die Woche ist zu kurz für alles, was ich gern mit meinem Pferd tun möchte!

Kurz gesagt: Ja, ist sie.
Du musst also Prioritäten setzen, was wiederum bedeutet, dass manches erst einmal nicht geht.

Hierzu möchte ich ein bisschen ausholen und kurz aufzeigen, was die Frage nach Abwechslung für das Pferd bedeutet, vor allem aus trainingsphysiologischer Sicht.

Für alles, was wir mit einem Pferd tun wollen – auch wenn Reiten nicht dazugehört –, müssen wir es ausbilden und trainieren, damit es dafür belastbar wird und bleibt. Das betrifft Muskeln und Faszien genauso wie Sehnen, Bänder und Knochen.
Das Training von Muskeln braucht Wiederholung, das von Faszien Variation, alle Strukturen benötigen regelmäßige Regeneration, um sich anpassen und stärker werden zu können, aber wenn die Pausen zwischen der Belastung zu groß sind, findet keine Verbesserung statt.
Dabei gilt grundsätzlich: Entweder ich trainiere und erhalte oder verbessere diese Belastbarkeit – oder der Körper wird wieder schwächer.
Du merkst: Regelmäßigkeit ist unerlässlich, wenn du ein lange gesundes Pferd haben möchtest. (Deswegen müssen das auch die oben erwähnten Entdecker-Typen lernen.)

Wenn du also deine Woche(n) planst, liegt der erste Schwerpunkt auf der Belastung, die dein Pferd im aktuellen Ausbildungsstand braucht.
Das sollte dann 3-4x pro Woche stattfinden. Dabei darf das Setting unterschiedlich sein: Vielleicht kannst du es an der Longe genauso üben wie geritten, im Gelände genauso wie auf dem Platz?
Manche Dinge lassen sich durchaus auch kombinieren, gerade wenn sie nur im Schritt stattfinden. So kannst du mit Handarbeit oder einem Spaziergang aufwärmen und anschließend Freispringen, Reiten oder Ausdauertraining an der Longe dranhängen.

Lass am besten immer einen Tag frei für eure Seelen, insbesondere wenn du meistens wenig Zeit hast und diese dann fokussiert nutzen musst. An diesem Tag macht ihr nichts körperlich anstrengendes, sondern das, worauf ihr spontan Lust habt: Wellness, Clickertraining, ein bisschen planlos frei über den Platz schlendern, …
Überprüfe etwa alle 2 Monate die aktuelle Priorisierung – gern mithilfe deiner Ausbilderin – und passe dann den Schwerpunkt und die Wochenplanung entsprechend an.

Auch den mentalen Aspekt dürfen wir nicht vergessen:
Gerade die gymnastizierende Arbeit auf dem Platz kommt dir vielleicht schnell eintönig vor. Dabei bringt gerade der Fokus auf den Takt mehrere Vorteile mit sich: Er hilft bei der Konzentrationsfähigkeit – die Pferde rittiger und abgeklärter macht – und dabei, zur Ruhe zu finden.

Wenn ihr also beispielsweise taktmäßige Bahnfiguren im Trab geht, trainierst du dein Pferd mental, während die Muskeln ihre Wiederholungen und die Faszien durch die wechselnden Linien ihre Variationen haben.
Ganz schön viele Fliegen mit einer erstmal langweilig wirkenden Klappe!

Für mehr Inspiration dazu schau dich gern mal in meinen anderen Blogbeiträgen um. Hier findest du Tipps für den Takt, Grundsätze für ein erfolgreiches Training oder auch Fehler, die du in der Ausbildung vermeiden solltest.

Mir ist das zu langweilig!

Damit kommen wir zur letzten Möglichkeit: Du wünschst dir die Abwechslung vor allem für dich selbst.
Wenn das bei dir der Fall ist, musst du dir folgendes bewusst machen:

Wie bereits oben erwähnt, sind wir dafür verantwortlich, unser Pferd für das, was wir mit ihnen tun wollen, belastbar zu machen und zu erhalten.
Wie viele komplexe Fähigkeiten dauert es auch bei der Pferdeausbildung und beim Reiten viele Jahre, um annähernd gut zu werden. Da wir es nicht mit einem Klavier oder einem Tennisschläger zu tun haben, sondern mit einem Lebewesen, ist das Ganze noch komplexer. Daher hört man oft – zu Recht –, dass ein Menschenleben nicht ausreicht, um darin gut zu werden.
Es gilt für uns dasselbe wie für die Pferde: Entweder wir werden besser oder wir werden schlechter.

Besser werden erfordert sehr viel Konzentration, denn wir müssen bewusst aus den Mustern aussteigen, die unser Gehirn gespeichert hat.
Wenn du etwas tust und dabei die Gedanken schweifen lässt, verfestigst du nur deine aktuellen Muster.

Also ja, Ausbildung und auch Gesunderhaltung deines Pferdes müssen anstrengender sein als du vielleicht dachtest. Aber das bedeutet nicht, dass du nicht auch hier Kompromisse finden kannst:
An deinem Sitz arbeiten kannst du auch im Gelände – und baust dort bewusst konzentrierte Phasen für dich ein, während zu andere Phasen wieder einfach nur genießt.
Oder ihr wechselt immer ab: Einen Tag konzentrieren und verbessern, den nächsten Tag einfache Sachen tun, bei denen du wenig nachdenken musst. Damit hast du gleich auch die Regeneration für dein Pferd mit drin.

Vielleicht stellst du fest, dass du wirklich so überhaupt keine Lust hast, dich damit auseinanderzusetzen und dich anzustrengen.
Vielleicht soll das Pferd für dich ausschließlich nur Entspannung bedeuten.
Das ist ok und es ist gut, wenn dir das bewusst wird.
Du musst dann aber deinem Pferd gegenüber fair sein:
Du kannst es regelmäßig von einer guten Ausbilderin arbeiten lassen, damit es lange belastbar und gesund bleibt. Das bedeutet aber mindestens 2 Tage Beritt pro Woche.
Du kannst bis auf Spaziergänge und ein bisschen Clickertraining alles sein lassen. Dann ist die Belastbarkeit weniger wichtig als wenn du weiterhin longieren, springen oder ausreiten möchtest. Für die meisten Pferde reicht das allerdings heutzutage zur Gesunderhaltung nicht aus.
Du kannst dir eine engagierte Reitbeteiligung suchen, die das Trainieren und Vorankommen mit dem Pferd an deiner Stelle übernimmt. Das kommt nicht an das Können eines Ausbilders heran, aber die RB und dein Pferd können dabei viel Freude haben. Wichtig ist nur, dass sie von dir auch die Freiheiten bekommt, die sie dafür braucht. Mit einem Tag pro Woche ist das nicht getan.
Oder du musst dir vielleicht wirklich eingestehen, dass die Bedürfnisse eines Pferdes und deine Erwartungen an das Pferdebesitzerdasein nicht kompatibel sind und daher ein neues Zuhause für dein Pferd und ein anderes Hobby für dich doch die bessere Lösung ist.

Zu welchem Schluss auch immer du kommst: So lange die Lösung deinem Pferd gerecht wird und  für dich funktioniert, brauchst du kein schlechtes Gewissen zu haben.

