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Dein Pferd verändert sich schneller, als du denkst – in beide Richtungen

Nichts ist so beständig wie der Wandel – auch beim Pferdekörper

‚Nichts ist so beständig wie der Wandel.‘
Dass Veränderung beim Pferd immer stattfindet, ob es einem in den Plan passt oder nicht, wusste schon der griechische Philosoph Heraklit vor 2500 Jahren.
Das gilt ganz pragmatisch für jeden lebenden Körper, also auch für den deines Pferdes.
Auch im ausgewachsenen Pferd erneuern sich alle Strukturen, alle Zellen, permanent. Dabei ist das Tempo unterschiedlich – bei Muskeln geschieht das schneller als bei Sehnen und Bändern und nochmal langsamer sind Knochen. Aber auch Knochen sind ungefähr alle 7 Jahre einmal ‚runderneuert‘.

Der Körper passt sich immer an – in die eine oder andere Richtung

Dabei wird allerdings nicht alles einfach so wieder hergestellt, wie es vorher war (sonst dürfte ja auch nie der Prozess des Alterns zutage treten), sondern: Der Körper passt sich permanent der Belastung an, der er aktuell ausgesetzt ist.
Und genau da liegt unsere Chance als Pferdebesitzerinnen, aber vor allem auch unsere Verantwortung.
Denn daran, wie das Pferd seinen Körper nutzt und auf welche Art und Weise es sich regelmäßig bewegt, entscheidet sich, ob wir langfristig ein gesundes Pferd haben oder sich Kompensationen und Verschleißerscheinungen zeigen. Ob die Sehne irgendwann nachgibt, weil sie der ständigen Überlastung nicht mehr gewachsen ist, ob die Überlastung eines Gelenks zu frühzeitiger Arthrose und Verknöcherung führt oder ob ganz offensichtlich Muskulatur fehlt und das Pferd trotz guten Futterzustands und regelmäßiger Arbeit kantig bleibt.
Dazwischen gibt es leider nichts, es bewegt sich immer entweder in die eine oder in die andere Richtung.

Die ersten Anzeichen sind subtil – und früh da

Die ersten Anzeichen einer negativen Veränderung finden sich natürlich schon deutlich früher und sind auch sehr viel subtiler.
Du kennst das vielleicht: Zwei Wochen im Urlaub gewesen und hinterher ist irgendwie die Rittigkeit von vorher nicht mehr so ganz da.
Wenn dein Pferd ein schwaches Bindegewebe hat, hypermobil ist, MIM und/oder ECVM hat oder auch ins Alter kommt, merkst du den Unterschied wahrscheinlich schon nach einer Woche deutlich:
Das Pferd ist beim Reiten wieder etwas schmaler oder instabiler unter dir, die Übergänge sind etwas hakeliger, weil die Stabilität im Rumpf und die Kontrolle über die Knie etwas verloren gegangen sind – Herausforderungen und Probleme, die ihr eigentlich schon hinter euch gelassen hattet, treten wieder auf.

Wie schnell sich Veränderung zeigt – drei Beispiele aus der Praxis

Aber auch eine qualitativ schlechtere (oder sogar ‚nur‘ schlampigere) Arbeit ohne Pause führt zu diesen Veränderungen, wie in diesem Beispiel:

Wenn eine zweite Reiterin alles ins Wanken bringt

Das Pferd wird seit 3 Jahren regelmäßig gearbeitet, mit meiner professionellen Unterstützung. Die Besitzerin muss selbst auch erstmal noch einiges lernen, achtet aber von Anfang an auch im Kleinen auf die richtigen Details: Anheben des Brustkorbs, Ansprechen und Ansteuern der Knie, Geraderichtung und Stabilisierung der hohlen Seite. Das Pferd wird immer rittiger und ist harmonisch bemuskelt.
Aus Zeitgründen holt sich die Besitzerin eine weitere Reiterin hinzu, die sich freut, in der Verletzungspause ihres eigenen Pferdes ab und an ein so feines und sensibles Pferd reiten zu können. Allerdings reitet sie aus einem falschen oder unklaren Verständnis von Dressur das Pferd mehr über Tempo, macht mehr Druck mit dem Sitz und dem Zügel.
Obwohl das Pferd den Großteil der Woche gearbeitet wird wie zuvor, führt diese Änderung nach wenigen Wochen bereits zu negativen Anzeichen: Die Knie werden schwächer und die Übergänge ruckeln deutlich mehr, Angaloppieren wird auf einmal wieder schwieriger, die Brustwirbelsäule bleibt etwas fester, dadurch ist die Losgelassenheit schwerer zu erreichen und bald ist dann auch zu sehen, wie im Halsansatz und an den Schulterblättern die Muskulatur weniger wird.
Nachdem die hinzugekommene Reiterin aufhört, ist der ganze Prozess ebenfalls innerhalb weniger Wochen wieder vollständig reversibel.

Wie schnell auch positive Veränderung möglich ist

Genauso schnell kannst du aber auch positive Veränderungen in deinem Pferd bewirken und auch dafür habe ich dir ein Beispiel mitgebracht:
Nach gesundheitlichen Schwierigkeiten inklusive einer OP beim Pferd wird das Training radikal umgestellt. Es wird nicht mehr regelmäßig geritten, ‚weil man das so macht‘ oder andere das sagen, sondern die Prämisse lautet jetzt: Wir machen, was ihm gut tut, auch wenn Reiten vielleicht nie wieder wird.
Als erstes Thema zeigen sich bei diesem Pferd die schwachen Knie, also wird zuerst vorrangig geübt, die Knie im Schritt sowie im Antraben fleißiger und aktiver zu bekommen.
Innerhalb weniger Wochen schleift das Pferd die Zehen nicht mehr über den Boden, geht ein deutlich besseres Grundtempo, bekommt zum ersten Mal in seinem Leben einen sich hebenden Widerrist und zeigt insgesamt mehr Freude an der Arbeit.
Da vorrangig Muskulatur schnell reagiert und die Gewöhnung an die veränderte Belastung bei Sehnen und Bändern mehrere Monate dauert, muss man jetzt natürlich lang genug dran bleiben und aufpassen, vor lauter Freude über die Veränderung nicht zu viel zu schnell zu wollen. Aber grundsätzlich ist das genau die Veränderung, die wir als Besitzerinnen für unsere Pferde wollen.

