Auf dem Weg in die Tragfähigkeit – die Entwicklung eines 16jährigen Wallachs
Heute möchte ich einmal die Entwicklung eines Kundenpferdes mit euch teilen, um zu zeigen, wie individuell dieser Prozess abläuft und dass auch nicht alles auf einmal verändert werden kann.
Ausgangssituation: Kennenlernen eines trageerschöpften Pferdes
Kennengelernt habe ich den Wallach Dingo 16jährig so:
Seine Besitzerin hatte schon einiges versucht, aber er baute einfach nicht auf.
Er war offensichtlich trageerschöpft, mit einem in sich gekehrten Blick.
In der Bewegung war er einerseits zu schnell unterwegs, andererseits hat er nicht auf die Hilfen reagiert.
Der entscheidende Knackpunkt: Mentale Abwesenheit vor körperlichen Problemen
Letzteres war auch der Knackpunkt:
So lange er innerlich so zurückgezogen bleibt, können wir auch körperlich wenig für ihn tun.
Erstes großes Ziel war also, ihn mental aus seinem Schneckenhaus zu holen.
Bemuskelung und Bewegungsabläufe durften erstmal so bleiben.
Erste Phase: Mentale Aktivierung durch Clickertraining
Die ersten Wochen etablierte Dingos Besitzerin also das Clickertraining.
Mit Futter als sehr hohem Motivator, sehr kleinschrittigem Input, sehr viel positivem Feedback und ohne groß körperlichen Druck hat dieser Ansatz für ihn sehr gut funktioniert.
Erste sichtbare Veränderungen: Mehr Losgelassenheit im Körper
Das war auch seinem Körper anzusehen, der im Mai bereits viel gelöster wirkte.
Übergang zur Bewegung: Grundlage für nachhaltige Bemuskelung
Somit waren die Voraussetzungen gegeben, um jetzt an die Bewegung zu gehen – die dann langfristig für die Bemuskelung sorgt.
Schritt 1: Verständnis für das Anheben des Brustkorbs
Erster Schritt:
Er musste ein Verständnis für das Anheben des Brustkorbs bekommen, um nicht mehr so haltlos nach vorn zu stürzen.
Dabei reicht die Idee völlig aus – Kraft, um ‚viel‘ zu tun, kann er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht haben.
Schritt 2: Aktivierung der Hinterhand
Anschließend kam dann die Hinterhand dazu.
Auch mit den Hinterbeinen stürzte er zu sehr nach vorn und verstärkte so das Kippen des Körpers nach vorn.
Mit satterem Bodenkontakt in den Stützbeinphasen hinten kam die Hinterhand dann endlich ins Arbeiten, machte die Vorhand freier und Dingo begann, im Trab loszulassen und die Oberlinie zu entspannen.
Schritt 3: Entwicklung von Schub – mit Fingerspitzengefühl
Nachdem das gefestigt war und er sich sehr zuverlässig und konstant im Trab fallen ließ, war dann der Schub an der Reihe.
Kam die Hilfe hierfür zu plötzlich oder zu stark, hob er sich sofort heraus – es galt also, dass passende Maß zu finden.
Auch wenn der Unterschied zwischen ‚er trabt locker vor sich hin‘ und ‚er beginnt zu schieben‘ noch sehr minimal war.
Auch Arbeit im Galopp war dann möglich.
Aktueller Trainingsschwerpunkt: Aktives Heben des Brustkorbs
Aktuell liegt der Schwerpunkt auf dem aktiven Heben des Brustkorbs in der Bewegung.
Die Voraussetzungen dafür sind da:
Er hat bereits die Idee dafür, die Hinterhand arbeitet und hat Kraft bekommen, die Vorhand wurde dadurch freier und kann jetzt aktiv mit der Anhebung des Rumpfs beginnen.
Der Vergleich: Am Anfang und 11 Monate später
Hier nochmal der Vergleich:
Dingo am Anfang und 11 Monate später
Fazit: Eine Entwicklung mit Potenzial nach oben
Was für eine schöne Entwicklung!
Und es ist noch Luft nach oben, d.h. ich erwarte, dass da muskulär mit steigendem Können noch mehr kommt.
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