 

Abwechslung gar nicht so wichtig wie gedacht

Wir stellen also fest: So schrecklich wichtig, wie du vielleicht dachtest, ist Abwechslung gar nicht unbedingt und sie kann je nach Anspruch, Möglichkeiten und Pferdetyp auch verschieden aussehen.
Ich wünsche dir, dass du herausfindest, wo bei dir und deinem Pferd hier der sprichwörtliche Hund begraben liegen könnte und du davon ausgehend eine gute Lösung für euch findest.

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Schwanger – und was macht mein Pferd?

Eine große Veränderung in deinem Leben steht an: Du erwartest ein Kind.
Du weißt, dein Körper wird sich über die nächsten Monate durch Schwangerschaft und Geburt verändern und dann wartet ein ganz anderer, neuer Alltag mit deinem Neugeborenen auf dich.
Vielleicht hast du auch schon von Anfang an immer wieder körperliche Beschwerden, die dir diese Grenzen jetzt schon aufzeigen. Du musst ständig essen, damit dir nicht dauerübel ist und dir geht schon nach 10 Treppenstufen die Puste aus.

Gleichzeitig bist und bleibst du aber auch Pferdebesitzerin und möchtest dieser Verantwortung weiterhin gerecht werden.

Wie kann das aussehen, wenn du dich in nächster Zeit erstmal mehr um dich und dann deinen Säugling kümmern musst?

Beritt, kein Beritt…?

Eine erste Idee könnte sein, dein Pferd für mehrere Monate in Beritt zu geben.
Dort wäre es voll versorgt, sein Pensum könnte erhalten bleiben und es entwickelt sich dabei sogar noch weiter.
Wenn du eine Ausbilderin hast, deren Arbeit du gut genug kennst und der du vertraust, ist das eine Möglichkeit, die Verantwortung für dein Pferd vorübergehend abzugeben.
Vielleicht hast du aber niemanden, deine Trainerin kann keine Berittpferde aufnehmen oder der einzige Ausbildungsstall, der infrage käme, liegt so weit weg, dass du dein Pferd nicht besuchen könntest und das möchtest du nicht. Aber selbst wenn du eine Ausbilderin hast, bei der alles passen würde, ist Beritt immer eine hohe finanzielle Belastung und das kannst du dir vielleicht einfach nicht leisten.

Dewegen hier ein paar Anregungen, wie du deinem Pferd auch ohne Vollberitt bis nach der Geburt gerecht werden kannst:

Zuallererst: Das Pensum wird sich ändern und das ist ok. Es ist nur vorübergehend und die meisten Pferde kommen damit gut klar.
Achte vor allem auf deinen Körper und mach das, was geht, so lange es geht. Jede Schwangerschaft ist individuell, von daher ist es egal, ob andere mit ihren Pferden noch viel länger viel mehr machen können oder sich zugetraut haben.
So lange du dich dabei sicher fühlst, deinem Pferd nicht zu schwer wirst und aus medizinischer Sicht nichts dagegen spricht, kannst du ruhig auch noch reiten.
Akzeptiere, dass du Fitness verlierst und deine Hilfengebung durch das Weichwerden der Muskulatur schwammiger wird.
Überlege dir immer wieder neu, was noch möglich ist, was nicht mehr und wie eure Einheiten deswegen jetzt aussehen können.
Vielleicht hattest du noch nie so Recht Zeit und Muße für die Arbeit an der Hand? Dann könntest du jetzt mit den Grundlagen im Schritt (und Trab – je nachdem, was geht) beginnen und auf eine neue Art und Weise Geraderichtung und Tragfähigkeit verbessern. Daran könntet ihr auch anknüpfen, wenn ihr in ein paar Monaten das Pensum wieder hochfahren könnt.
Du kommst beim Longieren nicht mehr richtig mit? Dann könntest du die Longe länger lassen, auf größerer Entfernung arbeiten, dabei deine Hilfengebung und dein Timing präzisieren und dir Stangen, Kegel und Dualgassen als Unterstützung dazu nehmen.
Und wenn körperlich gar nichts mehr geht, ist immer Kopfarbeit noch eine Option:
Ihr könnt mit dem Clickertraining starten, du kannst dir dabei helfen lassen, deinem Pferd ein paar simple Tricks beizubringen oder Medical Training zu machen, wenn dein Pferd Angst vor Spritzen hat oder keine Maulspritze nimmt.
Bei allem, was ihr tut, lernt ihr mehr, entwickelt euch weiter und vertieft eure Beziehung. Das wird sich auch nach der Pause positiv bemerkbar machen.

Wenn du dich dann von der Geburt erholt hast und zuhause langsam eine neue Routine findest, kannst du auch mit deinem Pferd eine neue Routine finden und Schritt für Schritt euer Pensum wieder hochfahren.

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Vielleicht hast du aber ein Pferd mit MIM (bisher PSSM2), einer Stoffwechsel- oder Gewichtsproblematik und kannst das Pensum daher nicht zu weit reduzieren ohne negative gesundheitliche Folgen für dein Pferd.

Dann solltest du unbedingt andere Personen mit einbeziehen, die dich über die nächsten Monate hinweg unterstützen.
Wenn du bereits eine Reitbeteiligung hast, könnt ihr darüber sprechen, inwiefern sie vorübergehend mehr mit dem Pferd tun kann, um dich zu entlasten. Sie könnte zum Beispiel mehr reiten, wenn du es nicht mehr kannst oder noch zusätzliche Tage übernehmen.
Oder du hast Miteinsteller, denen du dein Pferd anvertrauen kannst und die bereit sind, für ein paar Monate etwas mehr zu tun, um dein Pferd in Bewegung zu halten. Sie könnten dein Pferd als Handpferd mit ins Gelände nehmen oder 2 Tage pro Woche 15 Minuten lösende Handarbeit machen.
Oder du beziehst deinen Partner – der dich ohnehin bestmöglich unterstützen sollte – mit ein. Er könnte dein Pferd auf einfachen Linien in den Grundgangarten longieren und zum Auf- und Abwärmen spazieren gehen.

Wichtig ist dabei gar nicht unbedingt, dass diese Personen genauso viel können wie du und dein Pferd qualitativ auf dem gleichen Level bleibt. Achte stattdessen mehr darauf, dass der Umgang mit deinem Pferd passend ist. Denn durch Druck oder Stress gehen als erstes Losgelassenheit und Zwanglosigkeit verloren und das hat immer negative Auswirkungen – auch wenn dein Pferd regelmäßig weiter bewegt wird.
Da du außerdem vermutlich nicht von heute auf morgen komplett ausfällst, habt ihr auch jeweils Zeit, euch abzusprechen und du kannst bei der Umsetzung von technischen Details wie der korrekten Position oder Peitschennutzung beim Longieren noch unterstützen.

Auch hier gilt: Das Pensum wird sich vorübergehend ändern. Du solltest dir klar machen, was für dein Pferd am Wichtigsten ist und die Unterstützung dementsprechend planen.
Bei einigen MIM-Pferden wäre es beispielsweise wichtig, dass sie 7 Tage pro Woche bewegt werden, aber leichte Bewegung, vielleicht sogar nur im Schritt, reicht dafür aus.
Andere Pferde müssen nicht jeden Tag gehen, brauchen aber unbedingt 3x pro Woche Trab und Galopp.
Schau also, was für dein Pferd das Wichtigste ist und plane entsprechend. Alle anderen Dinge, die du sonst mit ihm noch tust, sind erstmal optional und können auch wegfallen. Dafür habt ihr in ein paar Monaten wieder Zeit.