Das Wichtigste in Kürze: Veränderung geht schnell

Denn was ich dir heute vor allem mitgeben möchte, sind vor allem zwei Dinge:

1. Veränderung geht schnell – sowohl in die positive als auch in die negative Richtung.
2. Wenn das Training gut ist, solltest du schon nach wenigen Monaten deutliche Verbesserungen in deinem Pferd wahrnehmen können.

Auf diese kleinen Anzeichen solltest du achten

Veränderung zeigt sich schnell, aber in kleineren Details.

Schleifende Hinterhufe, ruckelige Übergänge, ein ‚ein wenig‘ kantiger aussehender Rücken, eine etwas festere Wirbelsäule, eine etwas deutlichere Schiefe – all das sind Anzeichen, dass du gegensteuern solltest, wenn du nicht in einem Jahr von einem Fesselträgerschaden oder Entzündungen in der Wirbelsäule überrascht werden möchtest.

Du musst nicht perfekt sein

Wenn dich das jetzt latent stresst, dann lass dir aber auch noch gesagt sein:
Du musst nicht perfekt sein, dein Pferd muss es auch nicht; Verbesserung ist immer ein Prozess und schlechtere Tage und Fehler (nicht nur beim Pferd, auch bei dir) gehören dazu. Davon geht kein Pferd direkt kaputt. Regelmäßigkeit und die Fähigkeit, im Kleinen immer wieder ein bisschen besser zu werden, ist entscheidend.s

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Warum ist das mit der Losgelassenheit beim Pferd so schwer?

Warum Losgelassenheit über Gesundheit und Harmonie entscheidet

Dass Losgelassenheit wichtig ist, ist uns allen klar. Ohne Losgelassenheit steigt das Risiko für Schäden an Sehnen, Bändern und Knochen, Lunge und Verdauung, aber auch das Immunsystem im Gesamten wird geschwächt. An Durchlässigkeit und Harmonie ist nicht zu denken und nicht zuletzt: unbequem ist es im Sattel für uns ReiterInnen auch.

Ohne Losgelassenheit ist nichts, was wir sonst mit dem Pferd erarbeiten, langfristig zielführend. Sie steht also ziemlich am Anfang, ist Voraussetzung für alles Weitere und daher auch direkt der zweite Punkt in der Ausbildungsskala.

Warum aber kann es so schwer sein, Losgelassenheit zu erreichen? Warum scheitern so viele von uns immer wieder an diesem einen Punkt?

Losgelassenheit beim Pferd ist kein Anfangshäkchen – sondern ein Ergebnis

Der Grund: Losgelassenheit ist nicht eine Stufe am Anfang der Ausbildung, die man zügig abhakt, um dann an den ‚richtigen‘ Dingen zu arbeiten, sondern sie ist das Ergebnis korrekt gelegter Grundlagen.

Was dein Pferd braucht, um loslassen zu können

Denn Losgelassenheit ist nur möglich, wenn ein Pferd sich voll auf das gemeinsame Tun einlassen kann und sich weder festhalten noch verkrampfen muss. Und das wiederum geht nur, wenn das Pferd das Gefühl hat, gut genug im Gleichgewicht zu sein innerhalb der gestellten Anforderungen – sei das Trab auf dem Zirkel oder ein Übergang von einer in die nächste Gangart mit Reiter auf dem Rücken.

Erst Sicherheit, keine Schmerzen, keine Angst

Um sich losgelassen bewegen zu können, muss sich ein Pferd zunächst einmal sicher fühlen. Es darf keine Schmerzen haben und keine Angst vor dem Ort, wo es sich befindet, oder dem Menschen, mit dem es zu tun hat.

Die Grundlagen gesunder Bewegung

Um sich nicht kompensatorisch irgendwo festmachen zu müssen, muss es auch die grundlegenden Fähigkeiten gesunder Bewegung beherrschen: die Hinterhand schiebt (anstatt mit der Vorhand zu ziehen); der Brustkorb ist gerader (statt völlig schief fast umzufallen); der Brustkorb ist angehoben (anstatt nach vorn unten zu hängen). Dabei fällt jedem Pferd der eine Aspekt leichter als der andere, auch bedingt durch Körperbau und Charakter. Aber ein grundsätzliches Verständnis aller dieser Fähigkeiten ist für alle Pferde notwendig. Und selbst wenn ein Pferd verstanden hat, wie es geht, kann es durchaus auch noch eine Weile dauern, ehe es die dafür nötige Kraft und Stabilität aufgebaut hat, um das in Bewegung für ein paar Meter am Stück durchzuhalten.

Welche Rolle du als Reiterin spielst

All das wiederum erfordert einen Menschen, der das vermitteln kann. Der weiß, was dazu gehört, wie er es dem Pferd erst ohne und dann mit Reiter verständlich macht und auch genug Kontrolle über sich und sein Gleichgewicht hat, das Pferd im Sattel dann nicht noch zusätzlich zu stören und es so aus Versehen wieder aus der Balance bringt.

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Warum nach der Losgelassenheit alles leichter wird

Losgelassenheit wird also erreicht, wenn ein Pferd ALLE für die Ausbildung nötigen Grundlagen bereits gelernt hat, um sich gut genug im Gleichgewicht bewegen zu können. (Was ‚gut genug‘ ist, entscheidet übrigens immer das jeweilige Pferd, denn das Empfinden ist da sehr verschieden) Das wiederum bedeutet, dass alles, was in der Ausbildung danach kommt, ungleich leichter ist, weil es – ganz vereinfacht gesagt – einfach nur ‚mehr‘ von dem ist, was wir ohnehin schon etabliert haben. Bis wir so dicht an Geraderichtung und Versammlung kommen, wie es das jeweilige Pferd realistisch schaffen kann (auch hier spielen Körperbau und Charakter eine große Rolle), dauert es natürlich trotzdem noch Jahre. Aber diese Jahre dienen dem Verfeinern, dem Differenzieren, dem Kräftigen und Stärken – nicht dem grundsätzlichen Verständlich machen davon, wie der Körper an sich gesund arbeitet, um gerader zu werden oder sich versammeln zu können. Dieses Verständnis brauchen wir in der Arbeit ganz am Anfang.

Es gehören also viele Fähigkeiten dazu, bei Pferd UND Mensch, um zur Losgelassenheit zu kommen. Je schwerer das einem oder beiden davon fällt, desto länger kann es also dauern.

So findet ihr gemeinsam zur Losgelassenheit

Du hast verstanden, warum es so schwer ist, aber trotzdem noch keine richtige Ahnung, wie du es mit deinem Pferd anstellen solltest, um Losgelassenheit zu erreichen? Dann melde dich gern bei mir für ein unverbindliches, kostenloses Kennenlerngespräch und wir schauen gemeinsam, wie euer Weg aussehen kann und ob und wie ich euch dabei unterstützen kann.

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Verändert sich dein Pferd – und du merkst es nicht?

Pferde sind verschieden.

Es gibt schüchterne und mutige Pferde, ständig verunsicherte und entdeckungsfreudige Charaktere, schwache und fitte, kraftvolle Körper.
Was davon ist dein Pferd?
Und bist du dir dabei wirklich sicher?

Denn: Diese Eigenschaften deines Pferdes verändern sich!

Ich beobachte immer wieder, wie Besitzerinnen versäumen, sich diesen Veränderungen anzupassen. Oft, weil sie es gar nicht wahrnehmen.
Da war der eigene Wallach anfangs permanent gestresst und verunsichert und brauchte einen sehr ruhigen, sanften Umgang. Fünf Jahre später ist er gut angekommen und wäre belastbarer, man könnte ihm mehr abverlangen – aber die Besitzerin behandelt ihn immer noch wie das zarte Pflänzchen, das er vor Jahren war.

Oder die schlecht bemuskelte Stute, die trotz aller Versuche kaum aufbaute und deswegen körperlich wenig leisten konnte. Sie ist nach zwei Jahren passender Aufbauarbeit zu einem kraftvollen, fitten und harmonisch bemuskelten Pferd geworden – wird aber immer noch behandelt wie ein schwächlicher Rehafall. Dabei kann und will sie!

Natürlich ist so eine Veränderung auch in die andere Richtung möglich.

Wenn das fitte, belastbare Pferd, mit dem man mehr oder weniger alles tun und dem man alles zutrauen kann, auf einmal nicht mehr so gut mit den Anforderungen mitkommt. Wenn es ein verändertes Pensum braucht, schneller verunsichert ist, der Rücken beginnt, schneller ins Hängen zu kommen.

Es ist, glaube ich, mit eins der schwierigsten Dinge im Verlauf der Ausbildung: mitzubekommen, dass und wie das eigene Pferd sich körperlich und mental verändert, und darauf dann adäquat einzugehen.
Gleichzeitig ist es ein ganz wichtiger Aspekt, um nicht die Verbindung zum eigenen Pferd zu verlieren.

Wenn sich all die Arbeit der vergangenen Jahre auszahlt und ein Pferd jetzt mental und körperlich belastbarer ist, kann es sich durchaus latent unterfordert fühlen, wenn Umgang und Anforderungen dem  nicht gerecht werden. 

Es wird auch viel Potential verschenkt von Dingen, die auf einmal gemeinsam möglich wären – seien das größere Ausflüge, anspruchsvollere Situationen im Gelände, Freude an anspruchsvolleren Lektionen oder auch neue Herausforderungen wie Sprünge o.ä..
Man wächst an seinen Aufgaben und etwas neues zu meistern schweißt zusammen!
Andersherum möchte auch ein Pferd, was altersbedingt beginnt, etwas abzubauen, mit seinen veränderten Bedürfnissen gesehen und abgeholt werden. Nur weil ein volles Pensum mit Lehrgängen, Geländeritten und guter Arbeit in verschiedenen Sparten – von Ausdauertraining über anspruchsvolle gymnastizierende Arbeit bis hin zum Springen oder Fahren – in den letzten Jahren gut und gern möglich war, heißt das nicht, dass das auch bis ins hohe Alter unverändert so möglich bleibt.
Ziehe ich hier als Besitzerin meinen Stiefel zu lange durch, baut mein Pferd unter Umständen viel schneller ab, weil der Körper dauerhaft überfordert ist.

Ich lade dich daher ein, regelmäßig zu reflektieren und zu prüfen, ob das Bild, was du von deinem Pferd hast, tatsächlich noch der Realität entspricht.
Dein Pferd und eure Beziehung werden es euch danken!

 

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Auf dem Weg in die Tragfähigkeit – die Entwicklung eines 16jährigen Wallachs

Heute möchte ich einmal die Entwicklung eines Kundenpferdes mit euch teilen, um zu zeigen, wie individuell dieser Prozess abläuft und dass auch nicht alles auf einmal verändert werden kann.


Ausgangssituation: Kennenlernen eines trageerschöpften Pferdes

Kennengelernt habe ich den Wallach Dingo 16jährig so:

März 2025: So habe ich Dingo kennengelernt

Seine Besitzerin hatte schon einiges versucht, aber er baute einfach nicht auf.
Er war offensichtlich trageerschöpft, mit einem in sich gekehrten Blick.
In der Bewegung war er einerseits zu schnell unterwegs, andererseits hat er nicht auf die Hilfen reagiert.

Der entscheidende Knackpunkt: Mentale Abwesenheit vor körperlichen Problemen

Letzteres war auch der Knackpunkt:
So lange er innerlich so zurückgezogen bleibt, können wir auch körperlich wenig für ihn tun.

Erstes großes Ziel war also, ihn mental aus seinem Schneckenhaus zu holen.
Bemuskelung und Bewegungsabläufe durften erstmal so bleiben.


Erste Phase: Mentale Aktivierung durch Clickertraining

Die ersten Wochen etablierte Dingos Besitzerin also das Clickertraining.
Mit Futter als sehr hohem Motivator, sehr kleinschrittigem Input, sehr viel positivem Feedback und ohne groß körperlichen Druck hat dieser Ansatz für ihn sehr gut funktioniert.

August 2025: Dingo beginnt, sich im Trab fallenzulassen

Erste sichtbare Veränderungen: Mehr Losgelassenheit im Körper

Das war auch seinem Körper anzusehen, der im Mai bereits viel gelöster wirkte.


Übergang zur Bewegung: Grundlage für nachhaltige Bemuskelung

Somit waren die Voraussetzungen gegeben, um jetzt an die Bewegung zu gehen – die dann langfristig für die Bemuskelung sorgt.


Schritt 1: Verständnis für das Anheben des Brustkorbs

Erster Schritt:
Er musste ein Verständnis für das Anheben des Brustkorbs bekommen, um nicht mehr so haltlos nach vorn zu stürzen.