Und wer weiß, was diese Monate mit euch machen.

Vielleicht geht es dir wie einer meiner Kundinnen, deren Pferd über mehrere Monate körperlich wenig zu tun hatte, aber mental einen riesigen Sprung gemacht hat.
Oder wie einer anderen, deren Partner so eine Freude an der Arbeit mit dem Pferd gefunden hat, dass er jetzt gar nicht mehr aufhören möchte, wo sie wieder kann.

Auf jeden Fall hoffe ich, dass du anhand dieser Anregungen einen Weg sehen kannst, wie die nächsten Monate für dich und dein Pferd aussehen könnten und wünsche dir für diese spannende Zeit alles Gute!

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Mit DER arbeitest du?

Da gibt es die eine Miteinstellerin, die ganz anders mit ihrem Pferd umgeht als du es für richtig hältst.Vielleicht ist sie im alltäglichen Umgang unachtsam

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Mit DER arbeitest du?

Da gibt es die eine Miteinstellerin, die ganz anders mit ihrem Pferd umgeht als du es für richtig hältst.
Vielleicht ist sie im alltäglichen Umgang unachtsam und ungeduldig und agiert ihrem Pferd gegenüber genervt, als könne es ihr nie etwas recht machen.
Vielleicht bereitet sie Trainingseinheiten nicht aktiv vor, sodass ihr Pferd immer wieder überfordert ist.
Vielleicht longiert sie nicht mit dem optimalen Kopfstück.
Auf jeden Fall tut sie Dinge, die aus deiner Sicht gar nicht gehen.

Als du mitbekommst, dass sie bei mir Unterricht nimmt, bist du überrascht, denn aus deiner Sicht widersprechen diese Dinge den Werten, für die ich als Ausbilderin und Reitlehrerin stehe.

Warum ich auch mit DER arbeite:

Deswegen lass mich dir einmal meine Perspektive aufzeigen:

Jede Person, die mit ihrem Pferd zu mir kommt, möchte besser werden. Sie möchte ein gesünderes, gelasseneres, motiviertes Pferd, ein harmonischeres Miteinander und sich selbst fähiger fühlen.
Dafür ist sie zu mir gekommen und ist offensichtlich bereit, dafür Zeit und Geld zu investieren.
Das ist doch total super!

Es ist nicht ungewöhnlich, Ziele zu haben, die vielleicht noch ein gutes Stück von der aktuellen Realität entfernt sind. Außerdem ist es nicht einfach, sich aus alten Gewohnheiten zu lösen. Auch wenn der eigene Kopf schon verstanden hat, dass sie nicht der Weg zum Ziel sind.
Unsensibles Handeln dem Pferd gegenüber entsteht oft aus dem Affekt heraus aus Verzweiflung darüber, dass all die eigenen Bemühungen einfach nicht fruchten wollen und keine Entwicklung stattzufinden scheint. Nachher schämt man sich und weiß trotzdem nicht unbedingt, was man denn noch machen könnte oder sollte.
Wie privater oder beruflicher Stress so etwas noch verstärken, führe ich jetzt nicht noch zusätzlich aus.

In jedem Fall habe ich dafür großes Verständnis. Jede von uns war schon einmal an so einem Punkt der Verzweiflung, egal, wie es sich geäußert hat – ob das Pferd es abbekam, der Partner zuhause oder einfach die Fahrt vom Stall nach Hause tränenreich war.

Meine Aufgabe und meine Leidenschaft ist es, jedem, der es möchte, genau da rauszuhelfen.
Wer etwas ändern will, sich verbessern will, braucht keine Verurteilung, sondern Verständnis und anwendbare Hilfestellung.
Dafür möchte ich den Weg aufzeigen und auf dem Weg begleiten – beim Finden eines roten Fadens, dem Entwickeln besserer Fähigkeiten und für mehr Harmonie, Gelassenheit und pferdischer Gesundheit.

Vielleicht kannst du üben, dieses Verständnis auch zu entwickeln.
Vielleicht erinnerst du dich an deinen eigenen Weg. Oder siehst Faktoren, die es der anderen Person schwer machen. Vor allem aber mach dir bewusst, dass Motivation und Wille, etwas zu ändern, da sind.

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Alles korrekt, es klappt trotzdem nicht? Was euch zur feinen Hilfengebung noch fehlt

Diesen Blogbeitrag möchte ich einem ganz wesentlichen Aspekt widmen, der einem harmonischen, feinen und weichen Miteinander oft im Weg steht, aber in der Regel übersehen wird: Der Konzentrationsfähigkeit des Pferdes.

Denn immer wieder erlebe ich Menschen, die sich bemühen, alles richtig zu machen, um zu einer korrekten und feinen Hilfengebung zu kommen – und ihr Pferd reagiert trotzdem nicht. Oder lange nicht so fein, weich oder deutlich, wie es zu erwarten gewesen wäre.

So entsteht Harmonie

Harmonie entsteht, wenn Mensch und Pferd zu einer gemeinsamen Agenda finden, ganz beieinander und im Hier und Jetzt sind.Harmonie kann also nicht entstehen, wenn einer (oder beide) mit den Gedanken woanders sind.
Setzen wir einmal voraus, dass du als Mensch in diesem Szenario gut in dir ruhst und keine Schwierigkeiten damit hast, dich voll und ganz auf die heutige gemeinsame Arbeit einzulassen. Setzen wir außerdem voraus, dass dein Pferd keine körperlichen Gründe hat, nicht reagieren zu können. Es hat also keine Schmerzen und die Anforderungen passen sowohl zur Tagesform als auch zu den momentanen Fähigkeiten.

Und trotzdem reagiert dein Pferd auf alles, was um euch herum geschieht, aber nicht auf dich.
Oder du musst Hilfen sehr viel mehr verstärken als du es möchtest, ehe eine Reaktion kommt.
Oder dein Pferd macht gar nichts, wenn du nicht ständig einwirkst.

Mir begegnen immer wieder Pferde, die mental nicht richtig oder überhaupt nicht anwesend sind.

Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Das Pferd hat es schlicht nie gelernt. Dabei sollte die Konzentrationsfähigkeit unbedingt Teil der Grundausbildung sein!

  • Das Pferd wurde zu viel überfordert und hat sich deswegen angewöhnen müssen, zu dissoziieren. Wann etwas ‚zu früh‘ oder ‚überfordernd‘ ist, entscheidet übrigens immer das jeweilige Pferd. Der eine lernt schneller oder mag mehr gefordert werden, der andere braucht für alles länger. Beide haben Recht. Die Alternative zu ‚Abschalten und mit sich machen lassen‘ ist übrigens Konflikt bzw. ‚ein Problempferd werden‘. Viele Pferde sind dafür zu harmoniebedürftig und geben nach.

  • Das Pferd bekam über einen Zeitraum hinweg jedes Detail vorgegeben: Kopf hierhin, Genick so, das rechte Bein so weit vor, das linke breiter, aber nicht zu viel, und das jetzt auf keinen Fall ändern! … Was oft gut gemeint ist, führt zu Mikromanagement und macht das Pferd unselbständig. Das Pferd lässt den Menschen sein Ding machen und verabschiedet sich gedanklich.