Dabei reicht die Idee völlig aus – Kraft, um ‚viel‘ zu tun, kann er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht haben.


Schritt 2: Aktivierung der Hinterhand

Anschließend kam dann die Hinterhand dazu.
Auch mit den Hinterbeinen stürzte er zu sehr nach vorn und verstärkte so das Kippen des Körpers nach vorn.

Mit satterem Bodenkontakt in den Stützbeinphasen hinten kam die Hinterhand dann endlich ins Arbeiten, machte die Vorhand freier und Dingo begann, im Trab loszulassen und die Oberlinie zu entspannen.

Oktober 2025: Wir nehmen vorsichtig Schub dazu

Schritt 3: Entwicklung von Schub – mit Fingerspitzengefühl

Nachdem das gefestigt war und er sich sehr zuverlässig und konstant im Trab fallen ließ, war dann der Schub an der Reihe.

Kam die Hilfe hierfür zu plötzlich oder zu stark, hob er sich sofort heraus – es galt also, dass passende Maß zu finden.
Auch wenn der Unterschied zwischen ‚er trabt locker vor sich hin‘ und ‚er beginnt zu schieben‘ noch sehr minimal war.

Auch Arbeit im Galopp war dann möglich.


Aktueller Trainingsschwerpunkt: Aktives Heben des Brustkorbs

Aktuell liegt der Schwerpunkt auf dem aktiven Heben des Brustkorbs in der Bewegung.

Die Voraussetzungen dafür sind da:
Er hat bereits die Idee dafür, die Hinterhand arbeitet und hat Kraft bekommen, die Vorhand wurde dadurch freier und kann jetzt aktiv mit der Anhebung des Rumpfs beginnen.

Dingo am Anfang, links, und 11 Monate später, rechts (1)
Dingo am Anfang, links, und 11 Monate später, rechts

Der Vergleich: Am Anfang und 11 Monate später

Hier nochmal der Vergleich:
Dingo am Anfang und 11 Monate später


Fazit: Eine Entwicklung mit Potenzial nach oben

Was für eine schöne Entwicklung!
Und es ist noch Luft nach oben, d.h. ich erwarte, dass da muskulär mit steigendem Können noch mehr kommt.


Unterstützung auf eurem eigenen Weg

Du wünschst dir für dein Pferd auch eine solche Entwicklung?
Ich unterstütze euch gern – hier vor Ort im Raum Dresden über die Trainingspakete oder auch online.

Ich freue mich, von dir zu hören!

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Seitengänge richtig vorbereiten: Wann dein Pferd wirklich bereit für Schulterherein & Co. ist

„Schulterherein ist das Aspirin der Reitkunst.“ – Nuno Oliveira

Oft werden Seitengänge als Allheilmittel beschrieben und erwecken den Eindruck, dass sie einerseits für das Wohlergehen eines jeden Pferdes unvermeidbar sind und andererseits erst ein Reiter, der sie nutzt, ‚etwas kann‘.

Vorab: Dem ist nicht so, Balance und Gesundheit sind auch möglich, ohne Seitengänge zu erreichen.

Wenn du sie aber nutzen möchtest, solltest du sicherstellen, dass dein ‚Aspirin‘ auch die richtigen Zutaten enthält und keine aus billigem weißem Pulver zusammengepresste Fake-Tablette ist.

Deswegen zeige ich dir heute, was diese Zutaten sind.

Traversale

Woran du einen gut ausgeführten Seitengang erkennst

In einem gut ausgeführten Seitengang

  • bleibt das Pferd jederzeit unverändert im Takt
  • ist der Brustkorb angehoben, die Hinterbeine fußen kürzer, Hüft- und Kniegelenke bleiben stärker gebeugt – dadurch entsteht ein kürzerer Rahmen, vermehrte Aufrichtung und der nötige Versammlungsgrad
  • ist der Brustkorb entsprechend der nötigen Biegung minimal rotiert
  • bleibt das Pferd in der Halsbasis stabil – wenn man die Schulterblätter nach vorn verlängern würde, darf sein Kopf diesen ‚Kanal‘ nie zur Seite verlassen
  • werden Kraft und Bewegung nicht mehr parallel zur Wirbelsäule, sondern diagonal durch den Pferdekörper übertragen
  • bleibt es im ganzen Körper losgelassen und deswegen durchlässig an den Hilfen
  • behält es die gewünschte Abstellung auf der gerittenen Linie bei

Da kommen schon ein paar Fähigkeiten zusammen, die ein Pferd bewältigen können muss!

Renvers

Warum gute Grundlagen vor Seitengängen entscheidend sind

Bevor du dein Pferd also ins kalte Wasser wirfst und direkt mit dem Seitengang beginnst, stelle erst einmal sicher, dass dein Pferd diese Fähigkeiten einzeln bzw. dann in weniger komplexen Zusammensetzungen schon beherrscht.

Lass uns also die Komponenten einmal einzeln anschauen:


Takt – bleibt er wirklich stabil?

  • Geht dein Pferd grundsätzlich in einem gleichmäßigen Takt?
  • Bleibt der Takt unverändert, auch wenn ihr von einer geraden auf eine gebogene Linie abwendet?
  • Bleibt der Takt unverändert, auch wenn die gebogenen Linien kleiner werden – bis hin zur Größe einer Volte?

Ø Um das zu können, muss dein Pferd jederzeit den Raumgriff anpassen und auch die Belastung der Hinterbeine ändert sich mit kleiner werdenden Linien. Sie können jetzt nicht mehr so stark schieben und bleiben stärker gebeugt.

Schulterherein

Brustkorb und Vorhand – Anheben ohne Spannungsverlust

Kann dein Pferd in Bewegung den Brustkorb anheben, sodass es den Sattel mehr ausfüllt und der Hals vor dem Sattel breiter wird?

Kann es das, ohne den Takt zu verlieren? Auch im Wechsel auf eine andere Linie? Auch auf zunehmend kleiner werdenden Linien? Und auf beiden Händen gleichermaßen?

Ø Um das zu können, darf dein Pferd zum einen nicht verspannt sein und muss zum anderen dafür schon die nötige Kraft bzw. den nötigen Tonus aufgebaut haben.


Biegung – ohne Abknicken oder Überstellen

Kann dein Pferd in beide Richtungen wenden, ohne im Hals abzuklappen oder sich zu überstellen?