  • Das Pferd hat einen starken Charakter und ist sehr selbständig. Oft sind diese Pferde eher unerschrocken und übernehmen auch in der Herde Rollen mit mehr Verantwortung (das muss für uns nicht immer offensichtlich erkennbar sein). Hat das Pferd den Eindruck, der Mensch ist sich seiner Sache nicht sicher genug, nicht klar und deutlich dabei oder gibt die Hilfe nicht 100,00%ig korrekt, übernimmt es gern einfach selbst die Agenda und macht, was es selbst für richtig und wichtig hält.

Nimm dir Zeit, herauszufinden, welcher Punkt – oder welche Punkte – auf dein Pferd zutreffen, um einen Anhaltspunkt zu haben, wie du die Aufmerksamkeit deines Pferdes und damit die Qualität eurer Kommunikation verbessern kannst.

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Zusätzlich habe ich hier noch ein paar Tipps

  • Bleib permanent im Gespräch mit deinem Pferd.
    Durch sich immer wieder ändernde, kleine Anforderungen kannst du die Aufmerksamkeit deines Pferdes immer wieder zurückholen. Berührungen können ebenso helfen.

  • Fordern, aber nicht überfordern.
    Stelle sicher, dich viel in diesem Bereich zu bewegen: Dein Pferd muss sich konzentrieren, weil es neu oder anstrengender ist, aber es fühlt sich nicht überfordert.
    Hilf deinem Pferd, zu lernen, dass körperliche Anstrengung nicht gleich mentalen Stress bedeutet (das endet dann nämlich in Verspannung).

  • Klare Aufgabenverteilung.
    Ihr seid ein Team, in dem jeder verschiedene Aufgaben hast. Beobachte, ob du manchmal Aufgaben deines Pferdes übernimmst und dein Pferd deswegen mental gar nicht anwesend zu sein braucht. Gern passiert das beim Treiben: Die eigenen Beine bewegen muss das Pferd selbst – deine Aufgaben sind dagegen gute Vorbereitung, nicht zu stören und die Bewegung ggf. zu kanalisieren oder zu steuern.

  • Bleib weiterhin streng mit dir selbst.
    Der Fokus auf ein Thema beim Pferd birgt immer die Gefahr, das eigene Tun zu vernachlässigen. Überprüfe also immer, dass du deinen Anteil – Auswahl der Anforderungen, gute Vorbereitung, korrekte Hilfengebung – auch erfüllst und permanent verbesserst.

Zuletzt noch ein Hinweis:
Wenn dein Pferd normalerweise aufmerksam ist, sich gut auf euer gemeinsames Tun und deine Einwirkung einlassen kann, und dann auf einmal beim gleichen Pensum ständig abgelenkt ist, abschaltet oder schreckhaft wird – bedeutet das in der Regel Schmerzen!
Die Lösung findet sich dann selbstverständlich nicht im Training, sondern im Hinzuziehen von Tierarzt und Therapeut, um die Ursache zu finden und zu beheben.

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Warum “Ich möchte mein Pferd nicht kaputt machen” eine Falle ist – und wie du ihr entkommen kannst

‚Ich möchte mein Pferd nicht kaputt machen‘ – Regelmäßig bekomme ich diesen Satz zu hören, von Pferdebesitzerinnen, denen das Wohl ihres Pferdes am Herzen liegt.
Und dieser Wunsch ist gut und richtig!

Er zeigt:
Du weißt, die Verantwortung für dein Pferd liegt bei dir.
Du weißt, Ausbildung und Training haben Einfluss und dieser Einfluss kann positiv oder eben auch negativ sein.
Du strebst ein harmonisches und faires Miteinander mit deinem Pferd an.
Du gehst nicht mehr unbedarft oder gedankenlos mit deinem Pferd um.

Leider kann er durchaus dazu führen, dass du zu vorsichtig und zu passiv wirst, wenn es um die Ausbildung und den Umgang mit deinem Pferd geht.

Dadurch kann die Hilfengebung sehr schwammig werden. Dein Pferd hört dann widersprüchliche Aussagen wie: Bitte wende ab, aber wie und wann bin ich mir auch unsicher. Oder: Angaloppieren wäre jetzt gut (ohne es darauf vorbereitet zu haben und mit den Hilfen zu unterstützen).

Das muss dir noch nicht einmal bewusst sein, aber dein Pferd spürt diese Widersprüchlichkeit und ein Außenstehender hat vielleicht den Eindruck, als würde euer Boot auf offenem Gewässer schippern und niemand nimmt das Steuer in die Hand.

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Du bekommst außerdem Angst vor Fehlern, denn wenn du etwas falsch machst, leidet schließlich dein Pferd darunter und genau das möchtest du ja vermeiden! Fehler sind allerdings ein wesentlicher Teil von Fortschritt. Nicht nur sind sie unvermeidbar, sondern hilfreich: Sie zeigen dir, welche Herangehensweisen und Ausführungen helfen und welche nicht.

Das gilt genauso für dein Pferd, selbst wenn du alles richtig machen solltest. Denn auch dein Pferd lernt und übt und wird mal etwas besser oder schlechter verstehen oder umsetzen können.

Über einen längeren Zeitraum kommt euer Ausbildungs-Boot seinem Ziel also kein bisschen näher.
Es kann sogar wegdriften, denn beispielsweise wird die Schiefe eines Pferdes immer stärker, wenn sie nicht bewusst adressiert wird. Es kann dir also passieren, dass deine Vorsichtigkeit das Gangbild deines Pferdes wirklich verschlechtert.

Was dagegen hilft?

Nummer 1: Fehler machen!

Wie gesagt, Fehler sind nicht nur unvermeidlich, sie sind auch wichtig. Ohne sie findet keine Entwicklung statt und Entwicklung ist für die langfristige Gesunderhaltung deines Pferdes unvermeidlich. Beobachte dich dabei, wenn du Fehler machst und überlege, was du beim nächsten Mal stattdessen tun kannst. Beobachte, ob der nächste Versuch besser funktioniert hat. Wenn ja, mach weiter so. Wenn nicht, probiere weiter.
Und: Pferde können gut unterscheiden, was hinter einem Fehlversuch steckt. Du bemühst dich, reflektierst es und versuchst es erneut? Kein Problem. Du machst irgendwie, magst dich nicht richtig konzentrieren und findest, dein Pferd könnte es doch auch einfach mal trotzdem richtig machen? Solche Fehler werden zurecht eher mal übel genommen. (Aber morgen ist ein neuer Tag, an dem du es besser machen kannst.)

Nummer 2: Kein Pferd geht sofort kaputt, weil etwas nicht gleich klappt.

Pferde sind Lebewesen wie du und ich und – auch wenn es individuelle körperliche und psychische Unterschiede gibt – keine zerbrechlichen Porzellanpüppchen.
Du bist seit Jahren souverän auf deinen Füßen unterwegs, obwohl du als Kleinkind oft hingefallen bist, ehe du wirklich Laufen konntest. (Eigentlich selbstverständlich, aber: Bitte nicht buchstäblich übertragen! Wenn dein Pferd im Training hinfällt, ist das nicht normal!)
Du kannst dich in einer Zweitsprache gut verständigen, obwohl du immer noch einen Akzent hast und immer wieder nicht die richtigen Worte findest.
Und vielleicht kennst du jemanden, der erst in seinen 40igern angefangen hat, Ernährung und Bewegung umzustellen, und dafür jetzt gesünder ist als in seinen 20igern.
Was ich sagen möchte: Trotz aller Idealvorstellungen und glatter Theorien zum Thema Gesundheit und Ausbildung befinden wir uns alle im echten Leben und wissen, dass zu dieser Reise steinige Strecken und Umwege gehören.
Deswegen können wir uns trotzdem weiterentwickeln, besser werden und eine gute Beziehung zu unseren Pferden aufbauen und behalten.

Nummer 3: Hol dir Unterstützung.

Du bist nicht die erste, die ein Pferd gut und gesund ausbilden möchte. Es gibt immer Menschen, die uns auf dem Weg schon ein Stück voraus sind und von deren Erfahrungen wir profitieren und lernen können. Du musst es dir nicht unnötig schwer machen und alles selbst herausfinden.
Schau dir potentielle Ausbilder an und achte besonders auf die folgenden Punkte:
Wie gehen sie mit den ihnen anvertrauten Pferden um? Auch, wenn es verschiedene Pferdetypen sind? Wie sehen diese Pferde aus – sowohl muskulär als auch vom Gesichtsausdruck?
Wie unterrichten sie?
Ein guter Ausbilder arbeitet im Unterricht immer am Menschen und wenig am Pferd. Es ist ihm anzumerken, dass er dich voranbringen möchte, aber gleichzeitig Verständnis für dich hat. Seine Pferde sind harmonisch bemuskelt, klar im Kopf und haben einen sanften Gesichtsausdruck.
Wenn du große Schwierigkeiten hast, jemanden zu finden, schau dich gern in deinem Pferdeumfeld um und frage andere Pferdebesitzerinnen, deren Pferde und ~training den eben genannten Eindruck auf dich machen, von wem sie sich helfen lassen.

Und natürlich bist du jederzeit willkommen, meine Unterstützung zu nutzen.
Zusätzlich zum Training vor Ort oder online gibt es dazu jetzt auch meinen neuen Onlinekurs.

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Diese 4 Fehler solltest du bei der Ausbildung deines Pferdes vermeiden

Du möchtest mit deinem Pferd an einem Tag gelassen und selbstverständlich ausreiten, am nächsten Tag eine entspannte Longiereinheit haben und noch einen Tag später eine effektive Session auf dem Reitplatz verbringen, bei dem dein Pferd ganz bei dir ist und auf alles, was du tust, motiviert und weich reagiert.
Das heißt, du wünschst dir ein gut ausgebildetes Freizeitpferd.

Dir ist bewusst, dass du dabei außerdem auf seine Gesunderhaltung achten musst, damit es dir lange lebensfroh erhalten bleibt, und dass es für all das vor allem eins benötigt: Ausbildung.

Wie eine Ausbildung ablaufen sollte und was sie inhaltlich enthalten muss – dazu gibt es viel Input aus den verschiedensten Quellen und nach unterschiedlichen Ansätzen. Unabhängig vom konkreten Inhalt gibt es aber ein paar Fehler, in die man allzu leicht verfallen kann und mit deren Vermeidung du euch schon viel Gutes tun kannst.

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Hier sind sie:

Fehler Nr. 1: Eine Form zum Ziel haben und keine Fähigkeit.

Was das bedeutet, die Form zum Ziel zu haben?
Mehr auf die Kopf-Halshaltung zu achten als darauf, ob das Pferd taktmäßig mit losgelassenem Rücken geht. Mehr auf das Vortreten der Hinterbeine zu achten als darauf, ob es Schubkraft entwickelt. Mehr auf das Genick zu achten als darauf, ob das Pferd im Rumpf gerader wird.

Form und Haltung des Pferdekörpers entstehen immer aus den Fähigkeiten des Pferdes, nicht andersherum.

Fehler Nr. 2: Dich nicht in dein Pferd hineinversetzen und es immer besser verstehen wollen.

Um ein Pferd auszubilden, müssen wir Anforderungen, Input und Trainingsbedingungen täglich anpassen. Dazu müssen wir uns immer wieder ins Pferd hineinversetzen – und zwar nicht nur in die Spezies Pferd, sondern auch in die individuelle Persönlichkeit, mit der wir es konkret zu tun haben.

Denn Pferde müssen nur eins: Pferd sein. Wir sind diejenigen, die darauf adäquat eingehen und damit umgehen lernen sollten.

Fehler Nr. 3: Davon ausgehen, dass du alles weißt und dein Pferd nur machen muss, was du sagst.

Der kürzeste Reiterwitz? “Ich kann’s.”

Der Umgang mit Pferden – sei es geritten oder vom Boden aus – bedeutet vor allem eins: ständig zu merken, was man alles noch nicht kann und wie Dinge, von denen man überzeugt war, vom nächsten Pferd widerlegt werden.

Wenn also Frust aufkommt, weil dein Pferd einfach nicht tut, was gut wäre, ist das Beste, zu reflektieren, was du selbst anders machen oder besser vorbereiten könntest, um dennoch voranzukommen. Dein Pferd weiß vielleicht nicht, was das Ziel der Ausbildung ist, aber es weiß, ob es deine Hilfen versteht und umsetzen kann.
Die Unterstützung eines Ausbilders ist ebenfalls sinnvoll, denn dann kannst du von dem größeren Erfahrungsschatz einer Person profitieren, die mit sehr viel mehr und sehr verschiedenen Pferden arbeitet und deswegen bei der Lösungsfindung schon eine ganze Ecke weiter ist als du.

Fehler Nr. 4: Keine Geduld haben.

Besser gesagt: Sich nicht in Geduld üben. Denn in den Momenten, wo man sie bräuchte, fällt sie natürlich am schwersten.

Ausbildung ist eine langjährige Sache, die immer wieder herausfordernd ist und nie konstant vorwärts geht. Auch bei besten Bemühungen wirst du Fehler machen und werden Dinge dazwischenkommen, die eure Pläne über den Haufen werfen.

Also: Tief Durchatmen, Überblick verschaffen, um planen, Hilfe holen, weitermachen.
…und nach ein oder zwei Jahren überrascht feststellen, wie weit ihr doch schon gekommen seid.

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Da gibt es die eine Miteinstellerin, die ganz anders mit ihrem Pferd umgeht als du es für richtig hältst.Vielleicht ist sie im alltäglichen Umgang unachtsam

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2 weitere Gründe fürs Rempeln und was du tun kannst (Teil 2)

Im letzten Artikel haben wir uns mögliche Ursachen und Lösungen für rempelnde Pferde angeschaut, die ihren Grund auf der mentalen Ebene im Pferd haben.

In Teil 2 möchte ich jetzt noch auf körperliche Ursachen eingehen, denn auch diese kommen oft genug vor.

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Grund Nr. 4: Dein Pferd verliert die Balance, der Rempler geschieht aus Versehen.

Dabei muss es gar nicht mal in unwegsamem Gelände stolpern, sondern kann auch bei der Bodenarbeit auf dem ebenen Reitplatz mit einer Anforderung kurzzeitig überfordert sein.

Was tun?