Kann es in Wendungen mit dem Brustkorb symmetrisch bleiben, also weder die innere noch die äußere Seite spürbar ‚abfallen‘ lassen?

Kann es sich auf gebogenen Linien auf beiden Händen biegen – ohne sich mit einer Seite zu stark hängen zu lassen, ohne die Linie zu verlassen, sich zu verwerfen und ohne seitlich mit dem Hals abzuknicken? Auf einem Zirkel, auf einem kleineren Zirkel, auf einer Volte, in einer Ecke?

Ø Um das zu können, muss dein Pferd beide Körperhälften im Rumpf und über den Beinen gleichermaßen stabil halten. Es ist also schon ein gewisses Maß an Geraderichtung notwendig.

Renvers zu wenig Biegung

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Die entscheidende Voraussetzung: Losgelassenheit im Rücken

Und zuletzt die entscheidende Frage – denn ohne diese Qualitäten ist alles andere hinfällig:

Bleibt dein Pferd dabei im Rücken losgelassen und durchlässig an den Hilfen, fühlt sich also stabil und gleichzeitig weich, balanciert und gleichzeitig kraftvoll an?

Ø Ob die Losgelassenheit vorhanden ist oder verloren geht, zeigt dir, ob dein Pferd die o.g. Fähigkeiten wirklich hat und in Balance ist – oder nur gerade so irgendwelche Körperteile irgendwohin halten kann.


Wann ihr wirklich bereit für Seitengänge seid

Wenn du all diese Fragen – insbesondere die letzte – mit JA beantworten kannst: Herzlichen Glückwunsch!

Du hast dann schon richtig gute Grundlagen gelegt und hast ein gut balanciertes und losgelassenes Pferd. Das hat sicher einiges an Zeit und Mühe gekostet, aber: Ihr seid bereit, euch mit den Seitengängen zu befassen!


Und wenn noch nicht alles passt

Da war noch ein oder mehrere NEINs dabei?
Dann hast du gleich eine Liste an Dingen, die ihr üben solltet.

Schulterherein, überstellt im Hals, verworfen im Genick

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Die Dressur ist für das Pferd da – nicht das Pferd für die Dressur.

Dieses Zitat von Bent Branderup hast du sicherlich schon einmal gehört oder gelesen.

Leider wird es gern auch missverstanden, denn:
‚Die Dressur ist für das Pferd da‘ darf nicht heißen, dass man jedes Pferd bis zur Hohen Schule bringen kann, wenn man nur die richtige Herangehensweise findet!

Sondern: In der Ausbildung, in der gymnastizierenden Arbeit, muss es in erster Linie immer um das Pferd gehen.

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Im Verlauf seiner Ausbildung sollte das Pferd an Ausstrahlung gewinnen,
es sollte einen weichen, offenen Blick bekommen,
harmonisch bemuskelt sein,
ein gutes Körperbewusstsein bekommen,
sich kraftvoller, balancierter, harmonischer und geschickter bewegen.

…und all das nicht nur, wenn ich als Mensch dabei bin und ‚anleite‘, sondern auch in seinem Alltag auf der Koppel und dem Paddock und in unerwarteten Situationen.

Das Pferd soll sich in sich wohlfühlen und es soll ihm gut gehen, über möglichst viele Jahre, für ein langes Leben.

Der Gedanke, man könne jedes Pferd bis zur Piaffe oder sonstigen Lektionen der Hohen Schule ausbilden, wenn man nur die richtige Herangehensweise findet, führt aus meiner Sicht zu unnötigem Druck und Stress für Mensch und Pferd.

Es gibt genug Pferde, für die die Erarbeitung der grundlegenden Tragfähigkeit in den Grundgangarten schon sehr viel Anstrengung bedeutet.

Das typische Rheinisch-deutsche Kaltblut, der für Rennen gezogener Traber oder ein Saddlebred-Mix bringen oft weder ein für Tragfähigkeit hilfreiches Exterieur noch den nötigen Muskeltyp mit.
Und dann sieht auch das Ergebnis durchaus unterschiedlich aus, je nachdem, wie lang und gewinkelt die Hinterbeine oder wo der Halsansatz im Verhältnis zur Schulter ist.
Aber auch ein augenscheinlich gutes Exterieur ist kein Garant für die Eignung zur Hohen Schule: Bringt der Oldenburger ausgeprägtes ECVM, MIM plus Hypermobilität mit, können schon die Grundlagen von Stabilität und Reitbarkeit eine große Herausforderung sein.

Und nicht zuletzt spielt der Charakter eine ganz wesentliche Rolle

Versammlung ist anstrengend!
Dafür muss das Pferd eine gewisse Leistungsbereitschaft mitbringen. Es muss sich gern anstrengen, darf sich nicht vor Herausforderungen scheuen und auch geistig ‚auf Zack‘ sein.
Sicherlich kann man das bis zu einem gewissen Grad auch üben.
Aber wenn ein Pferd vom Grundcharakter her Couchpotato ist, lieber kuschelt, als sich zu bewegen und auch nach systematisch aufgebautem Training über Monate hinweg drei Runden Galopp als viel zu unnötig anstrengend findet, wird es nicht bis zur echten Versammlung kommen.
Das Gleiche gilt auch für Pferde mit einem sehr dünnen Nervenkostüm, die sich außergewöhnlich schnell und über die Maßen aufregen und stressen können, sobald es etwas anstrengender oder herausfordernder wird.
Man müsste dafür über Jahre hinweg gegen den Charakter dieser Pferde arbeiten und sorgt damit für so viel psychischen Stress – durchaus auf beiden Seiten! –, dass unterm Strich kein gesundheitlicher Vorteil für das Pferd dabei herauskommen kann.

Mit dem richtigen Charakter kann ein Pferd übrigens ein herausforderndes Exterieur definitiv auch wettmachen. Deswegen gibt es durchaus Kaltblüter, Traber oder völlig verbaute Saddlebred-Mixe, die sehr weit ausgebildet werden können.

Ganz außen vor gelassen habe ich jetzt übrigens den Faktor Mensch.

Auch wir bringen körperlich und charakterlich ganz unterschiedliche Voraussetzungen mit, die Einfluss darauf haben, wie gut wir reiten und ausbilden lernen können.
(Dafür brauchen wir auch noch die passenden Lehrer und Trainingsbedingungen… – es ist ein großes Feld!)

Am Ende ist entscheidend, wie sich dein Pferd tatsächlich entwickelt.