Diese Rempler geschehen oft in Zusammenhang mit einer konkreten Anforderung wie beispielsweise
eine Wendung in eine bestimmte Richtung, der Wechsel in eine höhere Gangart auf einer Hand oder immer, wenn ich auf einer bestimmten Seite neben dem Pferd gehe.
Klar, Pferde haben 4 Beine und klar, sie kommen grundsätzlich um alle Kurven und können alle Gangarten gehen. Dennoch ist das Gleichgewicht eine fragile Geschichte, zumal mit den konkreten Anforderungen, die wir oft stellen. In der Ausbildung unterschätzen wir noch zu oft, wie schnell ein Pferd mit etwas überfordert sein kann und dann eben wirklich das Gefühl hat, seine Balance zu verlieren.
Es muss dabei nicht zwingend zu einem Rempler kommen. Manche Pferde führen dann die Anforderung einfach nicht aus, bleiben stehen, schießen los, werden fest oder drohen.

Zugrunde liegt dem Rempler in diesem Kontext in der Regel die Schiefe der Pferde. Manche Pferde drücken zur händigen Seite hin, andere wiederum kippen zur hohlen Seite hin.
Es gilt also, herauszufinden, welcher Aspekt der Schiefe das Problem verursacht und wie du dein Pferd damit besser unterstützen kannst. Eventuell ist es nötig, vorübergehend Anforderungen etwas herunterzuschrauben, bis dein Pferd sich besser gerade und stabil halten kann.
Dabei kann und sollte dir deine Trainerin auch helfen können.

 

Grund Nr. 5: Dein Pferd hat aufgrund eines niedrigen Tonus eine schlechte Propriozeption und deswegen kein klares Gefühl für seine eigenen Körpergrenzen.

Das kann dazu führen, dass es entweder zu spät merkt, wann ihr aneinander geraten würdet, oder dass es aktiv den Kontakt sucht, um eine externe Rückmeldung zu bekommen, wo der eigene Körper denn nun aufhört.

Was tun?

Ähnlich wie bei Grund Nr. 2 (siehe Teil 1) sind hier Berührungen am hilfreichsten. Da unsere Arme nur eine begrenzte Länge haben, empfehle ich die Nutzung einer Gerte. Sinnvoll ist es, wenn du dein Pferd immer wieder an verschiedenen Stellen seines Körpers abstreichst, damit es möglichst seinen ganzen Körper wahrnehmen kann.
Unter Umständen musst du selbst auf entspannten Spaziergängen viel mit deiner Körperspannung arbeiten, um deinem Pferd zu helfen, sich mehr und mehr selbst zu tragen und seinen Faszientonus zu erhöhen.
Mit fortschreitender Ausbildung sollte dieses Thema immer besser werden – selbst wenn du den Rest des Pferdelebens stets ein Auge auf diesen Aspekt haben musst, weil dein Pferd dazu genetisch veranlagt ist.

Ein abschließendes Wort

Vielleicht ist dir aufgefallen, dass ich während der Analyse all dieser verschiedenen Rempelszenarien kein einziges Mal von mangelndem Respekt gesprochen habe. Das ist Absicht, denn die Pferde wollen uns eigentlich alles Recht machen.
Gleichzeitig können sie sich auch nur durch ihr Verhalten äußern, wenn sie etwas  nicht verstanden haben oder nicht umsetzen können.
Vergiss also nie: Wir sind dafür verantwortlich, in welche Situationen wir unsere Pferde bringen, wie wir sie darauf vorbereiten und währenddessen mit ihnen umgehen.
Die Pferde müssen nur eins: Pferd sein.

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3 Gründe, warum dein Pferd rempelt und was du dagegen tun kannst (Teil 1)

Du führst dein Pferd von A nach B, auf bekannter Strecke, und da kommt er wieder, der Moment in dem du innerlich die Augen verdrehst oder dich fragst, was das jetzt schon wieder soll: Dein Pferd rempelt.
Vielleicht ist deine erste Reaktion Unsicherheit, denn einem kräftigen Rempler von 600kg hat dein Körper wenig entgegenzusetzen. Vielleicht hast du Sorge, dass du dein Pferd dann nicht mehr halten kannst und es sich allein auf den Heimweg macht.

Oder ihr habt im Gelände keine Probleme, aber auf dem Reitplatz, bei der Bodenarbeit, kommt dir dein Pferd auf einer Hand immer näher. Und das nervt dich, schließlich ist es dir lieber, immer etwas Abstand zwischen euch zu haben. Außerdem ist Geraderichtung für die Gesunderhaltung wichtig und dafür muss ein Pferd die Linie halten lernen – du willst doch auch nur, dass es deinem Pferd lange gut geht!

Situationen, in denen Pferde rempeln, und Gründe, weswegen sie es tun, gibt es verschiedene.
Auf ein einige davon möchte ich in diesem (und dem folgenden) Blogbeitrag eingehen, um dir dabei zu helfen, damit konstruktiv umzugehen.

Die Gründe können sowohl mental als auch körperlich sein. Im ersten Artikel befassen wir uns mit denen mentaler Natur.

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Grund Nr. 1: Dein Pferd hat Angst vor einer konkreten Gefahr.

Vor dieser möchte es flüchten oder zumindest den Abstand dazu vergrößern. Da, wo es deswegen hin will, bist du aber.

Was tun?

Zunächst ist es wichtig, anzuerkennen, dass das Pferd nicht zum Ziel hat, dich zu bedrängen, sondern nur einer wahrgenommenen Gefahr zu entkommen. Das bekommst du am besten mit, wenn du im Alltag mit dem Pferd immer aufmerksam bist, weil du dann sowohl mehr Außenreize als auch die kleineren Signale deines Pferdes frühzeitig bemerken kannst.
Dann gilt es abzuwägen, wie du die Situation für alle – dich, dein Pferd und andere Verkehrsteilnehmer – am sichersten überwinden kannst. Wenn der Platz dafür vorhanden ist, kannst du die Seite wechseln und dich so zwischen Pferd und Gefahrenobjekt bringen. Das allein macht viele Pferde schon ruhiger. Aber selbst, wenn das nicht der Fall sein sollte, wird dein Pferd dann von dir weg und nicht in dich hinein springen.
Wenn die Situation diese Lösung nicht erlaubt – vielleicht, weil ihr euch an einer gut befahrenen Straße befindet –, musst du die Energie deines Pferdes nach vorn umlenken und ihm dabei helfen, zügig, aber nicht rennend, der Gefahr zu entkommen. Je nach Pferd ist es sinnvoller, es in Ruhe schauen zu lassen, ehe ihr weitergeht, oder aber lieber in Bewegung zu bleiben, bis ausreichend Abstand zur empfundenen Gefahr hergestellt ist und dein Pferd sich wieder entspannen kann.

In allen Szenarien ist es aber deine Aufgabe, den Überblick zu behalten und deinem Pferd zu helfen.

Grund Nr. 2: Dein Pferd fühlt sich generell unsicher, ohne eine einzelne, konkrete Gefahr im Blick zu haben.

Es lässt sich zwar von dir wegschicken, kommt aber immer wieder sehr dicht – zu dicht – an dich heran.

Was tun?

Im Gegensatz zu Szenario 1 befindet sich dein Pferd hier nicht innerlich auf der Flucht, sondern sucht aktiv den Kontakt zu dir, um sich beruhigen zu können. Das tun Pferde auch untereinander auf verschiedene Arten: So kann es sein, dass das erfahrenere Pferd das unsicherere sanft mit der Nase anstupst. Oder das unsichere Pferd hält seine Nase an die Flanke des ruhigeren Kumpels. Ebenso wie die zwei Varianten habe ich es auch schon erlebt, dass sich ein unsicheres Pferd sicherer fühlte, wenn es dauerhaft Bauch an Bauch Kontakt zum erfahrenen Pferd hatte.
Bist du jetzt allein mit deinem Pferd unterwegs, bist du auch der einzige, bei dem es Körperkontakt suchen kann.
Probiere also aus, welche Berührungen ihm helfen. Aus meiner eigenen Erfahrung heraus können das sein:

  • Regelmäßig sanftes Berühren der Pferdenase mit dem Handrücken

  • Dauerhaftes Anlegen oder Streicheln einer Hand am Pferdehals

  • Abstreichen des Pferdekörpers mit der Gerte: An Brust, Beinen, Bauch, Rücken oder Kruppe.

Manche Pferde mögen eine bestimmte Stelle, andere brauchen den Wechsel.

Gern kannst du das Ganze auch mit deiner Stimme – in einem ruhigen, tiefen Tonfall – unterstützen.

Ich hatte einmal einen unsicheren Wallach bei Sturm an der Longe, der sich sichtlich beruhigte, als ich ihm die Longierpeitsche (in Trab und Galopp) an den Bauch drückte und ihm, den Wind übertönend, beruhigende Worte zubrüllte

Übrigens haben die wenigsten Pferde ein Problem mit der Berührung durch die Gerte, wenn deine Intention dahinter klar ist.

Hast du ein erfahrenes, ruhiges zweites Pferd dabei, dann erlaube den beiden auch regelmäßigen Körperkontakt, wenn sie diesen suchen.
Und nicht zuletzt ist es natürlich auch deine Aufgabe, abzuwägen, was du deinem Pferd heute zumuten kannst, ohne dass es sich komplett von der Situation überwältigt fühlt. Dazu ist es immer mal nötig, den Tagesplan über den Haufen zu werfen.

Grund Nr. 3: Dein Pferd ist so stark abgelenkt, dass es dich nicht mehr wahrnimmt.

Dabei ist es erst einmal auch egal, ob die Ablenkung positiv oder negativ ist. Wenn es Angst hat oder unsicher ist, kannst du natürlich auf die Punkte 1 und 2 zurückgreifen.

Was tun?

Wenn es sich um ein reines Konzentrationsproblem handelt, solltest du zum einen dafür sorgen, die Aufmerksamkeit deines Pferdes wiederzubekommen. Du kannst es ansprechen, berühren oder kleinere Anfragen wie ‚Kannst du bitte weitergehen‘, ‚Kannst du den Kopf senken‘, ‚Kannst du bitte langsamer gehen‘ o.ä. stellen, bis dein Pferd dich wieder wahrnimmt.

Zusätzlich dazu ist es sinnvoll, das Thema Konzentration auch im Alltag zu beobachten.
Kann sich dein Pferd auf dem Reitplatz ein paar Minuten auf euer Tun konzentrieren oder lässt es sich von jeder Kleinigkeit ablenken?
Wenn es sich auch da schon ständig ablenken lässt, kann euch der Fokus auf den Takt helfen, seine Konzentrationsfähigkeit zu verbessern.

Außerdem solltest du auf dem Platz genauso wie im Gelände auch in einfachen, entspannten Momenten mit deinem Pferd im Gespräch bleiben. Das tust du, indem du immer wieder kleine Anfragen stellst und auf seine Reaktionen achtest. Das können Unterschiede im Tempo, der Linie oder der Atmung und Körperspannung sein – je nachdem, was ihr aktuell könnt.

Dabei geht es nicht so sehr darum, dass die Reaktion des Pferdes perfekt ist, sondern dass überhaupt eine kommt.
Denn es kann durchaus sein, dass dein Pferd ganz entspannt vor sich hin läuft, aber geistig schon nicht mehr anwesend ist. Kommt dazu dann aus irgendeinem Grund mehr Anspannung ins Pferd, hast du erstmal wenig Einwirkungsmöglichkeit. Bemerkst du dagegen die Abwesenheit deines Pferdes schon im entspannten Zustand, kannst du ihm dabei helfen, gedanklich wieder mit dir ins Hier und Jetzt zu kommen. Und wenn es da ist, wird es auch unter Ablenkung oder erhöhter Anspannung noch auf dich reagieren.

Im zweiten Teil schauen wir dann noch auf mögliche körperliche Ursachen und wie du mit diesen umgehen kannst.

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Was du tun kannst, wenn dein Pferd keine Freude am Training hat

Du steckst in einem Dilemma: Dein Pferd hat scheinbar keine Freude an gymnastizierender Arbeit. Im Gelände, bei der Freiarbeit oder in einem anderen Setting macht es motiviert mit, sobald es aber an ‚ernsthafte‘ Arbeit geht, ist davon nichts mehr zu spüren. Gleichzeitig weißt du, dass Training wichtig ist, damit dein Pferd langfristig tragfähig und gesund bleibt.

Musst du dich jetzt entscheiden: Entweder ein langfristig gesundes Pferd oder eine gute Beziehung zwischen euch?

Auch wenn es sich wie ein Entweder-Oder anfühlt, die Antwort darauf ist: Nein, es ist beides zusammen möglich!

Und die Lösung ist verhältnismäßig simpel, denn die Ursache liegt in der Regel in nur einem Problem: Der Diskrepanz zwischen deinen Erwartungen und dem aktuellen Können deines Pferdes.

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Perfekt unperfekt

Wir Menschen tappen gern in die Falle des Perfektionismus. Es ist erst gut, wenn es perfekt ist.

Aufs Pferd übertragen also: Erst, wenn mein Pferd sich 24/7 geradegerichtet und mit angehobenem Brustkorb ‚in Haltung‘ bewegt, ist es gesund. Erst, wenn mein Pferd piaffieren oder fast auf der Stelle galoppieren kann, ist es gesund.

Deswegen versuchen wir dann beispielsweise ein Pferd, welches noch Schwierigkeiten dabei hat, in Wendungen den Takt zu halten, in Übergängen gerade zu bleiben und im Trab im Rücken loszulassen, möglichst schnell in Richtung Aufrichtung und Versammlung zu bringen und auf keinen Fall Bewegung ohne angehobene Vorhand zuzulassen – schließlich soll es ja gesund bleiben!

Währenddessen ist das Pferd leider zunehmend überfordert, weil es die Anforderungen noch gar nicht erfüllen kann. Diese Dynamik führt früher oder später zu sinkender Motivation, bis hin zur Verweigerung jeglicher gymnastizierender Arbeit vonseiten des Pferdes.

Genau wie im Umgang mit Mitmenschen dürfen wir auch bei den Pferden nie vergessen:
Wahr ist nicht, was A sagt, sondern was B versteht.

Egal, wie gut deine Intentionen bezüglich der Trainingsanforderungen sind – wenn dein Pferd sie nicht versteht oder damit überfordert ist, sind die Anforderungen in diesem Moment unpassend.