Lass dich nicht stressen, wenn Piaffe und Pirouetten nicht ansatzweise auf der Agenda stehen, sondern fokussiere dich auf das Erarbeiten qualitativ guter Grundlagen innerhalb der Voraussetzungen, die ihr – Pferd und Mensch – mitbringt.

Dann ist die Dressur für dein Pferd da.

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3 Fehler, die den Pferderücken kaputt machen

Der Rücken deines Pferdes ist zu kantig oder du hast Sorge, dass er langfristig zu kantig wird, zu sehr ins Hängen kommt und Schaden nimmt?

Die Gesundheit des Pferderückens steht und fällt mit der Losgelassenheit.

So lange dein Pferd den Rücken verspannt oder festhält und nicht richtig loslässt, kann es weder die richtige Muskulatur nutzen noch wird die benutzte Muskulatur zunehmen – dazu muss nämlich ein ständiges An- und Abspannen der Muskeln stattfinden können, kein Dauerhalten.

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Beispiele für einen gut bemuskelten, gesunden Rücken

Um dem Rücken deines Pferdes etwas Gutes zu tun, solltest du also die folgenden Fehler vermeiden:

  1. Du arbeitest Übungen in einer festgelegten Reihenfolge ab, anstatt hinzuschauen, was dein Pferd heute braucht, um besser zu werden.

    Wenn du einem vorher festgelegten Ablauf folgst, ohne dabei auf die Tagesform deines Pferdes einzugehen, wirst du zum einen keine Losgelassenheit erreichen und zum anderen Gleichgewicht und Bewegungsqualität deines Pferdes nicht verbessern können.
    Muskelaufbau findet so nicht statt.

  2. Du achtest darauf, wie dein Pferd den Kopf hält, aber nicht darauf, ob es im Rücken loslässt oder nicht.

    Wir wissen: Wenn das Pferd über den Rücken geht, lässt es sich im Hals fallen und gibt im Genick nach.
    Aber: Nur, weil der Hals runtergeht und es im Genick nachgibt, geht es nicht automatisch über den Rücken!

    Spüre also immer in den Pferderücken und lerne, wahrzunehmen, wann er losgelassener, wann fester, wann zusammengezogen und wann höher ist, wann er hängt und wann er stabiler ist.
    Darüber findest du übrigens auch heraus, was deinem Pferd hilft, über den Rücken zu gehen!

  3. Du vernachlässigst die Tatsache, dass deine eigene Anspannung und deine eigenen Fehler Auswirkungen darauf haben, wie losgelassen und balanciert dein Pferd gehen kann.

    Auch ein unausbalancierter Sitz, unpassende Hilfengebung und innere Anspannung beim Menschen wirken sich aufs Pferd aus und hindern es an der Losgelassenheit. Pferde merken alles und reagieren darauf!

    Deswegen ist es sinnvoll, vor dem Stall – spätestens aber in den ersten Minuten am oder auf dem Pferd – den Fokus erstmal auf sich selbst zu legen, Verspannungen loszuwerden, die eigene Atmung zu regulieren und auch Gedanken zur Ruhe zu bringen. Meist ist anschließend das Pferd schon viel mehr ‚da‘ als vorher.

Keine Ahnung, wo du anfangen sollst? Frag dein Pferd!

Mach mit ihm die Übungen aus meinem Selbsttest und erfahre dann, welches Balanceproblem ihr zuerst angehen solltet, um die Losgelassenheit zu verbessern.

Wenn du meine individuelle Unterstützung für dich und dein Pferd nutzen möchtest, um Losgelassenheit, Gleichgewicht und feine Hilfengebung zu verbessern, dann bist du bei meinen Trainingspaketen am besten aufgehoben.

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In 3 Schritten zu harmonischeren Übergängen

Dein Pferd reagiert nicht oder zu heftig, wenn es einen Übergang gehen soll?

Die Übergänge gelingen euch nie am Punkt oder nur mit Ach und Krach?
Du hättest gern, dass sie nicht nur überhaupt zuverlässiger klappen, sondern auch harmonischer werden?

Dann lies weiter und ich erkläre dir, was du tun kannst, um eure Übergänge zu verbessern.

1. Das Problem identifizieren

  • Reagiert dein Pferd über und schießt zu heftig los oder bremst zu abrupt?
  • Reagiert dein Pferd gar nicht oder nur auf starken Druck?
  • Hält es die Luft an? Wird es schief?
  • Kann es seinen Takt für die neue Gangart verändern oder hat es keine Kontrolle über seine Beine?
  • Tut es sich auf der gebogenen oder einer geraden Linie leichter?

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2. Die Vorbereitungen deines Pferdes ist die halbe Miete.

Wenn du das Problem identifiziert hast, passe dann deine Vorbereitung entsprechend an. Das überreagierende, angespannte, abgelenkte Pferd braucht ruhige Vorbereitung. Es darf nicht von deinen Hilfen überrascht werden und die Hilfen dürfen auch nicht zu stark gegeben werden. Was zu plötzlich und zu stark ist, sagt dir dein Pferd. Probiere also herum, bis du das richtige Maß gefunden hast.

Das zähe, triebige Pferd braucht mehr Aktivierung. Aber auch hier führt ein Zuviel schnell zu einem negativen Ergebnis: Diese Pferde werden dann noch fester und bewegen sich erst recht nicht mehr. Stelle also sicher, dass seine Beine schneller werden, ohne dass es die Luft anhält oder den Rücken fest macht.

Merkst du schon während der Vorbereitung, dass es nicht gut werden wird, brich den Übergang lieber ab anstatt einen ‚Hauptsache Irgendwie‘ – Übergang durchzudrücken. Damit bestärkst du nur die Muster, die du eigentlich loswerden möchtest.

3. Die richtigen Kriterien

Mach dir immer wieder bewusst, worum es dir geht: Du möchtest einen fließenden, weichen  Übergang mit einem für seinen Ausbildungsstand angemessenen Maß an Durchlässigkeit. Daher hat die Losgelassenheit absolute Priorität.
Eure Übergänge dürfen in der nächsten Zeit länger brauchen und auslaufender sein.
Erst, wenn losgelassene Übergänge eure Norm geworden sind, darfst du dann darauf achten, sie an einem bestimmten Punkt stattfinden lassen.
(Übrigens ist dafür dann nicht das Pferd zuständig, sondern du musst wissen, wann du mit welcher Vorbereitung beginnen musst, damit es am Punkt klappen kann.)
Stelle also immer wieder sicher, dass du deine Kriterien nicht aus Versehen vermischst oder immer wieder änderst – so kann keine Verbesserung stattfinden.

Du scheiterst schon an Punkt eins, der Problemanalyse?
Dann nutze gern meinen Selbsttest. Der zeigt dir, was das aktuell größte Balanceproblem deines Pferdes ist.

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Warum Sicherheitsregeln dich zur besseren Reiterin machen

Wer kennt sie nicht, all die Sprüche und Regeln, an die man sich im Umgang mit Pferden zu halten hat:

  • niemals den Führstrick um die Hand wickeln

  • niemals Finger durch Ringe von Halftern oder Karabinern stecken

  • ein Pferd immer erst ansprechen, ehe man es berührt – niemals aus dem Nichts berühren, schon gar nicht an der Hinterhand

  • ein Pferd immer an einer massiven Stange oder einem festen Ring anbinden, nicht zu lang anbinden und einen Sicherheitsknoten nutzen

  • erst alles vorbereiten und bereit legen, dann das Pferd holen

  • am Putzplatz alles außerhalb der Reichweite des Pferdes lagern

  • die rechte Körperhälfte des Pferdes wird mit der rechten Hand geputzt, die linke Körperhälfte mit der linken Hand

  • nicht neben das Pferd hocken, sondern nur hinunterbeugen

  • Trense und Sattelzeug erst sortieren, dann dem Pferd anziehen

  • alles ordnungsgemäß verschnallen, nachgurten nicht vergessen

  • Türen und Tore weit genug öffnen und anschließend ordnungsgemäß verschließen

  • nach der Arbeit wird zuerst das Pferd versorgt, dann erst kann der Reiter sich um sich selbst kümmern

  • regelmäßige Lederpflege

  • festes Schuhwerk tragen

Die Liste ist lang und unvollständig und dir vielleicht auch zu anstrengend, wenn du nach der Arbeit noch zu deinem Pferd fährst.

Was aber, wenn ich dir sage, dass du durch die Einhaltung dieser Sicherheitsregeln auch eine bessere Reiterin wirst?

Regeln dienen vordergründig der Sicherheit

Der vordergründige Sinn solcher Regeln ist klar: Sie dienen der Sicherheit.
Sie stellen das Pferd und sein arttypisches Verhalten in den Mittelpunkt und verhindern Unfälle, die passieren können, weil ein Pferd sich einfach wie ein Pferd verhält.

Denn nicht das Pferd muss Rücksicht nehmen, weil du den Führstrick um die Hand gewickelt hast, sondern du musst den Strick so halten, dass du dich nicht verletzen kannst, falls dein Pferd sich erschrecken sollte.

Alle Reitlehrer, Stallbetreiber, Ausbilder und Miteinsteller, die auf die Einhaltung solcher Regeln pochen, haben vor allem die Sicherheit deines Pferdes und dir im Sinn. Wer lange genug mit Pferden zu tun hat, hat schon die ein oder andere gefährliche Situation erlebt und weiß, wie schnell auch mit dem gelassensten Pferd etwas so richtig schief gehen kann.

 

Nachlässig werden wir mit der Einhaltung dieser Regeln gern, weil wir dann weniger Mitdenken müssen und unser Gehirn von Natur aus Energie sparen möchte. Aber genau hier liegt der sekundäre Zweck dieser Regeln: Sie trainieren unsere Konzentrationsfähigkeit.

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Regeln trainieren auch die Konzentrationsfähigkeit

Um mit deinem Pferd fein kommunizieren zu können, musst du aufmerksam genug sein, seine subtilen Äußerungen mitzubekommen.
Um es in jeder Einheit gut abzuholen, die gemeinsame Balance und Bewegung qualitativ zu verbessern und es langfristig gesunderhaltend auszubilden musst du dich während der Arbeit voll auf dich und dein Pferd konzentrieren können.

Wie soll es dir gelingen, dich 45 oder 60 Minuten am Stück ganz auf das gemeinsame Tun zu konzentrieren, wenn du ansonsten eher gedankenlos, unaufmerksam oder immer wieder schnell abgelenkt bist?
Und auch dein Pferd wird sich niemals besser konzentrieren als du es tust – das bestätigt sich in meiner Arbeit mit vielen unterschiedlichen Pferd-Mensch-Paaren immer wieder.

Konzentration kann und muss geübt werden

Natürlich fällt das der einen leichter als der anderen. Genauso wie jemand von Natur aus mehr Muskeltonus oder einen kürzeren Oberkörper haben kann und dadurch bereits mit einem Vorteil ins Reiten startet. Diese Unterschiede sind ganz normaler Teil des Lebens und bedeuten am Ende vor allem eins: Du musst für den einen oder anderen Aspekt einfach mehr arbeiten als jemand, dem das leichter fällt.
Für ein harmonisches Miteinander mit dem Pferd und eine gesunde, pferdegerechte Ausbildung kommt niemand drum herum, sich diese Konzentrationsfähigkeit aneignen zu müssen.

Das kannst du gut im Alltag tun – Achtsamkeit wäre hier das passende Stichwort –, oder mithilfe von einfachen Meditationsübungen.
Oder du schlägst zwei Fliegen mit einer Klappe und siehst Sicherheitsregeln im Umgang mit dem Pferd auch als Übung für eure Aufmerksamkeitsfähigkeit.

Regeln sind keine Einschränkung, sondern Hilfe

Je konsequenter du das im Alltag umsetzt, desto leichter wird es dir auch im Training fallen, klar, fokussiert und fein mit deinem Pferd zu agieren.

Probier es in der nächsten Woche einmal bewusst aus und beobachte, wie dein Pferd reagiert und was sich in der gemeinsamen gymnastizierenden Arbeit für euch verändert!

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Raus aus der Angst: Wie du dich im Sattel wieder sicherer fühlst

Du sitzt im Sattel, das Herz schlägt dir bis zum Hals, deine Hände sind feucht, dein Körper ist wie gelähmt und du wartest nur darauf, dass gleich etwas passiert.

Diese physischen Reaktionen deines Körpers und deine Handlungsunfähigkeit merkt dein Pferd natürlich und reagiert darauf – ein negativer Teufelskreis entsteht.

Was tun?