Fortschritt in kleinen Schritten

Dazu kommt folgende Wahrheit: Wir überschätzen, was wir an einem Tag erreichen können und unterschätzen, was wir in einem Jahr erreichen können.

Fortschritt findet in kleineren Schritten statt als wir oft erwarten. Innerhalb einer einzelnen Trainingseinheit werden selten große Sprünge gemacht. Das ist auch gut so, wenn man zum Beispiel bedenkt, dass Faszien 6-12 Monate brauchen, um sich an veränderte Belastung anzupassen. Das gilt auch für ‚verbesserte‘ oder ‚gesündere‘ Belastung!

Und, zuletzt noch: Gesund ist ein Körper vor allem dann, wenn er variantenreich genutzt werden kann. Wenn er sich kraftvoll aufrichten und genauso tiefenentspannt hängen lassen kann. Wenn er entspannt joggen und genauso kurzzeitig sprinten kann. Wenn er die Gelenke beugen aber auch maximal strecken kann. Wenn er über den Baumstamm steigen genauso wie springen kann.

Nicht so gesund ist dagegen ein Körper, der 24/7 in einer Haltung unterwegs ist – egal, wie gerade und aufgerichtet er das tut. Das ist vergleichbar mit einem Bodybuilder, der vor lauter Muskelmasse nicht mehr seine eigenen Schuhe binden kann.

Hier siehst du zwei Pferde, deren Training von mir begleitet wurde, jeweils vor und nach der Arbeit mit mir. Auch hier gilt: mit kleinen, kontinuierlichen Fortschritten Richtung Ziel.

So, mit all dem Wissen im Hintergrund, was bedeutet das für euren Alltag?

Folgende Dinge solltest du tun, um mit deinem Pferd in der gymnastizierenden Arbeit wieder zusammen zu finden:

#1: Finde den kleinsten gemeinsamen Nenner.

In jeder Einheit, bei jeder Anforderung, finde erst einmal heraus, was dein Pferd umsetzen oder worauf es reagieren kann. Das ist ganz oft wesentlich weniger als gedacht, aber für dein Pferd ist es wichtig, dort abgeholt zu werden, wo es gerade IST anstatt dort, wo du es gern hättest.

#2: Strebe ‚-er‘ an:

Statt dich erst über ‚gerade‘ zu freuen, freue dich über ‚gerad-er‘. Statt tragfähig tragfähig-er. Statt fleißig fleißig-er. Statt locker locker-er.
… du verstehst, worauf ich hinaus möchte.

#3: Bleibe kontinuierlich dran, über einen längeren Zeitraum.

In dem Wissen, dass innerhalb eines Tages sehr wenig, über die Monate hinweg aber sehr viel Veränderung möglich ist.

Vergiss nicht: Entwicklung ist wichtiger als Vollendung.

Und jetzt wünsche ich dir viel Freude bei der Umsetzung mit deinem Pferd!

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Hilfe, Hausaufgaben!

Gehörst du zu den Pferdebesitzerinnen, die sich zwar weiterbilden und –entwickeln wollen, sich gleichzeitig aber schnell selbst unter Druck setzen? Die einerseits froh um Unterstützung von außen sind, andererseits aber fürchten, dass sie eine Regelmäßigkeit noch mehr stresst?

Dann begrüße mit mir deinen Albtraum: Hallo Hausaufgaben.

Nun haben kein Trainer und keine Reitlehrerin, die diesen Namen verdienen, zum Ziel, dir einen Albtraum aufzudrücken oder dich so stark unter Druck zu setzen, dass es dich komplett an der Entwicklung hindert und jegliche Motivation erstickt wird.

Lass mich dir in diesem Blogartikel zeigen, woher deine Reaktion kommen könnte und wie du Hausaufgaben konstruktiv nutzen kannst, anstatt sie vor allem als eine weitere Deadline auf deiner ohnehin zu langen To-Do-Liste zu empfinden.

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Das Problem mit den Hausaufgaben

Klassische Hausaufgaben kennen wir alle vorrangig von einem Ort, der Schule.
Während der Schulzeit hatte jede Hausaufgabe eine festgesetzte Deadline und wurde nach dem Vorhandensein bzw. der Anzahl ihrer Fehler bewertet. Du musstest also dafür sorgen, die Fristen einzuhalten und selbständig ein möglichst fehlerfreies Ergebnis zu erzeugen. Dieses Ergebnis hatte Konsequenzen: Die Auswirkung der Benotung auf das nächste Zeugnis, die Reaktion von Lehrkräften oder Eltern, vielleicht sogar auf deine Möglichkeiten nach Abschluss der Schule.

Hier ist eine gute Nachricht für dich: Auch wenn du mit deinem Pferd noch lernst und übst – du bist nicht mehr in der Schule!

Die Ausbildung von Pferd und Reiter ist keine Checkliste an Punkten, die mechanisch abgehakt werden müssen und es geht ebenso wenig darum, möglichst schnell möglichst viele Inhalte in dein System zu stopfen.
Sondern sie ist ein Prozess. Ein Weg, den ihr gemeinsam geht. Ziel dieses Weges ist ein harmonisches, pferdegerechtes Miteinander und ein gesundes, verlässliches Pferd. Innerhalb eines für euch passenden Zeitrahmens (Nicht: ‚Bis zum Ende des Schuljahres!‘) und in der Regel mit kleineren, individuellen Zwischenzielen.
Aufgabe deiner Ausbilderin ist es, euch auf diesem Weg zu begleiten und zu unterstützen.
Allerdings ist sie nicht jeden Tag dabei und hat außerdem zum Ziel, euch in diesem Prozess immer selbständiger werden zu lassen.

Deswegen haben Hausaufgaben in diesem Kontext die Funktion, euch auf den Schritten und Wegabschnitten zu unterstützen, die ihr zwischen den Unterrichtsterminen allein geht.

Hausaufgaben sagen dir also:

  • Lege beim Üben deinen Fokus vor allem hierauf.

  • Denke daran, in diesem Moment auf jenes Detail zu achten.

  • Übe, in diesem Aspekt besser zu werden.

  • Finde in dieser Übung mehr über die Reaktion deines Pferdes oder deines eigenen Körpers heraus.

  • Vergiss nicht, hieran zu denken.

  • Falls eine Reaktion so ausfällt, mache dieses. Fällt sie so aus, mache jenes.

Hausaufgaben dienen dir als Erinnerung und als Orientierung, um die Zeit ohne fachlich kompetente Unterstützung zu überbrücken und die eigenen Fähigkeiten weiter zu verbessern.

Beim nächsten Termin überprüft deine Ausbilderin dann eure Fortschritte, korrigiert gegebenenfalls Einzelheiten – damit der Weg weiterhin in die richtige Richtung geht – und gibt dir neuen Input für die nächsten Schritte mit.

Da sie selbst auch ein Mensch ist, weiß sie, dass zwischen zwei Unterrichten manchmal nur wenige kleine Schritte und ein andermal mehrere größere Schritte möglich sind.

Und in ganz verfahrenen Situationen, wenn du merkst, selbst die kleinsten Schritte fallen dir schwer: Sprich mit ihr, damit sie dich dabei unterstützen kann, auch unter herausfordernden Umständen Ziel und Weg nicht aus dem Blick zu verlieren.

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