Dass du diesen Blogbeitrag liest, zeigt, dass das Reiten aufgeben für dich keine Option ist, sondern du eine Lösung finden möchtest. Das ist an sich schon mutig, denn mit Angst möchte dein Körper dich beschützen.

Versuche also, deine Angst als berechtigte Reaktion deines Körpers zunächst einmal zu akzeptieren. Es mag sein, dass andere Reiter in der gleichen Situation keine Angst haben – das macht deine Angst oder dich aber nicht ‚dumm‘.

Raus aus der Angst – Rein ins Handeln

Angst kommt auf, wenn wir das Gefühl haben, eine Situation nicht mehr beeinflussen oder kontrollieren können. Das kann durchaus bereits beim Schrittreiten der Fall sein, wenn das Pferd nicht auf unsere Hilfen reagiert, stark unter Spannung steht oder wir das Pferd überhaupt nicht kennen und nicht wissen, mit welchen Reaktionen zu rechnen ist.

Deswegen können wir der Angst ihre Macht nehmen und sie langsam kleiner werden lassen, in dem wir Stück für Stück wieder ins Handeln kommen und die Kontrolle zurückgewinnen. Denn mit dem Können sinkt die Angst. Du bekommst Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten und bist auch schwierigeren oder unbekannten Situationen nicht mehr hilflos ausgeliefert.

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Positive Erfahrungen sammeln

Eine meiner Kundinnen hat das einmal sehr eindrücklich erlebt:
Auf ihren eigenen Wunsch hin ist sie, als ängstliche Reiterin, unter meiner Aufsicht ein ihr unbekanntes Pferd geritten. Das erste Mal seit Jahren ein Pferd, welches nicht das eigene war.
Mit klopfendem Herzen steigt sie auf – und kann innerhalb der ersten zehn Meter klar benennen, was diesem Pferd für die Geraderichtung fehlte.
Innerhalb der nächsten Minuten stellt sie fest, dass sie auch bei dem unbekannten Pferd mithilfe ihres Sitzes die Schiefe positiv beeinflussen kann, genau wie bei ihrem eigenen. Das Pferd reagiert auf die verbesserte Balance mit mehr innerer Ruhe und einem losgelassenen Rücken.
Sie sagt: ‚Wenn ich das hinbekomme, ist er mit seiner Aufmerksamkeit voll bei mir und ich fühle mich komplett sicher.‘

Was für eine tolle Erfahrung!

Natürlich ist damit ihre Angst nicht einfach weg, aber je öfter sie solche Erfahrungen macht, desto selbstsicherer wird sie sich auf fremden Pferden fühlen.

Was braucht es für dich, um auch so mit der Angst umgehen zu können?

Eine gut durchdachte Vorbereitung.

Meine Kundin hat sich nicht einfach so auf irgendein Pferd gesetzt. Wir haben ein Pferd in ähnlicher Größe ausgewählt, von dem keine kopflosen oder gefährlichen Reaktionen zu erwarten waren und welches ähnliche körperliche Probleme hat wie ihr eigenes.
Für ihr Sicherheitsgefühl habe ich sie zunächst geführt und sie konnte jederzeit bestimmen, ob sie geführt, longiert werden oder frei weiter reiten möchte.

Um trotz Angst wieder handlungsfähig zu werden, spring nicht einfach ins kalte Wasser. Geh nicht mit Hoffen und Beten oder ‚Augen zu und durch‘ an Situationen, die deine Angst verstärken oder tatsächlich unschön ausgehen könnten.
Wähle Situationen aus, denen du dich gewachsen fühlst oder die nur ein kleines Stück außerhalb deiner Komfortzone liegen.
Es ist absolut legitim, gewisse Situationen erstmal zu vermeiden und auch abzusteigen, wenn du dich dadurch sicherer fühlst!
Sicherheit vor Mut.

Fokus auf das, was du tun KANNST.

Aus der Vorbereitung ergibt sich, dass die Situation an sich für dich händelbar bleibt.
Die Kundin aus meinem Beispiel hatte ein Pferd unter dem Sattel, was mehr oder weniger genau das brauchte, was sie zuletzt mit ihrem Pferd geübt hatte. Sie musste nicht mehr oder anders reagieren als sonst, sondern es ‚nur‘ (das ist schwer genug!) schaffen, auf die Fähigkeiten zuzugreifen, die sie bereits hatte.
Das Wichtigste im Umgang mit Angst ist es, in kleinen Schritten wieder ins Tun zu kommen. Statt wie gelähmt zu sein wieder handlungsfähig zu werden.
Es geht also nicht darum, das Pferd schnell wieder voll unter Kontrolle zu bekommen, sondern wieder Herr des eigenen Körpers zu werden. Darauf reagiert auch das Pferd!

Konzentriere du dich also erstmal nur auf EINE Sache, die du tun kannst, um deinen eigenen Zustand positiv zu beeinflussen und dadurch den negativen Teufelskreis, in den du mit dem Pferd kommst, zu durchbrechen.
Am besten ist hier zuallererst der Fokus auf deine Atmung, denn über die Steuerung deiner Atmung kannst du dein gesamtes Nervensystem regulieren. Du solltest also ein Bild oder eine Übung zur Hand haben, mit der deine Atmung wieder tiefer, ruhiger und gleichmäßiger wird. Du kannst deine Atemzüge zählen oder bewusst in den unteren Bauch ein- und durch die Beine Richtung Boden ausatmen. Nimm dir Zeit, ein oder zwei für dich passende Übungen zu finden und die auch außerhalb des Sattels oder in entspannten Situationen zu üben. Dann sind sie auch unter Stress besser abrufbar.

Sinnvoll ist auch der Fokus auf Bilder oder Anweisungen, die dich im Sitz wieder stabiler werden lassen. Das ist unbedingt auch Aufgabe des Reitunterrichts. Wenn du dort also bisher keine Unterstützung erfahren hast, stell sicher, dass deine Reitlehrerin erstens weiß, dass und wann du Angst hast und zweitens mit dir gemeinsam umsetzbare Strategien entwickelt, um Stück für Stück den Weg aus der Angst zu gehen.

Angst ist nicht das Ende vom Lied.

Angst kann der Beginn von mehr Kompetenz sein.
Jede Situation, die du durch bewusstes Agieren meisterst, macht dich sicherer für die Zukunft.

Warte nicht, bis die Angst verschwindet, sondern geh kleine Schritte und sie wird Stück für Stück weniger.

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